Freitag, 19. September 2014
ABO-ButtonABO-ButtonABO-Button



Ihre MOZ jetzt im WM-Abo

Annette Herold 30.01.2013 17:50 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/

Stillstand bei Bus und Straßenbahn

Frankfurt (MOZ) Auf Bus und Bahn mussten Frankfurter und Pendler Mittwochmorgen in der Oderstadt verzichten. Zur Durchsetzung höherer Löhne bei den Verkehrsbetrieben im Land hatte die Gewerkschaft Ver.di zum Warnstreik aufgerufen.

heimat/lokalredaktionen/frankfurt-oder/artikel9/dg/0/1/1096512/
Entschlossen: Mit einem Warnstreik in der Frühschicht haben SVF-Mitarbeiter Mittwochmorgen am Betriebstor auf ihre Lohnforderungen aufmerksam gemacht.  

Entschlossen: Mit einem Warnstreik in der Frühschicht haben SVF-Mitarbeiter Mittwochmorgen am Betriebstor auf ihre Lohnforderungen aufmerksam gemacht.

© Michael Benk

Wer Mittwochfrüh zur Arbeit oder zur Schule wollte, gelangte jedenfalls nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin. Mit Beginn der Frühschicht standen bei der Stadtverkehrsgesellschaft SVF alle Räder still; Bis 8.45 Uhr fielen mehr als 40 Busse und Straßenbahnen aus. Gefahren sind lediglich die Busse, für die die SVF Dienste der Firma Homann nutzt. Unter anderem drehte deshalb auch ein von den Cottbuser Verkehrsbetrieben geliehener Bus seine Runden.

Wer konnte, wich aufs Auto aus. Taxis schienen gefragter als sonst, sobald am Bahnhof ein Zug eintraf, fuhren die Wagen mit Passagieren davon. Andere gingen im Berufsverkehr zu Fuß. Schüler seien ihrem Eindruck nach von dem Streik nicht so betroffen gewesen, berichtete Kerstin Müller, stellvertretende Leiterin der Grundschule Am Botanischen Garten. Verspätet habe sich eine Lehrerin, die zu Fuß vom Bahnhof zur Schule kam. Von Verspätungen in den Größenordnungen war auch an anderen Schulen nichts zu hören. Schüler und Lehrer hätten sich anders beholfen, um zur Schule zu kommen, war etwa an der Friedensgrundschule zu erfahren.

Hintergrund des Warnstreiks sind Lohnforderungen der Beschäftigten von Brandenburgs öffentlichen Nahverkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft Ver.di spricht von Erhöhungen um sechs Prozent und einer Arbeitszeitverkürzung. Für den Ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger eine legitime Forderung. Im Vergleich zu ihren Kollegen im öffentlichen Dienst hätten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe auf beträchtliche Summen verzichtet, rechnet er am Tor der Stadtverkehrsgesellschaft vor. Dort haben sich Mittwochmorgen nicht nur die zur Frühschicht eingeteilten SVF-Mitarbeiter versammelt. "Hier sind auch Kollegen dabei, die eigentlich frei haben", sagt Carsten Thiele, Bus- und Straßenbahnfahrer und im Ehrenamt Gewerkschaftssprecher. Froh ist er, dass sich die gesamte Frühschicht beteiligt hat und Bus und Bahn im Depot geblieben sind. Es gehe nicht darum, die Fahrgäste zu verärgern, sondern darum, den Arbeitnehmerforderungen Nachdruck zu verleihen.

Dafür habe er durchaus Verständnis, sagt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann am Nachmittag. "Ein Warnstreik ist in einem Rechtsstaat ein legitimes Mittel zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen." Den Zeitpunkt des Arbeitskampfes hält er allerdings für unpassend. "Das hätte auch zu weniger verkehrsstarken Zeiten passieren können", moniert Ebermann und fügt an, dass er sich auch eine zeitigere Information gewünscht hätte. "Dann hätten wir auch unsere Fahrgäste genauer in Kenntnis setzen können", sagt er. Die SVF hatte seit Dienstagnachmittag auf ihren elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen darauf aufmerksam gemacht, dass am nächsten Morgen ein Warnstreik drohe.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Weitere Nachrichten aus Frankfurt (Oder)

Über Kirschen, große Kunst und Leidenschaft
19.09.2014 23:47

Über Kirschen, große Kunst und Leidenschaft

(MOZ) Frankfurt Am Donnerstag fand der siebente MOZ-Talk "Haltestelle Frankfurt" im Kleist Forum statt. Abiturientin Vanessa Srebny, Brigitte Rieger-Jähner, Direktorin der Museen Junge Kunst und Viadrina, sowie Ex-Profi-Boxweltmeister Henry Maske erzählten... mehr

19.09.2014 22:44

SVV will EU-Büro im Bolfrashaus

Frankfurt (MOZ) Die Stadtverordnetenversammlung hat sich am Donnerstag per Beschluss klar für die Ansiedlung des deutsch-polnischen Gemeinsamen Technischen... mehr

19.09.2014 22:40

Stefan Hahnert übernimmt für ein Spiel

Frankfurt (MOZ) Stefan Hahnert sitzt am Sonnabend um 15 Uhr als hauptverantwortlicher Trainer auf der Bank des Fußball-Kreisoberligisten FC Union Frankfurt im... mehr

19.09.2014 07:23

Mit der historischen Bahn zur Party

Mit der historischen Bahn zur Party

Frankfurt (MOZ) Mit viel Kultur und Gesprächsrunden wird am Sonnabend der Tag für die Fahrgäste gefeiert. Die Museumswerkstatt öffnet ihre Türen und lädt zu... mehr