Fürstenwalde (MOZ) Der Arbeitskreis Suchtprävention Fürstenwalde feierte gestern sein 20-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt der Arbeit der derzeit 14 Mitglieder steht die Entwicklung neuer Ideen und erlebnisorientierter Angebote, die Kinder und Jugendliche dazu animieren, sich mit dem eigenen Umgang mit Alkohol, Zigaretten und Drogen auseinanderzusetzen.
Bildunterschrift:
Der Arbeitskreis Suchtprävention Fürstenwalde: Kai-Uwe Strohbach, Cindy Heck, Bernd Kramarczyk, Heike Dudek, Jessica Boche, Dr. Sigrid Richter, Silke Mattusch, Bernd Dausel und Uwe Redmann (v.l.)
Gründungsmitglied Uwe Redmann ließ gestern die Höhepunkte des 20-jährigen Kampfes gegen das Rauchen, gegen Alkohol- und Drogenkonsum Revue passieren. „Zu unseren ersten Themen gehörten die Raucherinseln, die nach der Wende auf den Schulhöfen eingerichtet wurden“, erinnert er sich. Das sei „pädagogischer Unsinn“ gewesen, genauso gut hätte man an die 16-Jährigen auch Bier verteilen können. Der Arbeitskreis hatte damals immer wieder zu Diskussionen an den Schulen angeregt, diese Praxis zu hinterfragen.
Weitere Schwerpunkte der Arbeit waren das Rauchen und der Alkoholkonsum in Jugendfreizeiteinrichtungen sowie die Aufklärung über illegale Drogen. „Das Alkoholproblem gab es schon zu DDR-Zeiten, wir wollten nicht, dass noch weitere Süchte hinzu kommen“, beschreibt Dr. Sigrid Richter, die 1991 Amtsärztin war, warum sie damals zur Gründung der Arbeitsgruppe Suchtprävention auf Kreisebene angeregt hatte.
Ab 1998 entwickelten die Mitglieder des Arbeitskreises, zu denen auch Vertreter der Stadt Fürstenwalde, des Gesundheitsamtes und der Polizei sowie Sozialarbeiter, Streetworker und Suchttherapeuten gehörten, ein erlebnisorientiertes Angebot zur Suchtprävention, nämlich die Straße der Sucht. An zunächst sechs Stationen konnten Kinder und Jugendliche sich mit dem Thema Sucht auseinandersetzen, den eigenen Umgang mit Alkohol, Zigaretten und Drogen reflektieren und Lösungsansätzeentwickeln. Inzwischen wurde die Straße der Sucht auf elf Stationen erweitert, die darauf ausgerichtet sind, die Teilnehmer zu aktivieren. Sei es, indem sie ihre Gefühle auf eine echte Waage legen, mit der Rauschbrille die Wirkung von Alkohol und Drogen am eigenen Leib erfahren oder beim Tabu-Spiel ohne Worte miteinander kommunizieren und so Gefühle auszudrücken lernen. Der Parcours wurde bislang mehr als 100 Mal mit Schülern ab der 7.??Klasse bis zur Berufsausbildung durchgeführt.
Die Straße der Sucht sei ein wichtiger Inhalt des Arbeitskreises, wenn auch nicht der einzige, betonte Redmann. Er wies erneut auf das Problem hin, dass es derzeit im gesamten Landkreis Oder-Spree keine hauptamtliche Suchtpräventionsfachkraft gebe. Eine Situation, mit der auch die Sozialarbeiter in den Jugendeinrichtungen unzufrieden sind. „Prävention ist ein wichtiges Thema. Wir brauchen dabei die Unterstützung von außen“, sagten Cindy Heck vom Süd- und Kai-Uwe Strohbach vom Nordclub.
Koordiniert wird der Arbeitskreis von Stadtjugendpflegerin Jessica Boche, 03361 557169. Neue Mitglieder, Hinweise und Ideen sind willkommen.
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