Donnerstag, 31. Juli 2014
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Ralf Loock 31.01.2013 06:40 Uhr
Red. Eisenhüttenstadt, eisenhuettenstadt-red@moz.de

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"Bernd soll leben"

Müllrose (MOZ) Am Freitag startet im Klinikum Frankfurt (Oder) und in der Firma Oder-Glas in Müllrose eine gemeinsame Hilfsaktion für einen an Leukämie erkrankten Mann. Freiwillige können an beiden Standorten testen lassen, ob sie als Spender in Frage kommen.

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"Bernd soll leben" - diese aufrüttelnde Überschrift kann man derzeit auf einem bunten DIN A3-Plakat im Klinikum Frankfurt (Oder) lesen. "Wir wollen einem Familienvater aus Müllrose helfen, der an Leukämie erkrankt ist", sagte Prof. Michael Kiehl. Er ist Chefarzt der Medizinischen Klinik I im Klinikum. Dort wird der 52-jährige Mann aus Müllrose behandelt. Aber die Zeit drängt, laut Plakat ist es bereits "5 vor 12".

Während man am Freitag den Freiwilligen in Frankfurt (Oder) Blut zur Untersuchung entnehmen will, geben sie in Müllrose eine Speichelprobe ab. Mit beiden Methoden wollen die Forscher ein Ziel erreichen, nämlich festzustellen, ob eine Person als Spender in Frage kommt.

Die Teilnahme ist an beiden Standorten kostenfrei. Die Mediziner wollen möglichst viele Menschen ansprechen, daher bemüht man sich in Müllrose um die Einwohner, die Landkreis Oder-Spree wohnen, im Klinikum will man in Frankfurt und dem nördlichen Umland werben.

In dem konkreten Fall sei eine "allogene Transplantation notwendig", erläuterte Michael Kiehl. Damit ist eine Fremdspende von Stammzellen gemeint. Die häufigste Methode dabei ist, dass dem Spender fünf Tage lang ein hormonähnliches Medikament verabreicht wird. Dieses bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im Blut befinden, die dann wie bei einer Blutwäsche herausgefiltert werden und die anschließend der Erkrankte erhält.

Ein wichtiges Problem ist dabei, dass die Ärzte Stammzellen finden müssen, die vom Empfänger auch akzeptiert werden und in seinem Körper keine Gegenreaktionen auslösen.

Um einen Spender zu ermitteln, dessen Stammzellen sich gut für eine Transplantation eignen, sind mehrere nationale und internationale Datenbanken aufgebaut worden. Dort können sich Menschen, die Stammzellen spenden möchten, registrieren lassen. "In Deutschland sind für diese Registrierung derzeit 29 Spenderdatenbanken zuständig", erläuterte der Chefarzt.

Das Klinikum in Frankfurt ist das einzige Zentrum in Brandenburg, in dem eine Transplantation von fremden Stammzellen durchgeführt werden kann; insgesamt gibt es in der Bundesrepublik 41 solcher Zentren. In Frankfurt hat man mit solchen Transplantation schon einige Routine, jährlich finden etwa 40 im Klinikum statt, berichtete Michael Kiehl.

Die Wahrscheinlichkeit einer Genesung sei sehr abhängig von der Grunderkrankung. Alleine durch eine Chemotherapie ist die Erkrankung nicht dauerhaft heilbar.

Auch in Müllrose laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. In der Kleinstadt galt Bernd als ein kräftiger, robuster Mann. Unverhofft wurde er mit der Diagnose konfrontiert: Leukämie. Die Ärzte haben festgestellt, dass sein Sohn für eine Spende nicht in Frage kommt. Nun haben sich spontan 53 seiner Kollegen bereit erklärt, ihm helfen zu wollen. In Müllrose und in Frankfurt arbeitet man mit der Deutschen Stiftung gegen Leukämie zusammen.

Freitag 13 bis 16 Uhr Testaktionen im Klinikum Frankfurt (Oder), Konferenzraum 5.403 (Weg ist ausgeschildert), und in der Firma Oder-Glas in Müllrose. Ansprechpartner in Frankfurt ist Prof. Michael Kiehl, Tel. 0335 548 4600. In Müllrose koordiniert Barbara Dohne die Aktion, 033606 88332. Wer am Freitag verhindert ist, kann am 14. Februar von 13 bis 18 ein Blutprobe im Klinikum entnehmen lassen.

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