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Kerstin Schreiber 24.01.2013 20:40 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

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Hindernisse auf dem Sparkurs

Fürstenwalde (MOZ) Ihre beiden weiterführenden Oberschulen an den Kreis als Träger übergeben, das sollte die Stadt auf Vorschlag der Verwaltung aus haushaltspolitischen Sparzwängen dringend tun. Gegen dieses Vorhaben regt sich jedoch Protest.

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Seit einigen Monaten wird über die Zukunft der beiden Fürstenwalder Oberschulen heftig diskutiert, nun könnte eine Lösung in Sicht kommen, die zum einem die Stadtkasse etwas entlasten und die Schulen dem Ort lassen könnte. Es wäre ein "Mittelweg", sagt die Vorsitzende des Kultur- und Sozialausschusses, Elke Wagner (SPD), die auch dem Kreistag angehört. Dort ist eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die erstmals am 29. Januar in Beeskow zusammenkommt und bis zur Kreistagssitzung am 20. Februar einen für alle Seiten akzeptablen Vorschlag erarbeiten soll.

In der Runde werden als Fürstenwaldes Vertreter Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst und auch Elke Wagner sitzen. Angestrebtes Ziel: Der Kreis erhöht seine Schüler-Pauschalen und verringert damit die Belastungen für die Kommunen. Dies hätte auf Dauer wahrscheinlich eine Erhöhung der Kreisumlage, die die Kommunen zu zahlen haben, zur Folge, ist sich die Fürstenwalder Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling sicher. Dies hieße aber auch, dass sich dann die Orte, die keine eigenen, kommunalen weiterführenden Schulen haben, ihre Kinder aber an die Fürstenwalder Bildungseinrichtungen schicken, an den Schulkosten über die Kreisumlage mit beteiligen werden würden.

Rein rechtlich spricht nichts dagegen, dass der Kreis die weiterführenden Schulen in seine Obhut nimmt. Beim ehemals Städtischen Gymnasium hatte dies in Fürstenwalde auch funktioniert, und keiner diskutiert heute mehr über die Änderung dieser Schul-Trägerschaft. Laut Brandenburgischem Bildungsgesetz gehören die weiterführenden Oberschulen in die Trägerschaft eines Landkreises. Einige Orte jedoch, darunter neben Fürstenwalde auch Erkner, Bad Saarow, Storkow und Müllrose, wollten ihre weiterführenden Bildungseinrichtungen behalten.

Fürstenwalde erhielt 2011 dafür vom Landkreis exakt 444,73 Euro pro Schüler. Für die rund 500 Lernenden der Spree- und der Gagarin-Oberschule flossen damit 2011 rund 224 000 Euro aus der Kreiskasse in den Stadthaushalt. Allerdings nur für die Schüler aus Fürstenwalde. Für die, die aus dem Umland kommen, gibt es keine Unterstützung.

Doch im Laufe der Zeit sind die Aufwendungen für die beiden Schulen stark angestiegen, sagt Stadtsprecherin Anne-Gret Trilling. "2011 fehlten in Fürstenwalde 370 000 Euro, im vorigen Jahr sogar 410 000 Euro." Beispielsweise mussten für notwendige Arbeiten an den Schulen Kredite aufgenommen werden, deren Zinsen zu begleichen sind, erklärt Elke Wagner. Kühl haushaltstechnisch kalkuliert wäre die Sache klar.

Aber an beiden Oberschulen wollen Schüler, Eltern und Lehrer bei der Stadt bleiben. Schließlich, so argumentiert Ute Schädlich, Direktorin der Spreeschule, sprächen die gute Ausstattung und die Beliebtheit der Fürstenwalder Schulen auch bei Familien im Umland, kurze Wege zur Verwaltung, gut funktionierende Netzwerke für ein Festhalten am Bewährten. Auch ihr Kollege, Karl-Heinz Wittig von der Gagarin-Oberschule in Nord, meint, dass Geld nicht alles sei. Bürgernähe und das Miteinander bei Projekten seien entscheidende Argumente, um die Schulen im Ort zu lassen.

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