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Brigitte Horn 11.10.2011 19:22 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Kesselmoor in der Intensivtherapie

Biesenthal (MOZ) Das 3,1 Millionen-Projekt zur ökologischen Sanierung von Einzugsgebieten beiderseits der Oder, verbunden mit naturtouristischer Entwicklung, wird jetzt greifbar. Im Biesenthaler Rabenluch ist mit dem ersten von insgesamt 26 Bauprojekten begonnen worden.

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  Thomas Kutter, Stephan Reimann und André Findeisen im Rabenluch, 10.10.11 © MOZ

Mitten im künftigen Moor stehen der Projektleiter, der Bauleiter und ein Praktikant. Es ist eine Senke, die sich etwa 300 Meter hinter den letzten Häusern Biesenthals in Richtung Sophienstädt befindet. Wo derzeit nur schwarzbraune Erde zu sehen ist, soll es künftig eine moortypischen Fauna und Flora geben, in dem vielleicht sogar der Sonnentau wieder heimisch wird. Eine Fläche von ein bis zwei Hektar ist dann wieder mit Wasser bedeckt, aus dem Grasbüsche oder vereinzelte Gehölze sowie Totholz ragen und das mit Torfmoosen bedeckt ist. Das Ziel des Projektes:den Klimakiller Kohlendioxid zu binden, den Wasserhaushalt zu stabilisieren und damit letztlich auch etwas für den Hochwasserschutz zu tun.

Eigentlich erscheint der Wald an der Straße nach Sophienstädt langweilig. Nichts als Kiefern. „Doch das Rabenluch ist ein durch die Eiszeit entstandenes Kesselmoor“, erklärt Projektleiter Tom Kutter, worum es sich bei dem Projekt handelt. Er weiß auch, warum auf den ersten Blick wenig an ein Kesselmoor erinnert. „Aus dem Zentrum des torfhaltigen Areals führen Entwässerungsgräben in den umliegenden sandigen Untergrund, in dem das Wasser schnell verschwindet“, schildert er die Situation. Die Kiefern, die zu den Bäumen mit einer hohen Verdunstungsrate zählen, tun ein Übriges zur Austrocknung des Bodens. Außer den Nadelbäumen mit den tiefen Pfahlwurzeln wächst dort wenig.

Bei der jetzt begonnenen ersten Baumaßnahme des 3,1 Millionen Euro teuren Projektes werden die Gräben mit Lehm „verplombt“, so dass das Wasser nicht mehr abfließen kann, erläutert ergänzend Bauleiter Stephan Reimann von Wasser- und Bodenverband Finowfließ.

Außerdem wird das Grabensystem mit aus der Umgebung flach abgetragenen Torfsubstraten verfüllt. Damit entsteht die Grundlage für die Wiederbelebung des Kesselmoors. Wie sich das entwickelt, hängt auch vom Stand des Grundwassers ab, dass mit einem Monitoring kontrolliert wird. In Zusammenarbeit mit der Stadt Biesenthal als dem Eigentümer des Waldes wurde der Kiefernbestand gelichtet, um damit die Bedingungen für die Entwicklung des Moors zu verbessern.

Die nächste Landschaftsbaustelle wird sich an der Krummen Lanke (im Wandlitzer Ortsteil Lanke) befinden. Dazu kommen noch touristische Bauvorhaben, wie die Sanierung des Schlossbergturms in Biesenthal oder die Herstellung eines Moor­erlebnispfads. Auf polnischer Seite im Drawienskie Nationalpark entstehen unter anderem Schutzhütten und Infopunkte. Das länderübergreifende Projekt wird von der EU zu 85 Prozent gefördert.

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