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Cindy Teichert 27.01.2013 18:55 Uhr
Red. Beeskow, beeskow-red@moz.de

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Merkel mit Berlusconi in der Badewanne

Beeskow (MOZ) Am letzten Wochenende wurde wieder vielerorts Fastnacht gefeiert. Vom eisig kalten Winterwetter ließen sich die Narren nicht abhalten. Eingepackt in warme Kostüme ging es fröhlich durch die Winterlandschaft. Die MOZ war in Jamlitz, Groß Rietz und Lindenberg dabei.

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Tolle Truppe: Die Lindenberger Fastnachtsjugend richtet von Januar bis März zahlreiche Fastnachtsveranstaltungen aus. Warm eingepackt trotzten die Närrinnen und Narren auch am Sonnabend beim Zampern der eisigen Kälte.

© Cindy Teichert

Eine kurze Anreise hatten die Lieberoser Musikanten, denn sie mussten nur bis ins benachbarte Jamlitz, um den Narren dort den Marsch zu blasen. Unter den Kostümierten befanden sich auch illustre Gestalten aus "Alice im Wunderland", wie die niedliche Grinsekatze, der Märzhase, ein weißes Kaninchen, der verrückte Hutmacher, Diedeldum und Diedeldei und - nicht zu vergessen - die zarte Alice. Die Idee zu diesem ungewöhnlichen Gruppenkostüm hatten Benjamin und Tobias Kalisch. Bei Familie Kunath/Wiernowolski legten die Jamlitzer eine längere Pause ein. Petra Kunath hatte für die durchgefrorene Gesellschaft Linseneintopf und wärmende Getränke bereitgestellt. "Wir sind sehr dankbar, dass es hier in Jamlitz noch so viele gibt, die uns bei der Fastnacht unterstützen" freute sich Petra Jahn, dass wie immer alles gut geklappt hat. Am Abend spielten "Die guten Kerle" zum Tanz. Ein Programm unter dem Motto "Es war einmal... und doch kein Märchen" erzählte lustige Jamlitzer Geschichten.

In Groß Rietz wurden die Röcke geschwungen, denn dort hieß es Weiberfastnacht. "Nur unsere Gerti ist MitGlied" schmunzelten sie über eine als Zwergin verkleidete Gestalt, die bei genauerem Hinsehen erstaunlich muskulöse Waden und Bartansatz zeigte. Im weißen Schnee nicht zu übersehen waren drei Damen im Fliegenpilzkostüm. "Natürlich selbst geschneidert" erzählten Rosi Poeschke, Doris Bahr und Angelika Hoppe stolz und erklärten die vielen komplizierten Arbeitsgänge vom Stück Stoff bis zum fertigen Unikat. Bis zum späten Abend zamperten sie mit den Zeisigberger Musikanten und anschließend ging's direkt in den Tanzsaal, wo Peat's Partyband den Besuchern schon einheizte. "Im nächsten Jahr feiern wir Silberhochzeit" verriet Bärbel Ellwitz. Bei der 25. Weiberfastnacht in Groß Rietz überlegt man, ob dann vielleicht auch Männer beim Zampern zugelassen werden.

Die Lindenberger starteten am Freitag mit ihrem ersten Fastnachtstanz ins Wochenende. Samstag wurde mit den Vogelsänger Odermücken gezampert, bevor es am Abend mit dem zweiten Fastnachtstanz weiterging. Erstmals boten die Veranstalter einen Fahrservice an und für einen geringen Obolus brachte der Herzberger Thomas Jädicke die Fastnachtsbesucher aus der Umgebung mit seinem Kleinbus sicher nach Hause. An beiden Abenden gab es lustige Einlagen zu sehen, wie etwa die Lindenberger Schlümpfe, eine Rotkäppchen-Parodie oder das berühmt-berüchtigte Männerballett. Und auch die Damen legten einen sexy Tanz aufs Parkett. Politisch Interessierte konnten sich eine Debatte von Angela Merkel und Silvio Berlusconi anhören, und wen's nicht interessierte, der hatte dabei sicher trotzdem Spaß, denn die zwei saßen nackt in der Badewanne.

Bereits im Oktober beginnen die Lindenberger mit den Fastnachtsvorbereitungen. Und da die Akteure aus beruflichen Gründen in ganz Deutschland verstreut wohnen, kann es schon mal sein, dass ein Sketch via Skype geprobt wird. Mit der richtigen Einstellung ist eben vieles machbar, wie die Lindenberger Fastnacht zeigt. "Aber ohne die Unterstützung der zahlreichen Sponsoren und die privaten Spenden, die wir beim Zampern einsammeln, wäre das alles nicht möglich", bedanken sich die Organisatoren Aimee Waesche und Michael Paul. Mit einem Kinderfasching, einem Eierkuchenball und einem großen Programm-Contest geht der Lindenberger Fastnachtsmarathon weiter.

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