"Befreite" Felder

Von Hajo Zenker

Keine Frage: Es gibt eine Menge Argumente gegen den Einsatz von Genmais. Wirtschaftliche etwa: Die Abhängigkeit vom Saatgut- und Zubehörlieferanten nimmt die Landwirte an die kurze Leine. Und lässt den Nutzen für die Bauern fraglich erscheinen. Dazu kommt die sehr grundsätzliche Frage, ob es vertretbar ist, pflanzliche und tierische Erbanlagen zu vermischen. So etwas kommt in der Natur nicht vor. Und der Mensch sollte davon auch die Finger lassen. Zu unabsehbar sind die Folgen.

Da ist es kein Wunder, dass die übergroße Mehrheit der Deutschen dem Genmais und ähnlichen Verheißungen nichts abgewinnen kann. Und Gen-Lebensmittel ablehnt.

Wenn aber die so genannten Feldbefreiungen, also die Zerstörung von Genmais durch Demonstranten, zu einem Dauerzustand werden, dürfte die Ablehnungsfront in der Bevölkerung bröckeln. Wer dafür sorgt, dass Genmais-Gegnerschaft zunehmend mit Zerstörung von Eigentum und Rangelei mit der Polizei gleichgesetzt wird, verleiht der Genmanipulation den Anschein von Seriösität. Und spielt der Genmais-Lobby in die Hände.



Sonntag, 30. Juli 2006 (18:12)



 

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