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Martin Stralau 25.01.2013 06:50 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Mainmetropole und Odermetropölchen

Frankfurt (MOZ) Am Freitag ist Welt-Gegenteiltag. Wenn Sie das Gegenteil behaupten - bitte. Dazu ist der Tag ja da. Der Stadtbote nutzt ihn für einen nicht ganz ernst gemeinten Blick auf Frankfurt (O.) und Frankfurt/M. Wer ihn ernst nehmen möchte, darf das natürlich, schließlich ist... Na, Sie wissen schon.

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Hätte Prinz Chaos II ganz unbedarft den ersten Vorschlag seines Navigationsgerätes befolgt, er wäre in Frankfurt am Main angekommen. Da der Künstler aber den Unterschied zwischen O. und M. kennt, trat er im November 2012 doch noch beim Musikfestival Transvocale im richtigen Frankfurt - dem an der Oder - auf, für das er schließlich gebucht war. Beim Publikum kam die Anekdote gut an.

Ob man gerade im richtigen oder falschen Frankfurt ist, hängt immer vom Auge des Betrachters ab und davon, auf oder in welcher Seite dieses Gegenteilspaares man sich befindet. Zumindest im falschen Film fühlte sich 1995 Axel Schulz, freischaffender Filmproduzent aus Frankfurt/M.. Nachdem sein boxender Namensvetter aus Frankfurt (O.) gegen George Foreman im Ring gestanden hatte, konnte er sich vor Anrufen kaum retten, wie der "Spiegel" vermeldete. Schon am Vorabend des Kampfes in Las Vegas habe bei Schulz (West) pausenlos das Telefon geklingelt. "Schenk ihm ein!" oder "Hau drauf!" feuerten ihn seine Verehrer an.

Gegenteilig ist so einiges in den beiden Frankfurts. Die Zeil, Haupt-Shoppingmeile in Frankfurt am Main, war 2012 mit etwa 13 000 Passanten pro Stunde Deutschlands beliebteste Einkaufsstraße. Die Magistrale im hiesigen Frankfurt wird auch stark genutzt, in erster Linie aber als Zubringer Richtung Slubice.

Fairerweise muss man dazu sagen, dass auch die Einwohnerzahlen weit auseinanderklaffen. Während die Mainmetropole im vergangenen Jahr den 700 000. Bürger begrüßen durfte, freut sich Frankfurt (O.), wenn es seinen Stand von knapp unter 60 000 noch ein bisschen halten kann. Die werden übrigens von einer Stadtverordnetenversammlung regiert, in der die Linke mit 19 Mitgliedern die mit Abstand stärkste Fraktion stellt. Im anderen Frankfurt haben die Genossen kaum etwas zu melden, hier bildet die CDU mit 28 Mandaten die stärkste Fraktion, die Linken kommen auf fünf. Erschreckend: NPD und Republikaner haben jeweils ein Mandat. Auch in diesem Punkt ist Frankfurt (O.) glücklicherweise ein Gegenteil von Frankfurt/M.

Ein Beispiel hingegen könnte sich die Oderstadt am Zustand des Regierungssitzes in Frankfurt/M. nehmen. Während der Römer das letzte Mal 2010 saniert wurde, bröckelt das oderstädtische Rathaus vor sich hin, weil fünf Millionen Euro für die Sanierung fehlen.

Auch in punkto Fußball kann man das Gegenteil nur beneiden. Der beste Club der Oderstadt, der 1. FC Frankfurt, liegt auf Platz 10 der Brandenburgliga und damit nicht nur im Niemandsland der Tabelle, sondern auch ganz weit weg vom Profifußball. Bundesliga-Mitglied Eintracht Frankfurt hingegen schnuppert derzeit an der Champions-League.

Stolz auf die Gegenteiligkeit kann man aber beim Thema Apfel sein. Der auch "Stöffche" genannte Apfelwein, das Nationalgetränk in Mainhattan, schmeckt für Auswärtige wie Klebstoff. Wer genug davon getrunken hat, babbelt am Ende Hessisch. Dann doch lieber 'n knackiger Appel oder der Wein daraus aus Markendorf, wa?

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