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Lea Sophie Lukas 28.10.2011 20:36 Uhr - Aktualisiert 29.10.2011 13:01 Uhr
Red. Fürstenwalde, fuerstenwalde-red@moz.de

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Diskussion über Friedwald

Fürstenwalde (MOZ) Darüber, dass aufgrund des demografischen Wandels auch über alternative Bestattungsformen nachgedacht werden muss, waren sich die Mitglieder des Sozialausschusses am Donnerstagabend einig. Getroffen hatten sie sich dieses Mal in der 1. Oberschule.

  © MOZ

Dass die Sitzung des Sozialausschusses in der 1. Oberschule an der August-Bebel-Straße stattfand, hatte seinen guten Grund und war Schulleiterin Ute Schädlich zu verdanken. Sie hatte die Vertreter der Stadt eingeladen, um zu zeigen, welche Umbauarbeiten mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket II im Gebäude realisiert werden konnten.

„Es war mir ein Bedürfnis, Ihnen persönlich zu danken“, sagte Ute Schädlich und präsentierte stolz das neue Computerkabinett, in das rund 17 000 Euro geflossen sind. Auch der Umbau des Treppenhauses und die Schaffung eines neuen Bibliotheks- und Konferenzraumes im Erdgeschoss wurden durch die Bereitstellung von weiteren 200 000 Euro ermöglicht. Bis Ende des Jahres soll die Schule nun auch noch einen neuen Namen erhalten – zur Diskussion stehen Ketschendorfer Schule oder Ernst-Siebke-Schule.

Im zweiten Tagesordnungspunkt ging es am Donnerstagabend um den demografischen Wandel, den Wegzug vieler jüngerer Fürstenwalder und den damit einhergehenden Bedarf der Älteren, sich mit alternativen Bestattungsformen zu befassen. Elke Wagner (SPD) wies darauf hin, dass intensive Grabpflege von Angehörigen heute oft als Belastung empfunden werde. Die Stadt müsse auf ihren Friedhöfen deshalb auch andere Gestaltungsmöglichkeiten bieten. „Bei einem Friedwald besteht keine Pflicht zu pflegen“, sagte Wagner. Es sei an der Zeit, sich mit den Thema auseinanderzusetzen, die Kosten zu klären und in Erfahrung zu bringen, welche Reaktionen neue Bestattungsmöglichkeiten – auch ein Stelenfeld sei beispielsweise möglich – in der Bevölkerung auslösen.

Zur Sitzung eingeladen war auch Stadtforstdirektor Thomas Weber, der sich ebenfalls dafür aussprach, Alternativen zu überdenken. Ein Friedwald biete, im Unterschied zu einer Wiese für anonyme Bestattungen, einen Ort der Trauer und Abschiednahme. „Ohne diese Möglichkeit leiden viele Angehörige.“ Wachsenden Zuspruch erfahre man auf dem bereits bestehenden Friedwald bei Hangelsberg. Im vergangenen Jahr wurden dort 123 Menschen bestattet, in diesem Jahr waren es bereits 109, erklärte Weber.

Ordnungsamtsleiter Christoph Malcher berichtete in diesem Zusammenhang, dass die Urnenwiese auf dem Fürstenwalder Hauptfriedhof, wo anonyme Bestattungen bisher möglich waren, in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehe. „Die Wiese ist voll. Sie muss geschlossen werden.“

Zudem verwies Malcher auf einen weiteren Trend: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Erdbestattungen von 256 im Jahr 1992 auf 44 im Jahr 2010 deutlich zurück gegangen. Die Zahl der Urnenbestattungen ist indes gestiegen, von 158 im Jahr 1992 auf 203 im Jahr 2010.

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