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Stefan Lötsch 25.01.2013 06:55 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

heimat/lokalredaktionen/eisenhuettenstadt/artikel0/dg/0/

Müll wird mit meterdicker Schicht abgedeckt

Eisenhüttenstadt (MOZ) Die geschlossene Deponie in der Buchwaldstraße soll weiter saniert werden. In diesem Jahr beginnt der zweite Bauabschnitt. Auf einer 5,5 Hektar großen Fläche wird eine 1,70 Meter dicke Schicht aufgetragen, der Müll abgedeckt.

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Anwohner in der Buchwaldstraße müssen in diesem Jahr mit verstärktem Lkw-Verkehr rechnen. Denn an der 2005 geschlossenen Deponie wird der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Das heißt: Die dort gelagerten Abfälle werden mit einer 1,7 Meter dicken Schicht abgedeckt. Rund 53000 Kubikmeter Baustoff müssen für die 5,5 Hektar große Fläche herangeschafft werden, sagte jüngst Ines Müller, Mitarbeiterin des kommunalen Wirtschaftsunternehmens Entsorgung (KWU), im Werksausschuss. Umgerechnet mehr als 5000 Lkw-Ladungen sind nötig, um die Materialien anzuliefern.

Wobei es nicht damit getan ist, die Abfälle, die in der Deponie lagern, einfach mit Bauschutt zuzudecken. Die 1,70 Meter dicke Abdeckung besteht aus mehreren Schichten, darunter Bahnen mit Kunststoffvlies und einer Drainageschicht. Über mehrere Gasbrunnen wird das Faulgas gesammelt und in einer eigenen Anlage auf dem Gelände abgefackelt.

Ein 3,1 Hektar großes Teilstück wurde vor einigen Jahren schon abgedeckt. Ines Müller rechnet damit, dass der letzte Bauabschnitte, das wären noch einmal 5,2 Hektar in 3 bis 4 Jahren saniert werden könnte. Dann wäre die Deponie komplett abgedeckt. Von außen ist dann nur ein begrünter Hügel zu sehen.

Die Maßnahme, die in diesem Jahr begonnen werden soll, ist nicht ganz billig. Rund 4,8 Millionen Euro kostet der 2. Bauabschnitt, das KWU hofft auf Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro. Unabhängig davon muss das KWU für alle seine Deponien, die größtenteils stillgelegt sind, Rückstellungen für die Sanierung bilden. Außerdem muss aus diesem Topf auch die Nachsorge finanziert werden, die immerhin mehr als 30 Jahre dauert.

Was danach mit der Deponie passiert, ist ungewiss. Man könne nicht davon ausgehen, dass wie bei einem Komposthaufen das Material danach verwendet werden kann, sagte Klaus Hildebrandt, Geschäftsführer des KWU. "Die biologischen Prozesse werden inaktiv sein." An den vielen anderen Reststoffen, die über Jahre dort abgelagert wurden, wird es dagegen keine große Veränderung geben. Möglich ist es allerdings, dass in 30 Jahren die Müllhalde gleichsam zur Goldgrube wird. Voraussetzung wäre, dass sich die Rohstoffsituation wesentlich ändert. Dann wäre es denkbar, so Hildebrandt, dass man Deponien wieder aufmacht, um zum Beispiel Metalle zu bergen. "Die Preise, die man erzielt, müssten die Leistungen decken", so Hildebrandt. Das ist noch Zukunftsmusik. Der Geschäftsführer sagte aber auch: "Vor fünf Jahren hat noch keiner darüber gesprochen."

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