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Hagen Bernard 25.01.2013 19:45 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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Kampf um das Wintersportzentrum

Eisenhüttenstadt (MOZ) Beste wintersportliche Bedingungen in Eisenhüttenstadt - doch der Skihang im Wintersportzentrum ist verwaist. Seit dem Skiliftunfall vor drei Jahren gibt es keinen Betreiber mehr für das vor einem halben Jahrhundert geschaffene Wintersportzentrum.

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Das war die Welt noch in Ordnung: Der langjährige Abteilungsleiter Karl-Heinz Michaelis bringt hier im Winter 2006 Justus Materne (damals sechs Jahre) auf der Skipiste im Eisenhüttenstädter Wintersportzentrum das Skifahren bei.  

Das war die Welt noch in Ordnung: Der langjährige Abteilungsleiter Karl-Heinz Michaelis bringt hier im Winter 2006 Justus Materne (damals sechs Jahre) auf der Skipiste im Eisenhüttenstädter Wintersportzentrum das Skifahren bei.

© GMD/Gerrit Freitag

Während der im Herbst im Auftrage der Eisenhüttenstädter Stadtverwaltung gemähte Rodelhang gut besucht ist, verliert sich nebenan am Skihang mit dem Lift nur gelegentlich ein Snowboarder, der sich mühsam eine Fahrrinne für die 200 Meter lange Tour bergab sucht. Aus Kostengründen hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr auf die Mahd dieses Hanges verzichtet, da derzeit unklar ist, wer das Wintersportzentrum betreut. Schließlich ist der bislang dafür zuständige Fürstenberger SV zum Jahresende endgültig aus dem Vereinsregister ausgetragen worden, nachdem die Mitglieder im Zuge der Zivilklage des geschädigten Mädchens vor einem Jahr die Auflösung beschlossen hatten. Obwohl es keinen Eisenhüttenstädter Verein mit einer Wintersportabteilung mehr gibt, kämpfen derzeit etwa zehn Unentwegte um den Erhalt des Wintersportzentrums.

An ihrer Spitze stehen der jahrelange Abteilungsleiter Karl-Heinz Michaelis, der vor einigen Jahren aus Altersgründen seine Funktion an Hellfried Mieck abgegeben hatte. Mit ihm zusammen vorstellig war Andreas Groß bei der Eisenhüttenstädter Bürgermeisterin Dagmar Püschel und dem Bereichsleiter für Liegenschaften Michael Reichl. Groß ist Eisenhüttenstädter und war vor vier Jahren Mitglied der Skiabteilung des Fürstenberger SV geworden. Im zweiten Gespräch war auch Fachbereichsleiter Torsten Gottschlag zugegen. Wie Groß erklärt, habe die Stadtverwaltung durchaus Interesse, ein funktionierendes Wintersportzentrum aufrecht zu erhalten. Angesichts der angespannten Haushaltslage müsse jedoch verstärkt auf das Aufwand-Nutzen-Verhältnis geachtet werden. Da es derzeit nicht genug Ehrenamtliche gibt, die den Skilift in ihrer Freizeit betreuen, hat die Stadt aus Kostengründen im vergangenen Jahr den Pflegeaufwand für das Wintersportzentrum heruntergefahren. Eigenes Personal für Lift oder Schneelanzen will die Stadt dafür nicht einsetzen. Nach Beendigung der Betreibervereinbarung mit dem FSV benötigt die Verwaltung einen neuen Vertragspartner. Der ist jedoch nicht in Sicht.

Zwar haben die Mannen um Groß und Michaelis mehrere Sponsoren bei der Hand, die die etwa 6000 Euro für die Erneuerung der Lift-Steuerung mit einem "Sanftanlaufmotor" und dem Einbau einer Niederspannungs-Sicherheitskette stemmen würden, doch es fehlt das freiwillige Personal. Das war schon das Problem des Fürstenberger SV vor dem Skilift-Unfall, als die 22 Mitglieder ein Durchschnittsalter von 57 Jahren aufwiesen. Das Gros der zehn Unentwegten ist über 70. Daher ist jeder - besonders junge - Interessent willkommen. Die Wintersportinteressierten können sich entweder bei Michaelis (033652-7806) oder Groß (01722700929) melden. Ein moderner Lift übrigens mit umlaufenden Bügeln wie etwa in Schwarzheide würde 25 000 Euro kosten. Ebenfalls sanierungsbedürftig ist die 1963 errichtete Sprungschanze, deren Betonfundamente einer Aufbesserung benötigen. Außerdem hat der Turm Rost angesetzt.

Wahrscheinlich muss ein Verein gegründet werden, um die Kräfte zum Erhalt des Wintersportzentrums zu bündeln. Nicht einmal ihre Skihütte, die unweit der Schanze steht, haben die Wintersportler noch. Sie gehört der Kommune. Im Februar händigt die Stadtverwaltung den Wintersportlern ausnahmsweise die Schlüssel der neu eingesetzten Schlösser aus, damit sie sich ihre Utensilien herausholen können. Für die Wintersportler ist es anscheinend bereits fünf nach zwölf. Zwar bekundet die Stadtverwaltung, dass der Skihang für andere Zwecke nicht vorgesehen ist, doch es gibt durchaus Interessenten dafür. So würden einige BMX- beziehungsweise Fourcross-Fahrer liebend gern daraus eine Abfahrtspiste für ihre Sportart machen. Bislang tat sich die Verwaltung schwer, ihnen ein geeignetes Areal zu überlassen. Nutzungsalternativen gibt es allemal. So schlägt die Hallenser Architektin Martina Schober - deren Eltern am Hang wohnen - vor, während der Vegetationsperiode Schafe darüber zu schicken. Immerhin soll im Frühjahr gemäht werden. Für die Wintersportler jedoch ist das für diese Saison allerdings zu spät.

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