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Sven Klamann 03.09.2014 06:58 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

heimat/lokalredaktionen/eberswalde/artikel4/dg/0/

Konträre Sichten auf Eberswalde

Eberswalde (MOZ) Wäre der neue Bürgermeister am Ende der einzigen Podiumsdiskussion mit allen drei Bewerbern gekürt worden, hätte wohl der Amtsinhaber den Sieg geholt. Lag es am Publikumsmix oder an den Argumenten, dass Friedhelm Boginski den meisten Beifall bekam?

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Konzentrierte Zuhörer: Die Aula der Hochschule für nachhaltige Entwicklung auf dem Stadtcampus ist mit mehr als 80 Besuchern gut gefüllt.

© Sören Tetzlaff

Besonders freundlich brachte eine Neu-Eberswalderin den Verlauf der Debatte auf den Punkt. Die junge Frau, die vor drei Jahren von Potsdam in die Barnimer Kreisstadt gezogen war und sich hier in der Kultur- und Energiewendebewegung wandelBar engagiert, lobte alle drei Kandidaten für "ihr erkennbar ehrliches Interesse, Eberswalde voranzubringen". Zwar könne nur einer der Herren die Wahl am 14. September gewinnen. Aber dringend gebraucht würde das weitere Engagement auch der beim Urnengang Unterlegenen. Da huschte ein Lächeln über die Gesichter der Männer, die bis dahin schon anderthalb Stunden lang Stellungnahmen abgegeben und Fragen beantwortet hatten.

Der Verein Lokale Agenda 21 hatte für Montagabend zum Schlagabtausch in die Aula der Hochschule für nachhaltige Entwicklung eingeladen - und mehr als 80 an der Zukunft Eberswaldes Interessierte waren gekommen. Darunter mit Baudezernentin Anne Fellner und Finanzdezernent Bellay Gatzlaff die ranghöchsten Mitarbeiter des Amtsinhabers, zudem sein Büroleiter, seine Sekretärin und etliche FDP-Anhänger. Und seine Ehefrau zeigte Flagge.

Auch einige Linke saßen auf den Zuschauerplätzen - allen voran Torsten Duckert, der Vorsitzende des Stadtverbandes.

Auf eine Vorstellungsrunde verzichtete Frank Wruck, der Vorsitzende der Lokalen Agenda, der die Podiumsdiskussion fair und souverän moderierte.

Friedhelm Boginski (58), FDP, war als Letzter der Bewerber eingetroffen, kurz nach Carsten Zinn (57) von der Alternativen Liste Eberswalde und lange nach Volker Passoke (57) von den Linken.

Wie ein roter Faden zog sich die Erkenntnis durch den Abend, dass die Kandidaten in Parallelwelten zu leben scheinen - jedenfalls, was die Einschätzung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation in Eberswalde betrifft. Während der Amtsinhaber die "konstruktive Zusammenarbeit der Stadtverordneten und der Verwaltung" als einen Grund dafür hervorhob, dass Eberswalde in den vergangenen Jahren eine durchweg positive Entwicklung genommen habe, schätzte Volker Passoke ein, dass sich das Verhältnis der Rathausspitze zum Parlament "enorm verschlechtert" habe. Und Carsten Zinn sprach gar von einem "Klima des Misstrauens in der Stadtverwaltung".

Den Wirtschaftsstandort beurteilen die Kandidaten gleichfalls extrem unterschiedlich. "Der Mittelstand trägt die Stadt", sagte Friedhelm Boginski und würdigte das von ihm gegründete Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus dafür, den Bestand an 2000 kleinen und mittelständischen Unternehmen zu pflegen. Mehr als vier Millionen Euro an Fördergeldern seien an mehr als 50 dieser Firmen geflossen - das hätte zu mehr als 50 zusätzlichen Arbeits- und mehr als 60 Ausbildungsplätzen geführt. Zudem habe es Neuansiedlungen gegeben, wenn auch in überschaubaren Größenordnungen. "Kleinvieh macht auch Mist", sagte der Amtsinhaber.

Für Volker Passoke steht hingegen fest, dass die Rathausspitze die Wirtschaftsförderung "sträflich vernachlässigt" habe. Das Potential Eberswaldes an der Achse Berlin-Stettin werde verkannt. Der linke Bürgermeisterkandidat wiederholte seinen Vorschlag, die chinesische Handelskammer in Berlin für den Standort zu interessieren. "Wir brauchen mindestens einen Großinvestor in Eberswalde", sagte der Bewerber.

Und Carsten Zinn warnte davor, in Eberswaldes Wirtschaft mehr und mehr auf Mini-Jobs zu setzen. "Wir brauchen Firmen, die auskömmliche Löhne zahlen und soziale Arbeitsbedingungen bieten", sagte er. Die Politik müsse Einfluss darauf nehmen, dass die Stadt nicht zum Niedriglohnsektor verkomme.

Es gab auch Themen, bei denen die Bewerber sich einig waren - so bei der Frage, wie die angespannte Parksituation am Bahnhof zu lösen wäre. Mit zusätzlichen Stellflächen nicht, fand das Trio. Friedhelm Boginski und Carsten Zinn warben für einen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, Volker Passoke regte zusätzlich an, in Eberswalde drei Park & Ride-Plätze zu schaffen.

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