Donnerstag, 24. Juli 2014
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Olav Schröder 09.03.2014 07:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Mittler zwischen Mensch und Natur

Hobrechtsfelde (MOZ) Ganz unterschiedliche Probleme, aber das gleiche Anliegen teilen Naturschützer aus Kenia und Deutschland. Am Freitag besuchte die Spitze des Wildlife Service Kenia den Naturpark Barnim in Hobrechtsfelde.

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Besuch auf dem Gut Hobrechtsfelde: Tom Kirschey (NABU), Andreas Lauter (Naturwacht), Paul Udoto, William K. Kiprono und Edwin W. Wanyonyi vom Kenia Wildlife Service beim Besuch im Speicher.  

Besuch auf dem Gut Hobrechtsfelde: Tom Kirschey (NABU), Andreas Lauter (Naturwacht), Paul Udoto, William K. Kiprono und Edwin W. Wanyonyi vom Kenia Wildlife Service beim Besuch im Speicher.

© MOZ

"Uns geht es um die Vermittlung zwischen Mensch und Natur", sagt William K. Kiprono, Direktor des Kenya Wildlife Service, dessen Aufgabe der Erhalt der kenianischen Nationalparks ist. Er fügt am Ende des Besuchs hinzu: "Wir haben viele Ideen erhalten", und ermuntert alle, auch Kenia einmal zu besuchen.

Die dreiköpfige Gruppe ist Gast auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin. Mit ihrem Kooperationspartner, dem Naturschutzbund International, nutzte sie die Gelegenheit, ein Schutzgebiet in Deutschland zu besuchen. Riesig sind die Unterschiede zwischen Kenia und Deutschland. "Ranger in Afrika zu sein, gehört mit zu den gefährlichsten Jobs", erläutert Tom Kirschey von NABU Internatinal.

Auf dem gesamten Kontinent werden täglich rund 100 Elefanten von Wilderern getötet. Diese haben es insbesondere auch auf Nashörner abgesehen. Obwohl der internationale Handel mit Elfenbein verboten ist, hat er seit einigen Jahren wieder zugenommen. Ranger, die Wildhüter in den Schutzgebieten, arbeiten zwar mit Erfolg gegen die Wilderer. Viele bezahlen ihr Engagement mit dem Leben, werden von Wilderern erschossen. Nach Angaben des NABU sterben in Afrika jährlich etwa 40 Ranger, die Frau und Kinder hinterlassen. Wie Tom Kirschey mitteilt, legt die NABU International Naturschutzstiftung in Kooperation mit dem Kenya Wildlife Service einen Rangerfonds auf, aus dem die Hinterbliebenen unterstützt werden. "Jeder interessiert sich für Elefanten und große Wildtiere", sagt Tom Kirschey. "Aber den Menschen, die sie unter Einsatz ihres Lebens schützen, wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt." William K. Kiprono unterstrich die Bedeutung des Rangerfonds für die Naturschützer in seiner Heimat, sichtlich froh, dass den Familien dank dieser Unterstützung mehr Sicherheit und Perspektive gegeben werden kann.

In Hobrechtsfelde interessierten sich die Gäste aus Kenia auch für andere Themen. Andreas Lauter, Naturwacht Brandenburg, stellte den Charakter hiesiger Schutzgebiete als Kultur- und Naturlandschaften in der Nähe von dicht besiedelten Gebieten vor und verwies auf das Wechselspiel von Natur und Urbanisierung. Auf großes Interesse stieß dabei das Beispiel Hobrechtsfelde. In den vergangenen 150 Jahre wurden hier nicht nur Entsorgungsprobleme der wachsenden Gründerzeitmetropole Berlin durch die Rieselfelder gelöst. Der Bereich entwickelte sich auch als Versorger von Obst und Gemüse für die Bevölkerung, leidet heute aber aufgrund der Versickerung von Industrieabwässern unter Schwermetallen und wird in einem bundesweit beispielhaften Projekt wieder in eine ursprüngliche Wald-Weidelandschaft umgewandelt.

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