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Daniela Windolff 06.12.2011 21:16 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Friedas Honigkuchen

Angermünde (MOZ) Honigkuchen mit Mandeln, Lungensuppe, gebratene Krammetsvögel, gedünstete Körbelrübchen, gespickter Karpfen und zum Dessert Gelee vom Brunnenwasser - was sich wie die Speisekarte eines Gourmetrestaurants liest, ist nur eine Handvoll der Speisen, die vor 100 Jahren in uckermärkischen Küchen gekocht wurden. Von der einfachen Brotsuppe bis zur aufwendigen Taubenpastete, vom Rumtopf bis zu Armen Rittern hat die Angermünderin Frieda Amerlan vor mehr als 100 Jahren Rezepte ihrer Großmutter gesammelt und aufgeschrieben. "Unsere Großmutter galt nicht nur als Kochgenie, nein, sie war es auch. Mit den einfachen Mitteln, die eine Kleinstadt in der guten alten Zeit bot, wusste sie die schmackhaftesten Gerichte zu bereiten. Zum Kochenlernen wurde ich zu ihr in die hohe Schule geschickt", beschrieb Frieda Amerlan ihre Anfänge am "Herd des Hauses". Ihr 1897 erschienenes gleichnamiges Kochbuch, in dem sie die Fülle ihrer in den Lehrstunden bei der Großmutter gesammelten Rezepte, Küchen- und Haushaltstipps zusammenfasste, wurde deutschlandweit bekannt. Jetzt ist der historische Kochbuchklassiker, der wie kaum eine andere Rezeptesammlung regional typische Speisen aus einheimischen Zutaten ohne künstliche Zusätze und Konservierungsstoffe bietet, als hochwertige Reprintausgabe in der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk Angermünde erschienen. Karla Schmook hat sich mit diesem Prachtband der Koch- und zugleich Regionalgeschichte als einem der ersten eigenen Verlagsprodukte ihres Hauses einen Traum erfüllt. Mehr als ein Jahr lang dauerten die Recherchen, die bis in die Schweiz führten. Ergänzt wird der Reprint der Originalausgabe des Kochbuches "Am Herd des Hauses" mit einer Biografie der Frieda Amerlan, die 1841 im Fachwerkhaus Am Markt 11 in Angermünde geboren wurde. Im Vorwort beschreibt Frieda Amerlan, wie sie schon als junges Mädchen bei ihrer Großmutter die Kunst des Kochens, Anrichtens und auch des Konservierens lernte. Damals gab es keine Kühlschränke. Farbige Zeichnungen beschreiben die Fleischteile von Schwein und Ochsen, Hammel und Co.

  Schmökern im Kochbuch: Buchhändlerin Karla Schmook (l.) zeigt Marianne Sarow die Reprintausgabe "Am Herd des Hauses", die in ihrer Verlagsbuchhandlung gerade erschienen ist. Bäcker Klaus Schreiber (r.) hat daraus ein Honigkuchen-Rezept nachgebacken. © MOZ

Frieda Amerlan schrieb das Kochbuch besonders für die Jugend. "Liebe zur Sache ist das größte Geheimnis, das auch in der Küche den Erfolg sichert", gab sie ihr mit auf den Weg.

Junge Leute lesen heute darin wie in einem Geschichtsbuch und können noch immer auf das überlieferte Basiswissen der Ernährung zurückgreifen. Mit dem kostbaren Reprint hat die Verlagsbuchhandlung Ehm Welk ins Schwarze getroffen. Nicht nur Leser aus ganz Deutschland, sogar Gastronomen interessieren sich schon für diese überlieferte Kochkunst. Denn Frieda Amerlans nachkochbare Rezepte sind traditionell und garantiert Bio.

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