Schwedt (MOZ) Die Einbruchsserie in Eigenheime hat am Freitag ihre Fortsetzung gefunden. Unbekannte Täter versuchten, in zwei Häuser in Meyenburg einzubrechen. Bei einem gelingt es ihnen. Die Polizei, noch immer ohne Spur der Täter, verschweigt den Fall.
Das Eigenheim der Familie L. in Meyenburg ist wie prädestiniert für die Täter. Außenlage eines Eigenheimgebietes, schwer einsehbarer Terrassenbereich. Große Terrassentüren zum Garten. Frau L. fährt kurz nach 8 Uhr nach Schwedt. Als sie um 11.40 Uhr zusammen mit ihrem Sohn das Haus betritt, wundert sie sich kurz, warum anscheinend der Vater inzwischen etwas gesucht hat und dabei solche Unordnung hinterließ. Bis sie wie erstarrt stehen bleibt, dem Sohn zuruft, nichts anzufassen und zum Telefon greift, um die Polizei zu rufen. Alles ist durchwühlt, Ringe, Ketten, Geld für die Fahrschule des Sohnes, Gutscheine für Media-Markt und Oder-Center, Laptop, Playstation, Nintendo Wii sind weg. Die Täter hatten ein Terrassenfenster fachmännisch ausgehebelt, davon sind kaum Spuren zu sehen.
Später wird bekannt, dass dieser Einbruch Nummer 20 der Serie ist, die auf das Konto vermutlich ein und derselben Tätergruppe geht, die seit Wochen Schwedt und nun auch das Umland unsicher macht. Wenige Häuser von Familie L. entfernt versuchten die Täter offenbar Minuten vorher, durch ein Fenster ins Haus von Familie H. zu gelangen. Ein abgebrochenes Stück Fensterrahmen verrät die Stelle. Doch vermutlich haben wachsame Nachbarn die Täter gestört. Aus dem Giebelfenster sah eine Frau ein Auto vor dem Haus, das sie nicht kannte. Sie öffnete das Fenster, wollte nachsehen, was im Schutz eines Carports gegenüber vor sich ging. Das muss die Täter gestört und verscheucht haben.
Zum ersten Mal wurden Tatverdächtige in der Nähe des Tatortes beobachtet. Zeugen berichten von einem großen und einem kleinen Mann, etwa im Alter von 25 bis 30 Jahren, die eilig durch das Wohngebiet gingen. Sie hatten Kapuzen und Mützen tief ins Gesicht gezogen. Ein dritter Verdächtiger wurde in einem Auto gesehen.
Familie H. hat inzwischen Flugblätter im Ort verteilt und aufgerufen, dass Nachbarn untereinander auf Häuser und Grundstücke aufpassen, auf verdächtige Fahrzeuge und Personen achten, sich informieren, in Kontakt bleiben und im Fall von Beobachtungen schnell die Polizei kontaktieren.
Der Einbruch und der Einbruchsversuch geschahen bereits am Freitag. Kurze Zeit später befragte unsere Zeitung Polizeichef Hans-Jürgen Klinder zur Einbruchsserie. Über die neuen Vorfälle in Meyenburg informierte Klinder nicht. Auch der Pressedienst der Polizei meldete die Fälle wie sonst üblich nicht. Auf Nachfrage bestätigte die Polizei erst am Mittwoch den geglückten Einbruch. Von einem versuchten Einbruch sei nichts bekannt.
Die Täter, die mittlerweile Freitags-Bande genannt werden, weil die meisten ihrer Einbrüche am Freitag Vormittag geschahen, hinterließen dieses Mal deutlich sichtbare Spuren im Schnee des Vorgartens, offensichtlich von Marken-Turnschuhen. Die Polizei wollte sich zu den Fällen jedoch nicht äußern. Sie schwieg mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen.
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