Anmelden
Anmelden
Beta_Bild

Sonntag, 5. Juli 2015
ABO-ButtonABO-ButtonKONTAKT-Button



Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos und lesen Sie weitere 10 Artikel.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Ruth Buder 25.01.2013 19:05 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

heimat/lokalredaktionen/beeskow/artikel2/dg/0/

Gehalt im Krankenhaus beschäftigt Kreispolitik

Beeskow (MOZ) Die Gehaltssituation am Krankenhaus Beeskow, einer hundertprozentigen Gesellschaft des Kreises, wird Thema auf der Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion am 11. Februar sein. Das mittlere medizinische Personal beklagt, seit 2005 vom Tarif abgekoppelt zu sein.

heimat/lokalredaktionen/beeskow/artikel2/dg/0/1/1093815/
 



© Karl-Heinz Arendsee

Bereits am 5. Dezember hatten Pfleger und Schwestern (Ärzte haben meistens attraktive Einzelverträge) an einer von der Gewerkschaft ver.di initiierten "aktiven Mittagspause" vor dem Krankenhaus teilgenommen, um auf ihre Gehaltssituation aufmerksam zu machen. Seit 2005 wird hier nicht mehr nach Tarif gezahlt, aber es gibt eine Betriebsvereinbarung, die noch unter dem Vorgänger des jetzigen Geschäftsführers Ulrich Wegener abgeschlossen wurde. Danach werden die Mitarbeiter am Gewinn beteiligt. Nach Aussagen des Betriebsratsvorsitzenden Jörg Zickmüller erhielten jeder für 2011 etwa 1700 Euro. Die Summe sei aber kein Ausgleich zu einem Tarifgehalt und auch nicht planbar.

Geschäftsführer Wegener verspricht auch für 2012 eine Ausschüttung, aber die genaue Summe stünde erst nach der Betriebsprüfung fest. "Wir schreiben schwarze Zahlen, das können nicht alle, nach Aussagen der Deutschen Krankenhausgesellschaft nur noch etwa 50 Prozent der Krankenhäuser", weiß Wegener. Mehr Gehalt kann er dem mittleren medizinischen Personal nicht versprechen. Seine Kritik richtet sich an den Gesetzgeber, Wettbewerb und Kostendruck hätten sich enorm verschärft. "Wir hier in Beeskow können die externen Rahmenbedingungen nicht ändern, wir können uns diesen nur anpassen."Er sei in der Pflicht, das Krankenhaus auch in schwierigen Zeiten sicher zu führen. Es habe keinen Personalabbau gegeben, Mitarbeiter anderer Häuser würden sich in Beeskow bewerben.

Die Situation werde auch in Zukunft nicht besser, denn das vor 15 Jahren eröffnete Beeskower Krankenhaus müsste jetzt aus eigener Kraft wieder mehr investieren.

Dass gerade ein kommunales Krankenhaus nicht tarifgerecht bezahlt, hat nun, nachdem der Unmut öffentlich wurde, auch die Abgeordneten auf den Plan gerufen. Die Kreis- und Landtagsabgeordnete Elisabeth Alter (SPD), die selbst einmal Krankenschwester war, bat den Landrat um eine Stellungnahme. Der Brief ist inzwischen an alle Kreistagsabgeordneten gegangen. Am 11. Februar wird sich die SPD-Fraktion damit befassen.

In dem Brief äußert sich der Landrat dahingehend, dass der Kreis (anders als andere Träger) keine Renditeerwartungen an das Krankenhaus hat, dieses könne über seine Einnahmen vollständig verfügen, müsse aber alle Ausgaben selbst erwirtschaften.

Die Gewerkschaft ver.di will jetzt im Beeskower Krankenhaus eine Tarifkommission einsetzen und gemeinsam mit dem Betriebsrat Gehaltsvergleiche zu umliegenden Krankenhäusern anstellen. Tarifnah werde im Klinikum Markendorf gezahlt, im Helios-Klinikum Bad Saarow liefen zurzeit "schwierige Verhandlungen", sagt ver.di-Funktionär Norbert Paas. Nicht besser als in Beeskow sehe es für die Mitarbeiter im Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt aus.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Weitere Artikel aus Beeskow

05.07.2015 06:46

Drei Projekte aus der Region erfolgreich

Eisenhüttenstadt/Potsdam (MOZ) "Fair bringt mehr" - diese Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes konnten Kinder und Jugendliche aus Eisenhüttenstadt, Beeskow und Frankfurt dieser Tage in Potsdam machen. Dort fand nämlich die Preisverleihung für den Wettbewerb "Fair bringt mehr"... mehr

05.07.2015 06:36

Fußmedizin im Stolper Eck

Fußmedizin im Stolper Eck

Storkow (MOZ) Cornelia Stotz hat in Storkow eine neue Podologie-Praxis eröffnet. Sie befindet sich in der Schützenstraße 1, dem sogenannten "Stolper Eck". Die... mehr

04.07.2015 07:55

Das Archiv des Todes

Das Archiv des Todes

Beeskow (MOZ) Immer wenn ein Mensch stirbt, wird vom Arzt ein Totenschein ausgefüllt. Doch was passiert mit den vertraulichen Dokumenten? Jeder einzelne davon wird... mehr

04.07.2015 07:34

Jugendliche sorgen für frischen Anstrich

Jugendliche sorgen für frischen Anstrich

Storkow (MOZ) Das Begegnungszentrum des Friedensdorfes leuchtet in Orange und Blau. "Das haben komplett wir gestrichen", weist der Sozialpädagoge Axel Zimmermann... mehr