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Marxdorf (MOZ) Die Gärreste aus der Biogasanlage Seelow kommen nach Marxdorf. Das hatte der Unternehmer Heinz-Josef Volmer im Gemeinderat klargestellt. Ob sie zwischengespeichert werden dürfen, entscheidet der Kreis. Die Gemeinde Vierlinden hat das Vorhaben zunächst abgelehnt.
Verkehrte Welt im Vierlindener Gemeinderat: Erst wurde beschlossen, dann diskutiert. Streitpunkt war der Gärrestbehälter, den die Gut Marxdorf GmbH, seit 2006 eigenständige Tochter der KTG Agrar AG, am Ortsrand errichten will. Den hatten Bürgermeister Dirk Ilgenstein und Amtsdirektorin Roswitha Thiede in einem Eilbeschluss im Dezember abgelehnt und sich damit auf die Bedenken aus dem Marxdorfer Ortsbeirat berufen. Diese Entscheidung wurde von der Mehrheit der Gemeindevertreter am Mittwoch nun bewilligt. Da es sich um eine privilegierte Baumaßnahme im Außenbereich handelt, gehen die Beteiligten davon aus, dass der Behälter dennoch genehmigt wird.
Sollten die Einwände entgegen den Erwartungen Erfolg haben und der Behälter nicht gebaut werden, könnten jeweils im Frühjahr und im Herbst 30Lkw pro Tag durchs Dorf rollen. "Das wollten wir ja eben nicht", sagte Hans-Josef Volmer als Gast im Gemeinderat. Aus seiner Sicht werde mit dem Behälter eine Entlastung für die Dorfbewohner erreicht. Die Landwirtschaftsfahrzeuge könnten von hinten an den Speicher heranfahren und die Masse auf den abgrenzenden Feldern ausbringen.
Die Gärreste kommen aus der Biogasanlage der Firma in Seelow. Dort werden 60 Prozent Mais gemeinsam mit Ganzpflanzensilage, Grasluzerne, Hirse und Zuckerrüben zu Energie vergoren, die Restmasse als Dünger auf die Felder gebracht. Eine Umwandlung von Nahrungsmitteln in Energie, die auch in Vierlinden vielen sauer aufstößt. "Über die Nahrungsmittel, die täglich im Müll landen, redet niemand", sagt Heinz-Josef Volmer. Die 5000Kubikmeter werden auf die Felder kommen, so der Unternehmer, ob sie in Marxdorf zwischengespeichert werden oder nicht.
Mit dem Behälter allerdings könnten die Reste das gesamte Jahr über in den Ort gefahren, der Verkehr zu den Stoßzeiten entzerrt werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte Volmer im Gemeinderat angekündigt, auf seinem Land eine Zuwegung zum Gärrestbehälter zu schaffen. Diese soll 20 Meter hinter dem Ortseingangsschild, 50 Meter vor der ersten Wohnbebauung beginnen und über 100 Meter als Teerstraße zum Zwischenspeicher führen. 45000Euro will sich die Firma das kosten lasten und so aus Volmers Sicht die Staub und Lärmbelastung der Dorfbewohner mindern. In der Planung findet sich dieser Weg noch nicht, merkte Marxdorfs Ortsvorsteher Martin Wilde an. Wenn die neue Zuwegung zum Bestandteil des Bauantrags wird, könnte man noch einmal darüber reden. "Ich stehe zu meinem Wort", hatte Heinz-Josef Volmer im Gemeinderat mehrmals bekräftigt. Reden wollen er und Wilde nun noch einmal in einer außerordentlichen Sitzung des Ortsbeirates. Das hatte Bürgermeister Dirk Ilgenstein vorgeschlagen. Das Gemeindeoberhaupt habe nach eigenen Angaben beim Kreisbauamt auch um Fristverlängerung der Stellungnahme gebeten. Diese sei abgelehnt worden.
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