Fürstenwalde (MOZ) Zahlreiche Fürstenwalder folgten am Donnerstag dem Aufruf der Stadtverordneten, des Bürgermeisters sowie der Plattform gegen Rechts und beteiligten sich an der Demonstration "Fürstenwalde bekennt Farbe: Gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus".
Generationsübergreifend: Die Teilnehmer des Zuges kommen aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten. Einige haben Transparente und Plakate dabei.
Es ist ein bunter Zug, der sich gegen 16.30 Uhr am Marktplatz in Bewegung setzt, um über die Eisenbahnstraße zum Bahnhof und von dort durch die Friedrich-Engels-Straße zum Ottomar-Geschke-Platz zu marschieren. Nicht zu überhören ist eine Gruppe junger Leute aus Fürstenwalde, Storkow und Umgebung, die sich schnell an die Spitze der Demonstration setzt und aus ihrer antifaschistischen Gesinnung keinen Hehl macht. "Wir haben uns zusammengeschlossen, weil wir den Nazis keine Chance geben wollen", sagt ein junger Mann, der seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen will.
Offensiver sind Franziska Poschang (19) und Doris Halmozsan (17), die mit etwa 30 Stammgästen der Jugendeinrichtungen Alpha und Paule 49 für Toleranz und Menschlichkeit demonstrieren. "Es ist wichtig, dass unsere ausländischen Mitbürger sehen, dass sie nicht allein sind, sondern dass wir hinter ihnen stehen", sagt Franziska. Und Doris fügt hinzu: "Wir wollen eine gute, demokratische Gesellschaft, in der wir alle frei leben können." Die beiden jungen Frauen wollen auch zeigen, dass sie sich der Verantwortung, die die Deutschen für ihre Geschichte tragen, bewusst sind. "So etwas darf nie wieder passieren", sagen sie. Zahlreich vertreten ist der Fürstenwalder Schwimmverein. "Für uns ist die Teilnahme an der Demonstration eine Ehrensache, auch weil wir viele Kinder mit Migrationshintergrund unter unseren Mitgliedern haben", sagt der Vereinsvorsitzende Ulf Kiupel.
"Es freut mich sehr, dass heute so viele unterschiedliche Menschen gekommen sind", sagt Stephan Wende, Fraktionsvorsitzender der Fürstenwalder Linken, der im Dezember die Anregung für die gemeinsame Veranstaltung der Stadtverordneten und der Plattform gegen Rechts gegeben hatte. Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer auf etwa 200. "Was Sie heute hier zeigen, verdient Anerkennung und Respekt", so Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst in seiner Rede, in der er sich auch zur Pflicht zum Widerstand gegen Äußerungen der extremen Rechten bekennt. Im Anschluss legen die Mitglieder aller Fraktionen Blumen zu Gedenken an die Opfer des Holocaustes nieder.
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