Bernau (MOZ) "We serve" - zu deutsch: Wir dienen. Das ist das Leitmotiv der Lions Clubs. Was damit gemeint ist, konnten die Besucher beim Charity-Neujahrsempfang der Linos Clubs Bernau und Wandlitz-Barnimer Land am Sonnabend im Ofenhaus erfahren.
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1917 von Melvin Jones gegründet als Hilfsdienst für Blinde und Sehbehinderte, haben sich die Lions inzwischen zu einer der größten weltweiten Hilfsbewegungen entwickelt, sagte Gründungspräsident Andreas Neue in seiner Ansprache und erinnerte beispielhaft an 14 Millionen Dollar, die Lions Clubs während der Tsunami-Katastrophe spendeten.
Gleichzeitig seien die Lions ein "Netzwerk zum Anfassen." Das bestätigte auch Präsident Joachim Kirchner. Die Lions seien kein elitärer Kreis Gutbetuchter. "Wer mitmachen will, braucht eine Empfehlung eines Mitglieds. In Gesprächen versuchen wir dann herauszufinden, ob derjenige zu uns passt", erklärte er das Vorgehen. Wichtig sei die Bereitschaft, sich sozial für andere zu engagieren, betont auch Katja Berger, Präsidentin des Wandlitzer Frauenclubs.
Eingeladen waren zum Charity-Abend 340 Menschen, gekommen waren 153. "Ein toller Erfolg", freut sich Andreas Neue. Unter den Gästen waren Vertreter aus Politik, von Banken und Vereinen sowie Unternehmer.
Höhepunkt war die Festrede des ehemaligen regierenden Bürgermeisters von Berlin, Eberhard Diepgen. Er bescheinigte der Hussitenstadt eine sehr gute wirtschaftliche Entwicklung mit neuen Impulsen, modernen Dienstleistungen und einer mordernen Industrie. "Bernau hat auch einen Einfluss darauf, was im Ballungsraum Berlin geschieht", sagte er. Beweis seien nicht zuletzt die vielen Pendler.
Diepgen bewies sich als glänzender Rhetoriker, der einen weiten Bogen beschrieb von der Arbeit der Lions bis zum Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Lions setzten mit ihrer Besinnung auf Wertebezüge Maßstäbe, die für die ganze Gesellschaft gelten sollte, fand er. "Mich stört, dass wir in diesem Staat immer weiter weg kommen von Wertegebundenheit in Richtung einer Beliebigkeit." Die Lions seien aufgerufen, hierzu ein Gegengewicht zu bilden.
In seiner teils philosophischen Betrachung der Gesellschaft gab es auch Kritik. Wie viel Verantwortung kann man dem Staats noch zumuten? Sind Einrichtungen wie die Tafel sinnvoll oder führen sie dazu, dass Menschen sich auf diese Hilfe verlassen? Eine spannende Rede Diepgens - und ein toller Erfolg für die Lions, denn der Abend brachte einen Erlös von rund 4500 Euro, die an die Wandlitzer Feuerwehr sowie an Bernauer Sportvereine für die Jugendförderung gehen.
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