Neue Drogenbeauftragte gegen Legalisierung von Cannabis
Berlin (ddp) Die neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), schließt eine Legalisierung von Cannabis kategorisch aus. Derartige Forderungen seien "nicht akzeptabel", sagte Bätzing der Nachrichtenagentur ddp. Das Problem des vor allem unter Jugendlichen deutlich gestiegenen Cannabiskonsums zähle zu den "drängendsten Aufgaben der Drogenpolitik", betonte die 30-jährige SPD-Politikerin.
Laut dem jüngsten "Bundeslagebild Rauschgift" des Bundeskriminalamtes war im vergangenen Jahr jeder zweite tatverdächtige Cannabis-Konsument jünger als 21 Jahre. Insgesamt stieg die Zahl der Konsumdelikte mit Cannabis um 20 Prozent.
Vor allem das ständig sinkende Einstiegsalter der Erstkonsumenten bezeichnete Bätzing als "problematisch". Daher sei es erfreulich, dass das vor fünf Jahren begonnene Bundesmodellprojekt "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten" inzwischen Wirkung zeige und viele Jugendliche vom Griff zu Haschisch und Marihuana abhalte.
Auch beim Thema Tabakkonsum wolle sie die erfolgreiche Politik ihrer Vorgängerin Marion Caspers-Merk (SPD) fortsetzen. So sei die Raucherquote bei 12- bis 17-Jährigen von 2001 bis heute von 28 Prozent auf 20 Prozent gesunken. Mitentscheidend für einen weiteren Rückgang der Raucherquote unter Jugendlichen sei ein "verantwortungsvolles Verhalten der Eltern", sagte Bätzing. "Wenn die eigenen Kinder zur Zigarette greifen, dürfen Eltern weder wegschauen noch mit drakonischen Strafen oder Gewalt überreagieren."
Sonntag, 25. Dezember 2005 (09:20)








