Schwedt (moz) Von Eva-Martina Weyer
Zum Ehrenmitglied ernannt: Brücke-Frauen Leonore Mieczkowski, Rita Fischer sowie Doris Schulze vom Kulturamt (v. l.).
„Immer mittwochs“ lautet die gängige Verabredung, wenn sich der Schwedter Kulturverein Die Brücke trifft. Seit 1991 kommen die Mitglieder regelmäßig zusammen – zu Galeriebesuchen, Konzerten, Lesungen, Exkursionen in Brandenburg und Europa. Vorgestern hat Die Brücke ihren 20. Geburtstag gefeiert und heimste von Gästen und Freunden viel Lob ein.
Wenn am Mittwochvormittag besonders viele Fahrräder vor dem Treffpunkt Kosmonaut stehen, dann kann man sicher sein: Die Mitglieder von der Brücke sind da. Der Ruf des Vereins, niveauvolle Veranstaltungen zu bieten bei einem gleichermaßen diskussionsfreudigen wie familiären Klima, dieser Ruf hat sich längst herumgesprochen. Rund 100 Mitglieder gehören inzwischen zum Verein.
Sie bringen immer neue Ideen zu Veranstaltungen mit ein und stellen manchmal wie Heike Müller mit Bedauern fest: „Da waren wir schon, das haben wir schon gemacht.“
Solcherart Anekdoten sind in der Broschüre festgehalten, die sich der Verein zu seinem 20-jährigen Bestehen selbst zum Geschenk gemacht hat. Auf der Festveranstaltung wurde das Heft erstmals vorgestellt. Viele Mitglieder haben daran mitgewirkt. „Es ist eine Broschüre entstanden, die mit wunderschönen Federzeichnungen unseres Freundes Christian Metzner, mit Fotos aus unserem Archiv vervollständigt, eine Dokumentation unseres Vereinslebens ergibt“, fasste Vereinsvorsitzende Eleonore Höpfner die rund einjährige Arbeit zusammen.
Eine Lesung aus diesem Jubiläumsheft stand im Zentrum der Feier im Treffpunkt Kosmonaut. Der langjährige Wegbegleiter des Vereins, Wilfried Schütze, spricht in seinem Beitrag sogar davon: „Mein Monte Carlo heißt Schwedt“. Diese Erkenntnis geht auf den Ausspruch einer bulgarischen Ingenieurin zurück, die ihm in einer Kleinstadt an der Grenze zu Rumänien sagte: „Wer selbst nichts zu unternehmen vermag, der langweilt sich sogar in Monte Carlo.“ Wilfried Schütze hat 1997 seinen ersten Vortrag im Kulturverein gehalten. Er bekannte, wenn er an Schwedt und Die Brücke denke, finde er den Satz bestätigt: „Man muss neugierig bleiben, dann bleibt man jung.“
Tatsächlich war dieses Jungbleiben ein Ausgangspunkt des Vereins. 1991 wollten sich viele Schwedter durch plötzliche Arbeitslosigkeit oder Vorruhestand nicht aufs Altenteil schieben lassen. Sie gründeten einen kulturell orientierten Freundeskreis, der sich anspruchsvollen Themen von der Schriftstellerlesung bis zum Musikvortrag widmet.
In seinem Grußwort zum Vereinsgeburtstag sagte Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl: „Veranstaltungen mit Niveau und Anspruch sind Markenzeichen des Vereins – das ist sein ganz spezieller Beitrag zur Bereicherung der Schwedter Kulturlandschaft.“ Außerdem wurden die Vorstandsmitglieder Rita Fischer und Leonore Mieczkowski zu Ehrenmitgliedern ernannt. Das fand den stürmischen Beifall der Anwesenden, die sich auch freuten, dass Doris Schulze vom Kulturamt als Streiterin für den Verein die gleiche Ehrung erhielt.
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