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Britta Gallrein 27.01.2013 19:10 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Alles auf Anfang beim neuen Rathaus

Bernau (MOZ) Was Berlin sein Flughafen ist, ist Bernau sein neues Rathaus. Auch hier laufen die Planungen alles andere als rund. Während die Ideen bereits schon einmal recht weit gediehen waren, stehen die Zeichen nach dem jüngsten Hauptausschuss jetzt wieder ganz auf Anfang. Alles kommt auf den Prüfstand.

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"Ich verstehe das alles nicht mehr", fasste es Adelheid Reimann (SPD) zusammen. "Das ist ja jetzt, als wenn wir noch nie zuvor über das Vorhaben gesprochen hätten."

Was die Schönower Ortsvorsteherin so in Rage versetze, war eine Beschlussvorlage der Verwaltung, die den Mitgliedern des Hauptausschusses zur Abstimmung vorlag.

Zur Vorgeschichte: Um ein dringend benötigtes neues Rathaus als Ergänzung zum bestehenden Gebäude zu errichten, hatte die Stadt - aufgrund ungünstiger vertraglicher Bedingungen zu einem deutlich überhöhten Preis - das Gebäude an der Bürgermeisterstraße 25 gekauft. Hier sollte das neue Rathaus entstehen. Die Stadt rief zu einem Planungswettbewerb auf. Architekten sollten Vorschläge zu Umgestaltung oder Neubau einreichen. Was am Ende herauskam, war ernüchternd. Kein Vorschlag konnte überzeugen.

Mitten in die Überlegungen, einen neuen Planungswettbewerb einzuberufen, platzte Renate Richter (Freie Fraktion) mit ihrer grundsätzlichen Kritik am Standort. Vor allem die verkehrliche Anbindung sei problematisch, fand die Ladeburgerin. Das fiel nun auf einmal auch den anderen auf. Sie entschieden: Kein neuer Planungswettbewerb. Statt dessen sollen nun erstmal noch einmal auch andere Standorte geprüft werden.

Auf der Basis einer Verkehrsexpertise muss nun zunächst ein schlüssiges Konzept vorgelegt werden, wie die verkehrliche Erschließung am geplanten Standort Bürgermeisterstraße 25 erfolgen kann.

Gleichzeitig sollen mögliche weitere Standorte für das neue Rathaus geprüft werden. So das Grundstück Bürgermeisterstraße/Grünstraße, das Ergänzungsgebiet Jahnstraße und das Gebäude Mühlenstraße, in dem momentan die Johannaschule untergebracht ist.

Unter stadtentwicklungspolitischen Gesichtspunkten wird jeder Standort unter verschiedenen Kriterien geprüft, so zum Beispiel unter dem der städtebaulichen Relevanz und Sicherung der Funktionalität, unter dem der Synergie-Effekte und Entwicklungspotentiale. Außerdem soll untersucht werden, wie gut die Standorte erreichbar sind, wie schnell dort ein Bau realisierbar ist, wie hoch die geschätzen Kosten und Fördermöglichkeiten sind. Auch geht es um die Prüfung der Eigentumsverhältnisse, der planungsrechtlichen Voraussetzungen, der Zentralität und der städtebaulichen Verträglichkeit.

Dass das ganz schön viel Arbeit bedeutet, war in der Verwaltung sofort klar. Bürgermeister Hubert Handke hatte daher die Einreicher gebeten, den zeitlichen Ablauf zu lockern. Der Planungswettbewerb wurde nun nicht bis März zurück gestellt, sondern es heißt jetzt, die Untersuchungen mögen "zeitnah" erfolgen - ein dehnbarer Begriff.

Auch versuchte Handke noch, die Auschussmitglieder davon zu überzeugen, den Standort Mühlenstraße auszusparen und verwies auf die Gespräche mit der Evangelischen Grundschule, die Interesse an dem Standort hat. Doch die Mitglieder wollen auch die Mühlenstraße weiterhin im Rennen lassen.

Der letzte Punkt der Beschlussvorlage: Auch die bisher beschlosenen Ziel der Stadtentwicklung sollen abgewogen und berücksichtigt werden.

Othmar Nickel (CDU) konnte die Verärgerung von Adelheid Reimann verstehen. "Wir sind aber jetzt auf der Suche nach einem gemeinsamen Nenner. Und das hier ist ein Weg, um handlungsfähig zu bleiben", versuchte er, Verständnis zu wecken.

"Alle Argumente müssen ausgetauscht werden", fand auch Pèter Vida (Unabhängige). Er gab zu Bedenken: "Die Entscheidung, die wir hier fällen, wird immerhin für Jahrzehnte Bestand haben."

"Wenn wir das alles abwägen, dann sind wir ja nächstes Jahr noch nicht damit fertig", setzte Adelheid Reimann dann doch noch einmal nach. "Ich verstehe immer noch nicht, warum wir von der Bürgermeisterstraße 25 abkehren. Wir haben das Gebäude für viel Geld gekauft, wir haben diverse Prüfungen gemacht zum Standort, wir haben auch dafür schon Geld ausgegeben. Haben wir denn da alle die ganze Zeit gepennt?", fragte sie in die Runde. Eine Antwort erhielt sie darauf nicht.

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