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Steffi Bey 30.01.2013 23:17 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Sie wissen, wovon sie reden

Wandlitz (MOZ) Sie haben sich eine Woche lang mit Kunst beschäftigt, gesund gekocht oder gelernt, wie Besucher durch eine politische Ausstellung geführt werden: Die Schüler vom Gymnasium Wandlitz wirkten an mehr als 30 Projekten mit. Heute werden die Ergebnisse präsentiert.

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Ein bisschen aufgeregt ist die sechzehnjährige Sophie schon, gibt sie zu. Schließlich muss sie heute Abend vor vielen Leuten eine Rede halten. Und damit alles glatt geht, sie sich nicht verhaspelt oder vielleicht den roten Faden verliert, hat sie einen Zettel dabei. "Ich will die Gäste auf die Ausstellung in unserer Aula einstimmen", erklärt die Schülerin.

In dem hellen, großen Raum stehen seit ein paar Tagen 13 Tafeln. Es sind zumeist bunte Ansichten, mit vielen Collagen, Sprüchen und Zitaten. Anschaulich hat die Friedrich-Ebert-Stiftung das Thema "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" dargestellt.

Sophie und die anderen Teilnehmer ihrer Projektgruppe beschäftigen sich seit Montag mit diesem Thema. "Bevor es losging, dachte ich, das hört sich ziemlich trocken an, aber wenn man sich mit den Hintergründen befasst, ist es sehr spannend", erzählt Florian.

Erschreckt haben den 17-Jährigen besonders, welche Formen rechtsextreme Weltbilder und Argumentationsweisen annehmen können. Ebenso, welche Einstellungen Rechtsextreme vertreten und wie sie die Demokratie gefährden. "Wir haben uns selbst gefragt, wie wir mit solchem Gedankengut umgehen und was wir dem entgegensetzen können", berichtet Sophie. Sie möchte künftig beispielsweise nicht wegschauen, sondern "den Sprücheklopfern entgegnen, ob die überhaupt wissen, was sie reden".

Während ihrer Führungen von Tafel zu Tafel wollen die Schüler die Gäste auch direkt mit einbeziehen. Die Besucher werden beispielsweise aufgefordert, darüber nachzudenken, weshalb Demokratie wichtig ist und wo sie selbst schon Demokratie erlebt haben. Bei ihren Übungsrundgängen gaben sich die Jugendlichen zunächst die Antworten selbst. Projektleiter Hans-Peter Rüsing, der normalerweise Deutsch und Latein unterrichtet, ist sich sicher, "die jungen Leute sind gut vorbereitet".

Bis zum 15. Februar ist die Ausstellung im Gymnasium zu sehen. "Wir sind gerade dabei, auch die Schulen in anderen Ortsteilen dafür zu interessieren und laden sie zu uns ein", berichtet die Lehrerin, Dorothea Eckert. Aus ihrer Sicht sei diese Projektwoche ein Stück gelebte Demokratie, weil sich die Schüler ausprobieren können. Wahrscheinlich bekommt die Schau der Friedrich-Ebert-Stiftung nach den Winterferien noch einen anderen Platz - im Foyer, weil dann wirklich jeder daran vorbei muss.

Eröffnung der Ausstellung "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen", heute, 17 Uhr, Prenzlauer Chaussee 130.

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