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Joachim Eggers 30.01.2013 20:03 Uhr
Red. Erkner,

heimat/lokalredaktionen/erkner/artikel5/dg/0/

Wo Raser nie geblitzt werden

Erkner/Woltersdorf (MOZ) Die Berliner Stadtgrenze prägt auf ganz unterschiedliche Weise das Leben in den Orten rund um Erkner. In einer Serie beleuchtet die MOZ, wo und wie diese Grenze zum Tragen kommt. Heute: Wo und wie die Polizei zusammenarbeitet - und wo nicht.

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Irreführend: Hinter diesem Ortsschild gehört die Straße zu Berlin - Erkner liegt links und rechts davon.

© MOZ

Text ColorText ColorWer von Erkner nach Woltersdorf fährt, muss sich durchgehend an Tempo 50 halten. Dieses Limit ergibt sich aus den Ortseingangs-Schildern in beiden Fahrtrichtungen. Doch wird auf dem Abschnitt zwischen der Straße Am Reiherhorst in Erkner und dem Ortseingang Woltersdorf gern deutlich schneller gefahren. Aber die Polizei steht dort nie mit ihren Blitzen. Denn auf dem fraglichen Abschnitt, etwa 700 Meter lang, gehört die L 30, die hier Woltersdorfer Landstraße heißt, zum Territorium von Berlin. Auf 500 Metern dieser Strecke ist es ausschließlich der Straßenkörper, der zur Hauptstadt gehört und damit eine Landverbindung zur Exklave Springeberg bildet, die der Hauptstadt einen Zugang zum Flakensee sichert. Links und rechts der Straße ist Brandenburg.

Text ColorText ColorTrotzdem kann die Brandenburger Polizei den Verkehr dort nicht überwachen. "Gezielte Kontrollen außerhalb der Landesgrenzen dürfen wir nicht durchführen", sagt Dietmar Keck, Vize-Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums. "Wir können auf Berliner Territorium nämlich kein Messgerät aufstellen." Etwas anderes sei es, wenn eine Ordnungswidrigkeit festgestellt werde - oder eine Straftat.

Text ColorText ColorPeter Salender, der Sprecher des Frankfurter Polizeipräsidiums, streicht die gute Zusammenarbeit über die Landesgrenze auf dieser Strecke heraus. So würden die Maßnahmen gegen die zurzeit wieder verbreiteten Wohnungseinbrüche abgestimmt. Die dazu eingesetzte Soko Villa arbeite eng mit der Direktion 6 in Berlin - zuständig für Treptow-Köpenick - zusammen. "Wir wollen ja nicht, dass zivil gekleidete Ermittler von den Uniformierten auf der jeweils anderen Seite der Landesgrenze verhaftet werden", sagt Salender.

Text ColorText ColorText ColorText ColorDiese formalisierte Zusammenarbeit gibt es aber nicht in jedem Fall, wie ein Vorgang aus dem Herbst 2012 zeigt. Am 6. Oktober, einem Sonntag, stellte die Berliner Polizei an der Strecke der Woltersdorfer Straßenbahn, die von Rahnsdorf durch den Wald nach Woltersdorf fährt, einen angesägten Baum fest, der auf die Oberleitung fiel. Die Berliner veröffentlichten den Vorgang im Internet. Zwei Tage später wurde ein angesägter Baum an der Tram-Strecke in Woltersdorf festgestellt; auch er wäre unweigerlich auf die Oberleitung gefallen, wäre er nicht vorher bemerkt worden. Die Brandenburger Polizei erfuhr erst im Nachhinein von dem Vorfall auf Berliner Territorium.

Bürgermeister Rainer Vogel bat die Bürger damals um Wachsamkeit und sprach von Anschlägen. Auch die Fürstenwalder Polizei erkannte in dem Zusammenspiel der beiden Vorfälle eine neue Qualität des Geschehens und kündigte eine Neubewertung an. Man habe sich dazu mit den Berlinern verständigt, sagte Salender jetzt, aber keinen Täter ermittelt.

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