Manyim wahrt Kenia-Serie beim Berlin-Marathon - Japanerin Noguchi ungefährdet

Berlin (dpa) Umsteiger Philip Manyim hat beim 32. Berlin- Marathon für den siebenten Sieg eines Kenianers in Serie gesorgt und seiner Familie damit ein großes Geschenk gemacht. "Das habe ich für meine Angehörigen zu Hause getan. Die bekommen auch das Geld, was ich hier gewonnen habe", sagte der ehemalige Hindernisläufer gleich nach dem Zieleinlauf am Sonntag. In 2:07:41 Stunden gewann der 27 Jahre alte Afrikaner vor seinen Landsleuten Peter Chebet und Jackson Koech. Manyim kassierte ebenso 40 000 Euro Siegprämie wie die japanische Olympiasiegerin Mizuki Noguchi, die mit dem Asienrekord von 2:19:12 Stunden vor Luminita Zaituc (Braunschweig/2:27:34) dominierte.

"Ich musste mich erst drei Minuten setzen. Jetzt fühle ich mich wieder besser", sagte der völlig erschöpfte Triumphator Manyim, der in seinem erst dritten Marathon den größten Erfolg feierte. Noch vor einem Jahr war der Kenianer bei einem 3000-m-Hindernislauf in Hengelo frustriert ausgestiegen und hatte sich anschließend auf die längste olympische Laufstrecke begeben. "Das war ein hartes Rennen, auch weil es zum Schluss sehr warm wurde", sagte Manyim, der sich auf der von mehr als einer Million Zuschauern gesäumten Strecke bei Kilometer 27 von seinen Konkurrenten abgesetzt hatte.

Auf den Plätzen gab es ein dramatisches Finale zwischen zwei weiteren Läufern aus Kenia, die auch in diesem Jahr die Veranstaltung in Berlin bei den Männern dominierten. Der lange sicher auf Rang zwei liegende Koech erlitt kurz vor dem Ziel einen Schwächeanfall und wurde auf den letzten Metern von Chebet überholt. Mit letzter Kraft ins Ziel torkelnd, verwies Koech schließlich am Brandenburger Tor mit Joshua Chelanga, der vor zwölf Monaten auf Platz drei gekommen war, einen weiteren kenianischen Landsmann knapp auf den vierten Rang.

Das Rennen der Frauen war eine einseitige Angelegenheit für die Olympiasiegerin Mizuki Noguchi aus Japan. Beim fünften Marathon ihrer Karriere, dem ersten Citylauf mit Tempomachern überhaupt, hatte die nur 1,50 m große Profiläuferin anfangs Probleme mit dem Kopfsteinpflaster und den Straßenbahnschienen. Immer besser in Schwung kommend lief sie jedoch ein gleichmäßiges Tempo und verwirklichte ihr Ziel, den Asienrekord zu brechen.

Pech hatte Luminita Zaituc aus Braunschweig, die sich dem deutschen Rekord nähern wollte. "Ich hatte schon ab Kilometer 15 Krämpfe. Das war sicher auch Ergebnis der schweren Saison. Nun ist aber erst einmal Schluss mit der Lauferei für dieses Jahr", sagte die 36-Jährige, die noch auf der Zielgeraden von Krämpfen geschüttelt wurde und von einem Betreuer massiert werden musste. Trotzdem rettete Zaituc in 2:27:34 Platz zwei und damit eine Prämie von 20 000 Euro vor Asale Tafa aus Äthiopien.



Sonntag, 25. September 2005 (14:20)



 

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