Frankfurt (MOZ) Der SV Armwrestling besteht 18 Jahre. Er hat sich stabil entwickelt, ist erwachsen geworden und schickt sich an, am Sonnabend in Hanau seinen deutschen Mannschaftstitel zu verteidigen.
Starke Truppe: Klaus-Dieter Hein, Jörg Däbel, Udo Weiss, Oliver Groth, Georg Kölle, Andre Eichberg, Ronny Liefeldt, Max Heckendorf, Andre Riske, Silas Pröhl, Daniel Balzer, Axel Bodinka, Danilo Grafe und Sten Lippert (hintere Reihe von links); Dirk Hammer
Begonnen hatte alles 1993. Da organisierten einige Fitnesscenter die erste Frankfurter Meisterschaft im Armdrücken. Ein Jahr später gründeten starke Männer den SV Armwrestling. Mit Udo Weiß und Dirk Hammerschmidt sind zwei der damaligen Champions und Gründungsmitglieder heute noch dabei. "Anfangs gingen wir in Diskos und Kneipen, um Aufmerksamkeit zu erringen, für den Sport zu werben", weiß auch Klaus-Dieter Hein.
Der Vereinsvorsitzende ist selbst noch in der Seniorenklasse, die hier Masters heißt, im Limit über 80 Kilo aktiv. Und er kann stolz auf über 50 deutsche Einzeltitel und Medaillen bei EM und WM für den Verein verweisen. "Wir sind mittlerweile die stärkste Kraft im Osten und weg vom Kneipen-Image", urteilt der 45-Jährige. Dazu gehöre auch ein intaktes Vereinsleben. "Wir sitzen nach dem Training im Stadtwerke-Haus an der Thomasiusstraße öfter auch ganz privat beisammen, feiern gemeinsam Geburtstage, machen Kahnfahrten, beteiligen uns beim Drehgestellschieben des Stadtverkehrs und beim Busziehen bei den Hansefesten", zählt Hein auf.
Mit Udo Weiß und Andre Riske stehen immerhin zwei Oderstädter in der "Hall of Fame" des deutschen Armwrestlings, die aktuell 16 Namen umfasst. Allerdings fristet dieser Kraftsport, der in den 80-er Jahren nach dem Film "Over the Top" mit Sylvester Stallone in den USA geboren wurde, hierzulande noch ein wenig ein Dasein als "Exot".
Ganze 21 Vereine sind in Deutschland registriert. Wolfsburg mit dem Autokonzern im Rücken bestimmte lange Zeit die Szenerie. Jetzt hat Hanau die Rolle im Westen übernommen, Frankfurt (Oder) ist Hochburg geblieben. Zum Armwrestling mit getrennten Vergleichen für den rechten und den linken Arm benötigt man nicht viel: einen stabilen Wettkampftisch mit Polsterung für Ellenbogen und einen Haltegriff sowie zwei Kampfrichter. Gekämpft wird im Stehen nach dem Kommando "Ready - go!". "Da entscheidet oft eine Hundertstelsekunde", weiß auch Daniel Balzer. "Nicht nur Schnellkraft ist vonnöten, sondern vor allem Technik und Reaktionsvermögen", schätzt der 70-Kilo-Mann ein, der gestern 23 Jahre wurde.
Von Vorteil wären Hände so groß wie Klosettdeckel und ein starkes Handgelenk. Für die 25. deutschen Titelkämpfe am Sonnabend in Hanau sehen sich die Frankfurter wieder gut aufgestellt. 16 Athleten treten die Fahrt ins Hessische an. Titelhoffnungen dürfen sich neben den unverwüstlichen 41-jährigen Udo Weiß und Dirk Hammerschmid unter anderem Jungtalent Andre Eichberg und Axel Budinka machen. Die Mannschaftsmeisterschaft ist zugleich ein Einzelturnier in den neun Gewichtsklassen von 60 Kilo bis zur offenen Klasse (über 110 kg). Mit Andre Riske wird eine Stütze wegen Hausbaus und Familie fehlen. Ob die erkrankte WM-Sechste Gina Swietek dabei sein kann, ist noch fraglich.
Großer Anreiz: die besten Titelträger werden den deutschen Verband bei den Weltmeisterschaften im September in Sao Paulo vertreten. Da möchte auch der DM-Vorjahresdritte Daniel Balzer hin. "Im März beim Slowakei-Turnier mit starken Osteuropäern, US-Amerikanern, Polen und Schweden sollte man weitere Erfahrungen sammeln", wünscht sich der Erzieher aus dem Kinderheim Rosengarten. Jedenfalls spart er schon lange an, um solche Höhepunkte finanzieren zu können. "Da muss man selbst tief in die Tasche greifen und Bittbriefe an Sponsoren schicken", macht er auf ein Problem aufmerksam.
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23.05.2012 09:14:30 BJ
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23.05.2012 09:14:02 BJ
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23.05.2012 09:12:54 Elke
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Oje.
23.05.2012 09:09:33 zombie1969
Gut so...