Bad Freienwalde/Seelow (MOZ) Mit deutlicher Mehrheit hat der Kreistag dem Kauf der Kurklinik Bad Freienwalde durch die Krankenhaus MOL GmbH zugestimmt. Der Kreis sieht damit eine Chance, sich weiter als Gesundheitsregion zu profilieren.
Prestige-Objekt: Die AHG Klinik und Moorbad ist mit 120 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber Bad Freienwaldes. Der Kreistag befürwortet den Kauf durch die Krankenhaus GmbH.
Angela Krug, Geschäftsführerin der Krankenhaus MOL GmbH, strahlte nach der Abstimmung. Mit nur zwei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen war der Beschluss wider Erwarten anstandslos gefasst worden. Im Vorfeld hatte es hitzige Diskussionen gegeben und auch im Kreistag kam der Vorwurf, dass die Informationen zu spät kamen und die Folgen des Beschlusses nicht absehbar wären. "Ich bin erleichtert über die Entscheidung", so Angela Krug. "Wir können damit unser Leistungsprofil erweitern. Wir übernehmen in Bad Freienwalde eine Klinik, die gut aufgestellt ist. Wir haben natürlich Zahlen und ein Gutachten erstellen lassen. Es sind solide Zahlen. Ich bin vom Erfolg überzeugt."
Landrat Gernot Schmidt (SPD) hatte vor der Abstimmung einen Rückblick gegeben. Im Frühjahr 2011 sei bekannt geworden, dass die AHG-Gruppe die Freienwalder und die Wolletzsee-Klinik veräußern wolle. Daraufhin habe es Gespräche mit dem Barnim gegeben. Deren Gesellschaft für Leben und Gesundheit (GLG) sei eine hundertprozentige Tochter des Kreises. Sie führte im Auftrag beider Landkreise die Verhandlungen mit der in Düsseldorf ansässigen AHG-Gruppe. "Es geht um eine Ergänzung des Behandlungsprofils, um verbesserte Reha-Angebote und die Schaffung von Synergien", erläuterte der Landrat. Zudem gebe es die einmalige Möglichkeit einer Expansion für die Krankenhaus MOL GmbH.
Vor der Kreistagssitzung hatte es eine nicht öffentliche Beratung zum Thema gegeben. Die Abgeordneten waren u.a. von Wirtschaftsprüfern über Zahlen und Hintergründe informiert worden. Das sei zwar löblich gewesen, aber viel zu kurz, um sich ein Bild zu machen, kritisierte Hans-Georg von der Marwitz (CDU). Die Umsatzrenditen seien seit 2008 rückläufig. Es gehe um den Kaufpreis von 16,5 Millionen Euro, zuzüglich Erwerbsnebenkosten, die über Darlehen finanziert werden sollen. Das seien immense Zahlen. Joachim Fiedler (Linke) warb vehement für den Kauf. Die Aussicht, dass es künftig einen kommunalen Träger gibt, sehe er als gutes Signal für den Erhalt des Standortes und des Kurstadt-Status' von Bad Freienwalde.
SPD-Fraktionschefin Rita Nachtigall erinnerte an die vielen Entwicklungskonzeptionen des Kreises. Ein Punkt sei auch gewesen, Märkisch-Oderland als Gesundheitsregion zu profilieren. Dass ein wirtschaftliches Unternehmen auch Risiken birgt, sei allen bewusst. Burkhard Paetzolds (Bündnis 90/Grüne - Pro Zukunft) Frage, ob mit dem Kauf der Kreis bei einer Pleite bürgen müsste, verneinte der Landrat. Der Kreishaushalt sei in keiner Weise davon betroffen.
Nach einer Auszeit stimmte die große Mehrheit für den Kauf. Noch in diesem Jahr könnte er erfolgen, so Angela Krug. Über die künftige Struktur - ob als Tochterunternehmen oder als Teil der Krankenhaus GmbH - soll der Kreistag entscheiden. Sie favorisiere das Tochter-Modell.
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Neueste Kommentare
23.05.2012 08:33:26 lupo
Wetten das...
23.05.2012 08:32:59 ?
-videonachtrag-
23.05.2012 08:14:58 Ekkehart Baals
@ Schöneicher Bürger
23.05.2012 07:35:52 H.L. aus ANG
Muss das wirklich sein?
23.05.2012 07:32:05 Uwe
Sehr Gefährlich