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Gabriele Rataj 31.01.2013 07:12 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Mit der Pisten-Raupe ins Moor

Altlandsberg (MOZ) Im Februar wird es im Naturschutzgebiet Wegendorfer Mühlenfließ etwas unruhiger als sonst zugehen. Im Auftrag der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg finden dort Pflege- und Renaturierungsmaßnahmen statt.

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Es ist allerhand herangewachsen auf den teils stark durchnässten Flächen neben den Fließ-Armen westlich von Neuhönow. Nicht nur schilfartiger Bewuchs herrscht an vielen Stellen vor, auch Weidenbüsche, Sträucher, junge Erlen haben sich dort angesiedelt, wo in Jahren und Jahrzehnten immer weniger Nutzung erfolgte.

Was der Spaziergänger vielleicht leidenschaftslos betrachtet oder aber schön findet, ist keineswegs im Sinne der Biologen, Hydrologen und Naturschützer. Zunehmende Verbuschung würde das in diesem Bereich vorherrschende Niedermoorgebiet beeinträchtigen - eine Entwicklung, der das von der Europäischen Union geförderte Life-Natur-Projekt "Kalkmoore" einen Riegel vorschieben möchte.

Langes Elsenfließ und Wegendorfer Mühlenfließ zählen zu solchen Kalkmooren, wie es sie in Brandenburg noch an einigen Stellen gibt. "14 solcher Moorprojekte betreuen wir im Land", gibt Dr. Holger Rößling, Projektleiter bei der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, Auskunft. Allein im Landkreis Märkisch-Oderland und angrenzenden Bereichen sind es fünf Moorgebiete, die dazu zählen. So am Maxsee bei Hoppegarten/Mü., in den Lange Dammwiesen bei Strausberg und Hennickendorf, im Ruhlsdorfer Bruch und im unteren Gamengrund nahe Gielsdorf.

Seit 2010 ist die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg in die EU-weiten Bestrebungen zum Erhalt der Kalkmoore involviert. Bis zum Auslaufen der Förderperiode 2015 könne dabei zwar nicht flächendeckend vorgegangen werden, so Dr. Rößling, dafür aber punktuell und dabei stets in Absprache mit den Eigentümern bzw. auf Flächen, die der Naturschutzfonds gekauft habe. Gegenwärtig ist man beispielsweise in den Lange Dammwiesen damit beschäftigt, auf einer Fläche die Beweidbarkeit mit den Heckrindern von Nabu-Mitglied Gerd Haase herzustellen.

Denn das ist laut Holger Rößling die eine Schiene, um den Erhalt solch extremer Standorte langfristig zu sichern: diese zu beweiden. Die andere ist der Einsatz von Technik, wie sie demnächst bei Neuhönow erfolgen wird. Denn gemäht worden ist dort vor etwa zwei Jahren schon einmal, nun ist das Strauch- und Buschwerk an der Reihe.

Mit speziell dafür umgebauten Pisten-Raupen wird eine Lübbener Firma das auf etwa ein bis zwei Hektar Fläche übernehmen, kündigt der Projektleiter an. Ohne ein Schiebeschild, wie für Skigebiete nötig, dafür aber mit Vorrichtungen, die kleinere Gehölze schneiden und gleich schreddern. "Das geschieht auf eine Weise, dass Weiden und Ähnliches nicht gleich wieder austreiben", sagt Dr. Rößling. Den Rest erledigen später Schäfer Knut Kucznik mit den Wasserbüffeln oder den Schafen. Damit das Moor Moor bleibt.

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