Kleine Wohnungen werden knapp

Frankfurt (Oder) (dpa) Durch den Abriss tausender Plattenbauten haben Arbeitslosengeld-II-Empfänger in Brandenburg wachsende Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche. Denn vom Stadtumbau-Ost sind meist besonders preiswerte Viertel betroffen.

Die benötigten kleinen Wohnungen würden knapp, sagte Hans-Joachim Kersten vom Mieterbund Cottbus-Guben und Umgebung. "Das wissen auch die Vermieter und erhöhen entsprechend die Mieten." Das bestätigt auch die Frankfurter Maklerin Brigit Schürg: "Die kleinen Wohnungen zum kleinen Preis sind knapp geworden." Zudem würden Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen durch Sanierungen teurer, Preise von bis zu 6,50 Euro seien auch in der schrumpfenden Oderstadt nicht selten.

Außerdem wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Fälle bekannt, bei denen Hartz-IV-Empfängern in Abrisshäusern immer wieder Ersatzwohnungen angeboten wurden, die vorgegebenen Hartz-IV:Kriterien gar nicht erfüllten.

Gefördert durch das Bund-Länder-Stadtumbauprogramm Ost sind nach Angaben des brandenburgischen Infrastrukturministeriums seit 2002 rund 29 000 Wohnungen im Land abgerissen worden. Insgesamt sollen es bis 2009 zwischen 50 000 und 55 000 sein. Damit fällt noch einmal ein Drittel der heute leer stehenden Wohnungen weg.

Obwohl Tausende fortziehen, werden gerade kleine Wohnungen knapp, wie auch auch Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) vor kurzem auf eine parlamentarische Anfrage antwortete. Grund sei auch, dass sich viele Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften trennten und deshalb eine weitere Wohnung benötigten.

Entspannt sieht die Lage dagegen in Schwedt (Uckermark) aus. "Wir haben nicht den großen Run - auch nicht auf Hartz-IV-taugliche Wohnungen", sagte Detlef Grosenick, Leiter der Wohnungsvermittlung bei der Wohnungsbaugenossenschaft Schwedt eG. Die Stadt hat in den vergangenen Jahren 5000 Wohnungen abgerissen, in den nächsten acht Jahren folgen nun nur noch 1000.

Und trotz des augenfälligen Abrisses von Wohnungen sieht die Schwedter WOBAG sogar in einem Segment einen Bedarf für neue Wohnungen, sagte Grosenick: Zielgruppe seien anspruchsvollere Kunden, die sich zwar eine höherwertige Wohnung, aber kein Eigenheim leisten können.



Sonntag, 29. Juli 2007 (18:10)



 

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