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Cornelia Link 26.01.2013 08:03 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

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Kersdorfer Schleuse trotzt Winterruhe

Briesen (MOZ) Auch wenn seit Donnerstag in der Region der Schiffsverkehr aufgrund des Eises auf den Gewässern eingestellt wurde, Boote könnten die Kersdorfer Schleuse derzeit sowieso nicht passieren. Das Bauwerk von 1888 wird saniert und erweitert - dafür sind sogar hunderte Meter des Oder-Spree-Kanals leergepumpt.

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Leergepumpt: Der Vorhafen der Kersdorfer Schleuse hat kein Wasser mehr. So können die schweren Baufahrzeuge die Fläche weiträumig ausbaggern und auf den Untergrund des Kanals eine neue Ton- sowie Kies- und Steinschicht aufbringen.  

Leergepumpt: Der Vorhafen der Kersdorfer Schleuse hat kein Wasser mehr. So können die schweren Baufahrzeuge die Fläche weiträumig ausbaggern und auf den Untergrund des Kanals eine neue Ton- sowie Kies- und Steinschicht aufbringen.

© moz

Eine Schleuse auf dem Trockenen - dieses Schauspiel bietet sich Zaungästen auf der Brücke des Bauwerks, das die Spree mit Oder-Spree-Kanal verbindet, seit Jahren. Im April 2010 begannen hier die Arbeiten, um die 1904 errichtete, 9,80 Meter breite Nordkammer von 57 Metern auf 115 Metern zu verlängern. Damit verringert sich künftig das Schleusen für Schubverbände von 135 auf 49 Minuten. Ein Projekt, dass laut Bund die 1888 errichtete Schleuse ans transeuropäische Binnenwasserstraßennetz anschließt, lässt man sich einiges kosten. Allerdings: Nach der Sanierung der Schleuse in Wernsdorf (14 Millionen Euro) gibt der Bund auch für Kersdorf die gleiche Summe aus - offen bleibt allerdings, wann die Sanierung der dazwischen liegenden Schleuse Fürstenwalde kommt.

Der Schifffsverkehr und die Sportboote wurden im Zuge des Ausbaus durch die Kersdorfer Südkammer (67 Meter lang, 8,25 Meter breit) geführt, können nun nichteinmal mehr dies tun. Es gibt im unteren Vorhafen der Schleuse auf rund 300 Metern Länge kein Wasser mehr im Oder-Spree-Kanal. Seit Oktober wurde es aufwändig abgelassen, der Rest mit langen Rohrsystemen über Land in die Spree gepumpt. Benötigt wird trockener Boden, denn laut Sven Thumernicht, Baubevollmächtigter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, muss im unteren Vorhafen der Höhenunterschied der Anschluss-Dichtung gehoben werden. Dafür wird die Fläche ausgebaggert, erhält eine 30 Zentimeter hohe Tonschicht, eine Geotextil-Lage, die Wasser durchlässt und obenauf zum Schutz vor den Schiffsschrauben noch eine 60 Zentimeter hohe Gesteinsschicht, die im vollgefluteten Kanal keinen Schaden an den Booten verursachen werden. Gefunden habe man beim Kanal-Leeren keine Fische oder Muscheln. "Es ist ja ein künstlich angelegtes Gewässer", so der Baubevollmächtigte.

Gut vorangekommen sei man auch am Schleusenkörper direkt. Verbaut sind bislang fast 1500 Tonnen Spundbohlen, 784 Tonnen Bewehrungsstahl, fast 10 000 Kubikmeter Beton und 96 Tonnen Stahl, um die alte Nordkammer zu sanieren, das im Oder-Spree-Kanal vorgesetzte Teil mitsamt Oberhaupt fertigzustellen. Erledigt sind auch die Arbeiten am Unterhaupt, dem Ausgang der Schleuse zur Spree - auch wenn dort die alte Beton-Substanz das Projekt mittlerweile in einjährigen Verzug gebracht hat. "Wir werden aber 2013 fertig", betont Sven Thumernicht und erklärt, derzeit liege man bei 11,5 Millionen Euro an reinen Baukosten, werde am Ende die 14 Millionen Euro auch nicht überschreiten.

Die knapp 40 000 Kubikmeter Bodenaushub, die sich in großen Hügeln neben der Baustelle erheben, werden wieder für Dammbau und Betriebswege verwendet. "Seit Dezember sind die Arbeiten am Schleusenkörper abgeschlossen, da war es noch frostfrei. Derzeit wird die Elektrik gelegt, im März kommen die neuen Tore für das Unterhaupt." Bis dato sei auch das alte Schleusenbetriebsgebäude denkmalgerecht saniert und ist das Werkstatthäuschen für die Elektronik fertig. Im Frühjahr beginnen erste Test-Schleusungen, die Freigabe der gesamten Schleuse ist für Sommer geplant.

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