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Olav Schröder 18.04.2012 07:29 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Nachdenken über Panketaler Bäume

Panketal (MOZ) Benötigt Panketal eine eigene Baumschutzsatzung? Im Ortsentwicklungsausschuss gingen in dieser Frage die Meinungen auseinander. Eine Antwort soll deshalb erst gegeben werden, wenn die angekündigte neue Satzung des Landkreises zumindest als Entwurf vorliegt.

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Zierkirsche im Blick: Ulrich Scheer pflegt liebevoll die Pflanzen auf seinem Grundstück an der Zepernicker Dahmestraße. Für größere Bäume ist hier wie in vielen neuen Wohngebieten am Berliner Rand kaum Platz. Daher wird darüber nachgedacht, ob sie besonde  

Zierkirsche im Blick: Ulrich Scheer pflegt liebevoll die Pflanzen auf seinem Grundstück an der Zepernicker Dahmestraße. Für größere Bäume ist hier wie in vielen neuen Wohngebieten am Berliner Rand kaum Platz. Daher wird darüber nachgedacht, ob sie besonde

© MOZ/Sergej Scheibe

Zur Vorgeschichte: 2004 war die bis Ende 2010 geltende Baumschutzverordnung des Landes in Kraft getreten. Landesweit kritisierten Baumschützer schon damals Lockerungen der Schutzbestimmungen. Sie befürchteten einen Rückgang des Baumbestands. Auch die seitdem geltende Verordnung des Landkreises Barnim wird von vielen als unzureichend angesehen, da die Schutzbestimmungen nicht für Bäume auf Grundstücken mit Ein- oder Zweifamilienhäusern gelten, es sei denn, es handelt sich um um Eichen, Ulmen, Platanen, Linden oder Rotbuchen.

Doch gerade die große Zahl von kleineren Wohngrundstücken bestimme die besondere Panketaler Situation, argumentierte Andreas Neumann im Ortsentwicklungsausschuss am Montagabend. Er arbeitet in der Panketaler Arbeitsgruppe Baumschutz mit, die fraktionsübergreifend besetzt ist und die einen Antrag von Bündnis Panketal zum Baumschutz in der Gemeinde überarbeiten soll. In der AG wirkten Vertreter aller Fraktionen mit Ausnahme der Bündnisgrünen mit. Diese beklagte, zu den Treffen nicht eingeladen worden zu sein. Ursula Gambal-Voß (SPD) wies dies zurück. Auf mehrere Versuche der Kontaktaufnahme per E-Mail habe es keine Reaktion gegeben.

Aufgrund des großen Siedlungsdrucks - der regen Bautätigkeit am Berliner Rand - gebe es immer weniger Bäume in Panketal, so Neumann. Dabei seien nicht nur freie Flächen bebaut worden. Die Grundstücke seien zudem oft so klein zugeschnitten, dass Bäume auf ihnen keinen Platz mehr finden. Darüber hinaus seien die Ersatz-Pflanzungen bei Fällungen zurückgegangen. In berlinferneren Barnimer Orten sei die Situation möglicherweise nicht so dramatisch. Für die Gemeinde Panketal sei die Verabschiedung einer eigenen Verordnung jedoch erforderlich, um ihren ländlich-gartenstädtischen Charakter zu erhalten.

Kritiker des vorliegenden Entwurfs einer Panketaler Baumschutzverordnung wandten ein, dass die Regelungen nicht für den Erhalt, sondern im Gegenteil für eine Verringerung des Baumbestands sorgen werde.

Er befürchte, so Mike Kraschinski, sachkundiger Einwohner für die SPD, dass im Herbst nach dem Ende der Nist- und Brutzeit viele Grundstückseigentümer etliche Bäume fällen, sollte die neue Verordnung beschlossen werden.

Dass die Satzung Geld und Arbeit in der Umsetzung koste und ein "Panketaler Alleingang" ungerechtfertigt sei, hielt Klaus Hader fest. Er ist für die Linke als sachkundiger Einwohner im Ausschuss vertreten so wie Jürgen Fahlbusch für die Bündnisgrünen, der monierte, dass in der Satzung Anreize zum Pflanzen von Bäumen fehlten. Unter diesen Bedingungen der Satzungen werde es keine Neupflanzungen mehr geben, sagt er voraus.

Die Einwände wollte Andreas Neumann nicht gelten lassen. So wies er die Behauptung zurück, dass die Panketaler Satzung für "alle Bäume" gelten soll. So seien Obstbäume generell ausgenommen. Der Schutz gelte nur für Bäume mit einem Stammumfang ab 60 Zentimetern, gemessen in einer Höhe von 1,30 Meter. Diese Faustregel sieht auch die Landkreisverordnung vor. Im Panketaler Entwurf sind zusätzlich Regelungen aufgenommen, so für Eibe, Rotdorn und Weißdorn (Stammumfang 30 Zentimeter). Beide Regelwerke sehen Ausnahmen auf Antrag und gegen Ersatzmaßnahmen vor. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit behandelt.

Auf Vorschlag von Christel Zillmann will Andreas Neumann nun eine Übersicht der verschiedenen Regelungen in den Verordnungen des Kreises und anderer Kommunen erarbeiten.

Bündnis Panketal griff den Vorschlag von Jürgen Rochner (SPD) und Tobias Herrmann (CDU, UA und FDP) auf und stellte die Vorlage zurück, so lange bis der Landkreisentwurf vorliegt.

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