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Gartz (MOZ) In der Hofpause zwischen zwei Kampfhähnen schlichten. Ein Kind über eine schlechte Zensur hinwegtrösten. Nach Unterrichtsschluss zu Brettspielen und Bastelarbeiten einladen - dies und noch mehr gehört zu den Aufgaben von Karyna Splettstößer. Sie ist Schulsozialarbeiterin in der Grundschule Gartz.
Zwischen Schulhefter und Brettspielen: Das Zimmer von Schulsozialarbeiterin Karyna Splettstößer ist in der Pause und nach dem Unterricht Anlaufpunkt für Mädchen und Jungen.
165 Kinder lernen an dieser Schule. Das Besondere - unter ihnen sind 40 polnische Kinder. Die Schulsozialarbeiterin spricht beide Sprachen fließend und ist für deutsche und polnische Kinder gleichermaßen eine Vertrauensperson geworden. Gegenwärtig sehnen die Schüler die Winterferien herbei, die in einer Woche beginnen.
In diesen Tagen hört Karyna Splettstößer die Feriensehnsucht der Kinder immer wieder. Angestellt und fachlich angeleitet wird sie vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk. Die Stadt Gartz zahlt für ihre Stelle pro Jahr einen Personalkostenzuschuss von 11 400 Euro. Das ist für die Stadt, die mit einem defizitären Haushalt arbeitet, ein enormer Kraftakt.
Bisher haben die Stadtverordneten jedes Jahr aufs Neue die Kofinanzierung dieser Stelle bewilligen müssen. Neuerdings wird das Geld von vornherein in den Haushalt eingestellt. Die Gartzer Stadtverordneten haben dies einstimmig beschlossen. Die Stadt wird diese Stelle also auch weiterhin bezahlen. Dabei hat Gartz gerade wegen der Bewältigung dringend notwendiger Bauarbeiten einen Kredit aufgenommen.
"Schulsozialarbeit an einer Grundschule mit deutschen und polnischen Kindern sehen wir als absolute Notwendigkeit an", sagt der Gartzer Bürgermeister Burkhard Fleischmann (SPD). "Wir leisten uns diese Stelle, obwohl das Geld knapp ist. Kontinuität ist in der Arbeit mit Kindern sehr wichtig."
Alle Fraktionen in der Gartzer Stadtverordnetenversammlung sehen das genau so. Sylvia Steinhauser (CDU) bekennt: "Es fällt uns schwer, dieses Geld jetzt dauerhaft zu bewilligen. Aber wenn wir eine gute Betreuung für unsere Kinder wollen, dann müssen wir auch dazu stehen. Frau Splettstößer macht eine ganz tolle Arbeit. Ich kann mich seit Jahren davon überzeugen."
Karyna Splettstößer absolviert mit Schülern der 2. bis 4. Klasse das Projekt "Soziales Verhalten". Darin wird der Umgang miteinander geübt - die gegenseitige Achtung und wie man streitet, wenn man streitet.
Das Bekenntnis der Stadtverordneten ist wichtig für das EJF. So kann das Fürsorgewerk die Stellen für die Schulsozialarbeit beim Landkreis beantragen, der ebenfalls seine Förderung beisteuert.
Im Bereich des EJF in Schwedt sind Schulsozialarbeiter am Talsand, im Dreiklang, der Förderschule Am Schlosspark und in der Tabalugaschule Vierraden tätig. 2012 fördert Schwedt erstmals auch Schulsozialarbeit an den Grundschulen. Im Amt Gartz ist Karyna Splettstößer die einzige Schulsozialarbeiterin.
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