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Daniela Windolff 21.02.2012 21:01 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Das war der letzte Tanz

Angermünde (MOZ) Es war ein Abgesang mit Würde und Humor. Die Träne der Wehmut mischte sich mit Lachtränen. Vor 550 Gästen feierte der Angermünder Karnevalsverein Rot-Weiß seine allerletzte Party in der ausverkauften Mehrzweckhalle. So viel Zuspruch hätten sich die Angermünder Narren auch in den Vorjahren gewünscht.

  Kehraus beim Angermünder Karneval: Das Besengeschwader der Frauengruppe wirbelte noch einmal tüchtig Staub auf. © MOZ

Die Blütezeit des Angermünder Karnevals schien vorbei, viele Karten blieben unverkauft, viele Plätze leer, die Kosten stiegen, der Nachwuchs in den eigenen Reihen schwand, neue Ideen hatten es schwer ...

Doch eine Abrechnung in Bitterkeit blieb aus.

Was bleibt, ist die Erinnerung an 25 Jahre Angermünder Karneval und die Hoffnung, dass es irgendwann einen Neuanfang geben wird.

Wer hätte 1986 gedacht, dass aus der ersten Faschingsparty im damaligen Kreiskulturhaus - "Schuppen" genannt - ein Vierteljahrhundert Karnevalstradition werden würde?

Die Büttenreden mussten damals der SED-Kreisleitung vorgelegt werden, die schon ab und zu den Rotstift zückte, wenn gar zu bissig Missstände wie Wohnungsnot und Versorgungsengpässe aufs Korn genommen wurden. Der erste Präsident war Uwe Hütteroth. Einige Protagonisten der ersten Zeit sind bis heute dabei geblieben: Familie Kobelt, Siegfried Soldan, Wilfried und Hildegard Lötzke, Angelika Svarovsky, Wilfried Kühn und viele andere. Überlebt hat auch die Angermünder Karnevalshymne aus der Feder von Horst Kobelt, nach der auch zum Abschied geschaukelt und mitgesungen wurde.

Wilfried Kühn ließ die 25 Jahre im Zeitraffer vorbeiziehen: In der Blütezeit des Angermünder Karnevals brachte die Wende einen Knick. "Wir hatten nur 30 Gäste. Mit uns 40 Aktiven waren wir immerhin 70 und feierten trotzdem fröhlich", erinnert sich Wilfried Kühn. 1992 wurde das letzte Mal im "Schuppen" gefeiert.

Man zog ein paar Mal um: in den Berliner Hof, in die Ehm-Welk-Turnhalle und schließlich ab 1999 in die große Mehrzweckhalle. Alles wurde immer größer, alles wurde immer teurer. "Wir mussten nun alles allein machen: vom Eintritt über die Garderobe, Stühlerücken bis zum Aufräumen nach der Party." Immer öfter mussten die Vereinsmitglieder Geld aus eigener Tasche zuschießen, um die Kosten zu decken.

Dennoch gab es viele unvergessene Höhepunkte wie den großen Umzug durch die Stadt zum zehnjährigen Bestehen 1996, die legendäre DDR-Party 1999, die 775-Jahr-Feier 2008 ...

Wachtmeister Tippel, Susan und Martin, die Buddelkastenszene und die Sportlerriege wurden Kult. 130 Mädchen tanzten in 25 Jahren in der Funkengarde. 23 Prinzenpaare, 40 Elferräte, drei Bürgermeister zählt die Statistik. Am Aschermittwoch ist nun Schluss. Endgültig. Vielleicht.

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