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Annette Herold 30.01.2013 17:50 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

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Stillstand bei Bus und Straßenbahn

Frankfurt (MOZ) Auf Bus und Bahn mussten Frankfurter und Pendler Mittwochmorgen in der Oderstadt verzichten. Zur Durchsetzung höherer Löhne bei den Verkehrsbetrieben im Land hatte die Gewerkschaft Ver.di zum Warnstreik aufgerufen.

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Entschlossen: Mit einem Warnstreik in der Frühschicht haben SVF-Mitarbeiter Mittwochmorgen am Betriebstor auf ihre Lohnforderungen aufmerksam gemacht.

© Michael Benk

Wer Mittwochfrüh zur Arbeit oder zur Schule wollte, gelangte jedenfalls nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln dort hin. Mit Beginn der Frühschicht standen bei der Stadtverkehrsgesellschaft SVF alle Räder still; Bis 8.45 Uhr fielen mehr als 40 Busse und Straßenbahnen aus. Gefahren sind lediglich die Busse, für die die SVF Dienste der Firma Homann nutzt. Unter anderem drehte deshalb auch ein von den Cottbuser Verkehrsbetrieben geliehener Bus seine Runden.

Wer konnte, wich aufs Auto aus. Taxis schienen gefragter als sonst, sobald am Bahnhof ein Zug eintraf, fuhren die Wagen mit Passagieren davon. Andere gingen im Berufsverkehr zu Fuß. Schüler seien ihrem Eindruck nach von dem Streik nicht so betroffen gewesen, berichtete Kerstin Müller, stellvertretende Leiterin der Grundschule Am Botanischen Garten. Verspätet habe sich eine Lehrerin, die zu Fuß vom Bahnhof zur Schule kam. Von Verspätungen in den Größenordnungen war auch an anderen Schulen nichts zu hören. Schüler und Lehrer hätten sich anders beholfen, um zur Schule zu kommen, war etwa an der Friedensgrundschule zu erfahren.

Hintergrund des Warnstreiks sind Lohnforderungen der Beschäftigten von Brandenburgs öffentlichen Nahverkehrsunternehmen. Die Gewerkschaft Ver.di spricht von Erhöhungen um sechs Prozent und einer Arbeitszeitverkürzung. Für den Ver.di-Verhandlungsführer Jens Gröger eine legitime Forderung. Im Vergleich zu ihren Kollegen im öffentlichen Dienst hätten Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe auf beträchtliche Summen verzichtet, rechnet er am Tor der Stadtverkehrsgesellschaft vor. Dort haben sich Mittwochmorgen nicht nur die zur Frühschicht eingeteilten SVF-Mitarbeiter versammelt. "Hier sind auch Kollegen dabei, die eigentlich frei haben", sagt Carsten Thiele, Bus- und Straßenbahnfahrer und im Ehrenamt Gewerkschaftssprecher. Froh ist er, dass sich die gesamte Frühschicht beteiligt hat und Bus und Bahn im Depot geblieben sind. Es gehe nicht darum, die Fahrgäste zu verärgern, sondern darum, den Arbeitnehmerforderungen Nachdruck zu verleihen.

Dafür habe er durchaus Verständnis, sagt SVF-Geschäftsführer Michael Ebermann am Nachmittag. "Ein Warnstreik ist in einem Rechtsstaat ein legitimes Mittel zur Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen." Den Zeitpunkt des Arbeitskampfes hält er allerdings für unpassend. "Das hätte auch zu weniger verkehrsstarken Zeiten passieren können", moniert Ebermann und fügt an, dass er sich auch eine zeitigere Information gewünscht hätte. "Dann hätten wir auch unsere Fahrgäste genauer in Kenntnis setzen können", sagt er. Die SVF hatte seit Dienstagnachmittag auf ihren elektronischen Anzeigetafeln an den Haltestellen darauf aufmerksam gemacht, dass am nächsten Morgen ein Warnstreik drohe.

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