Seelow (MOZ) Der CDU-Ortsverband „Oderbruch“, dem Mitglieder aus Seelow und Seelow-Land sowie den Ämtern Neuhardenberg und Golzow angehören, hatte am Montag zu einem Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Beate Blechinger geladen. Verbandsvorsitzender André Höhne und sein Stellvertreter Frank Schütz konnten ?15 Gäste im Seelower Büro des Bundestagsmitgliedes Hans-Georg von der Marwitz begrüßen, der zugleich Vorsitzender des Kreisverbandes ist.
Beate Blechinger genügten wenige Stichworte, um mit den Teilnehmern der Tafelrunde ins Gespräch zu kommen. Ein wichtiges Thema dabei war die von der Landesregierung in die Diskussion gebrachte „Inklusion“. Beate Blechinger, die von 1969 bis 1999 als Lehrerin gearbeitet hatte, erläuterte dabei ihren Standpunkt, dass die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in Brandenburg nicht mit der Brechstange erfolgen könne. Das entwickelte System der Förderschulen im Land sollte erhalten werden, weil die Kinder mit Behinderung dort viel größere Chancen auf Bildung erhalten würden als durch die Versetzung in Regelschulen. „Dort besteht die Gefahr von Ausgrenzung viel mehr als im Schutz der Förderschulen“, so die Landtagsabgeordnete. Darin sei sie sich auch mit vielen Landräten und anderen SPD-Politikern einig. Blechinger lenkte die Aufmerksamkeit ihrer Gesprächspartner auf eine aus ihrer Sicht viel akutere Problematik. „Untersuchungen haben gezeigt, dass der Anteil von Jungen mit Lernbehinderungen im Land viel größer ist als der von Mädchen. Wir brauchen ein Programm zur Jungenförderung“, erklärte die erfahrene Pädagogin. Da offenbar neben ideologischen Vorstellungen auch Einsparungsziele im Bildungsbereich im Umfang von rund 25 Millionen Euro Hintergründe der Förderschuldebatte seien, schlägt die Landtagsabgeordnete vor, doch besser bei solchen Vorhaben zu sparen wie dem sogenannten Bibermanagement oder dem Versuch, Wölfe in Brandenburg anzusiedeln.
Beim Thema Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Alleen erklärte Blechinger zum Erstaunen ihrer Gesprächspartner, dass das Thema nicht einmal im Landtag diskutiert worden ist. Um das zu erreichen, wäre ein Volksbegehren erforderlich. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es gegen Tempo 70 auf ?Alleen rasch viele Unterschriften gibt“, ermunterte sie den Ortsverband. Der hatte sich bereits im vorigen Monat klar gegen die Geschwindigkeitsbegrenzungen ausgesprochen.
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