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Elke Lang 27.01.2013 17:56 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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DDR-Frau in Malerei und Grafik

Beeskow (MOZ) Nachdem die Ausstellung "Role Models! Die Frau in der DDR in Selbst- und Fremdbildern. Malerei und Grafik aus dem Kunstarchiv Beeskow" ein knappes Vierteljahr in der Galerie der Kunststiftung Poll in Berlin gezeigt wurde, fand am Sonnabend mit rund 50 Gästen ihre Eröffnung in der Burg Beeskow statt.

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Bei ihrer Einführungsrede: Gabriela Möller zeigt den magazinähnlichen Ausstellungs-Katalog.

© Elke Lang

Wie man Feierlichkeit und zwanglose Heiterkeit miteinander verbinden kann, das war wieder einmal auf der Burg Beeskow zu erleben. Für die feierlichen Momente sorgte mit ihrem Cello Linda Teske, die in Eisenhüttenstadt an der Musikschule des Landkreises tätig ist. Den heiteren Touch lieferte das gesprochene Wort, vorgetragen vom Hausherrn Tilman Schladebach, von der Berlinerin Gabriela Möller, die an der Konzeption der Ausstellung mitgewirkt hatte, und von Kristina Geisler als Mitarbeiterin des Kunstarchivs. Und Heiterkeit strahlt auch gleich das erste Bild aus, wenn man seinen Rundgang im Uhrzeigersinn im ersten von vier Räumen beginnt: Walter Womackas "Arbeitspause", ein großes, farbenfrohes Ölgemälde von 1958. Es zeigt eine Frauengruppe beim Picknick auf dem Feld und befand sich ursprünglich als "Auftragswerk" im Restaurant "Rügen" des FDGB-Ferienheimes Binz. Zu diesem Bild fühlten sich Ute Kirche und Marina Chvosta aus Friedland sogleich hingezogen. "Das erinnert uns an die Erntepausen in unserer Kindheit", freuten sich die beiden Anfang Fünfzigjährigen. "Da fühlten wir uns geborgen, da hatten wir noch sorgenfreie Tage."

Die Kunstwissenschaftlerin Gabriela Möller ist in Beeskow keine Unbekannte, denn sie hatte schon von 2009 bis 2012 am Kunstarchiv Beeskow an dem Projekt "Bildatlas der DDR-Kunst" mitgearbeitet. Ihr kam bei der Eröffnung die Aufgabe zu, inhaltlich auf die Ausstellung einzustimmen, und von ihr stammt im Katalog, der mit seinem Titel und seinem Format absichtlich an ein modernes Magazin erinnern soll, ein Beitrag über "New Role Models". Warum eine Ausstellung zur DDR-Kunst einen englischen Titel trägt, begründete sie so: "Das kommt aus der Pop-Kultur, klingt peppig, poppig, und da steckt auch der Begriff Modell drin. Es geht um medial beziehungsweise öffentlich verbreitete Vorstellungen von der gesellschaftlichen Rolle der Frau, und wir wollen die Wirklichkeit der Bilder, die uns überall begegnen, überprüfen."

Gabriela Möller appellierte, die Bilder der Ausstellung im Kontext ihrer Entstehungszeit zu betrachten. Sie sind ausgewählt nach den Gesichtspunkten Weiblichkeit, Arbeit und Mythologie, und es ist auch der "männliche Blick" einbezogen, zumal der Anteil an Kunstwerken von Frauen im Beeskower Kunstarchiv nur zehn Prozent betrage.

Die Ausstellung bietet ein sehr buntes Bild, nicht nur, was die künstlerische Gestaltung, sondern auch die Inhalte betrifft. Künstlerisch schwache Werke, bei denen der dekorative Aspekt im Vordergrund steht, hängen neben sehr ausdrucks- und aussagestarken Werken von Künstlern, die sich auch gesamtdeutsch einen Namen gemacht haben. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass, wie Gabriela Möller erläuterte, der Begriff "Auftragswerk" nur ein Korsett sei. Nicht jedes Bild des Archivs ist mit dem Auftrag entstanden, schmückend einer ideologischen Aussage zu dienen. Viele Bilder seien nachträglich als Auftragswerke deklariert worden oder auch im Selbstauftrag geschaffen worden.

So bleibt es in der Ausstellung nicht bei der heiteren Unverbindlichkeit eines Womacka, "sondern gerade die jungen Künstler der letzten Dekade der DDR versuchten eine neue Sicht", so die Kunstwissenschaftlerin. Diese neue Sicht, erklärt sie weiter, trete "umso mehr auf, wie die DDR zu Ende geht, und wird häufig mit den Mitteln der Mythologie ausgedrückt". Sie zeigt die Frau stark und aufbegehrend, heutig.

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