Schwedt (MOZ) "Le petit café" - dieses kleine Café in der Vierradener Straße ist für viele Schwedter und Besucher ein Geheimtipp. Die Gäste sitzen, umgeben von den kunstvollen Kacheln, die die Wände der ehemaligen Fleischerei schmücken, auf gemütlichen Sofas und Sesseln, lassen sich Kaffee oder die beliebte Kirschtorte schmecken und werden dabei von einem jungen, sympathischen Paar mit französischem Akzent bewirtet.
Übergabe: Die Franzosen Maurine Gaudry (li.) und Laurent Plumensi verlassen Schwedt nach anderthalb Jahren wieder. Silvia Wegner betreibt das Café weiter.
Laurent Plumensi und seine Freundin Maurine Gaudry kamen vor anderthalb Jahren nach Schwedt, um sich im Laden des Onkels eine kleine Existenz aufzubauen. Ein mutiges Abenteuer, vor allem für die junge Französin, die kein Wort Deutsch konnte.
Jetzt haben sie beschlossen, wieder zurück in die Heimat zu gehen. "Wirtschaftlich hat das Café gut geklappt, das ist es nicht", erzählt der 29-jährige Laurent, "wir leben hier gut und haben viele nette Leute getroffen und Unterstützung gehabt. Aber uns fehlt schon ein wenig die bekannte Kultur, die wir von zu Hause kennen." Er meint Heimat. Die studierten Logistiker haben Hoffnung, in Toulouse bei Airbus Arbeit zu finden, und verabschieden sich diese Woche aus der Stadt.
Der Hauch vom Flair französischer Caféhaus-Kultur soll Schwedt dennoch erhalten bleiben. Die Unternehmensberaterin Silvia Wegner möchte das Café im jetzigen Stil weiterführen. Als sie vor einem Jahr aus Hamburg in ihre Heimatstadt Schwedt zurückkehrte, entdeckte sie wie viele andere das Café als kleines Highlight. Als die Freunde Laurent und Maurine einen Nachfolger suchten, entschloss sie sich kurzerhand, selbst Betreiberin zu werden. Sie möchte den Stil und das Angebot des französischen Cafés beibehalten, mit dem neuen Namen "Le petit huguenot" (Der kleine Hugenotte) eine Reminiszenz an den alten Namen zu bieten . Zur beliebten Kirschtorte, deren Rezept bereits weitergegeben ist, will die junge Frau zusätzlich Croque, die französische Form des Sandwiches, als Imbiss in die Karte aufnehmen.
Vergangene Woche hat Silvia Wegner das Café gemeinsam mit Laurent und Maurine betrieben. "Uns war wichtig, dass das Café weiter so existiert", erklärt Laurent und half seiner Nachfolgerin bei allen Fragen, die erst im Betrieb auftauchen. So lernten die ersten Gäste die neue Betreiberin schon kennen. Ende März möchte Silvia Wegner das Café mit neuem Namen und ein paar Sitzplätzen mehr neu eröffnen.
Die beiden jungen Franzosen lebten und arbeiteten in einer Zeit in Schwedt, in der viel über Fremdenfeindlichkeit und Rassismus diskutiert wurde, nachdem der Ausländerbeauftragte Ibraimo Alberto die Stadt mit schweren Vorwürfen verließ. "Das haben wir nicht erlebt, überall, wo wir hinkamen, wurden wir freundlich und herzlich aufgenommen", sagt Laurent. Er spielte in Criewen Fußball, sie war öfter in Stendell reiten, beide lebten in einer WG mit einer Schauspielerin mitten in der Stadt. "Schwedt war sehr große, gute Erfahrung für uns", bestätigt Maurine und fügt unsicher hinzu: "Sagt man so?" Heute kann sie schon viele deutsche Wörter, auch wenn sie noch nicht alles versteht. Was die beiden Cineasten jedoch am meisten in Schwedt vermissten, war ein Kino, das Filme im französischen Original zeigt.
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28.05.2012 15:24:38 Schmidt
Zeit wirds
28.05.2012 15:19:46 B. Schimmack
@FREIE HEIDI - schlechter Vergleich
28.05.2012 15:00:19 red
warum nicht mal was anderes?
28.05.2012 14:54:29 Steuerfahnder
Steuerproblem
28.05.2012 14:52:39 Kein Autofahrer
Nachtrag - ein bißchen mehr Sachlichkeit beim Thema