Schock an der Zapfsäule
Von Oliver Fliesgen Bad Freienwalde (MOZ) Eine böse Überraschung erlebten gestern Morgen die Autofahrer, die ihren Tank auffüllen wollten. Die Kraftstoffpreise waren drastisch angestiegen. Der Liter Super kostete am Donnerstag 1,44 Euro, Dieselkraftstoff bis zu 1,22 Euro. An den Tankstellen in Wriezen und Bad Freienwalde waren die Zapfsäulen am Donnerstag verwaist. Nur selten fanden einzelne Autofahrer ihren Weg zur Tankstelle. Der Blick wanderte meistens verdrießlich zur großen Preistafel. "Im Radio habe ich gehört, dass die Rohölpreise gar nicht so hoch sind", sagt Renate Raasch aus Neuenhagen-Insel. Sie müsse jeden Tag rund 20 Kilometer zurücklegen. "Das ist nicht viel, aber mein Lebensgefährte muss schon 70 Kilometer bis zur Arbeit fahren", erklärt sie. Sie sammle übers Jahr die Tankquittungen und sei sich sicher, dass der Benzinpreis im letzten Jahr nicht so hoch war. Margot Pötter aus Wriezen kaufte sich im Tankshop lediglich eine Tüte
Feuerwehr Altreetz gründet Verein
Altreetz (off) Die Freiwillige Feuerwehr Altreetz plant Ende März die Gründung eines Fördervereins, um die Ortswehr gezielt unterstützen zu können. Am 29. März soll im Gerätehaus der Feuerwehr in Altreetz die Gründungsversammlung stattfinden. "Sinn und Zweck eines Feuerwehrfördervereins ist es, unsere Ortswehr zweckgebunden zu unterstützen", erläuterte gestern der Ortswehrführer Ulrich Leupelt. "Wir wünschen uns, dass nicht nur die Aktiven unserer Wehr Mitglieder des Vereins werden, sondern auch Freunde und Förderer." Bisher können Spenden nicht ortsgebunden eingesetzt werden, sondern wandern in den Topf des Amtes Barnim-Oderbruch, das die Gelder an die angehörigen Feuerwehren verteilt, so Leupelt. "Das Amt kann aber nicht für alles aufkommen. Das ist finanziell einfach nicht drin." Ein eigener Förderverein könne aber Spenden oder Sponsorengelder direkt in die Ortswehr fließen lassen. Er sehe ferner den Vorteil für die ehemaligen aktiven Wehrleute, weiterhin
"Unerhebliche Ausgaben" mit Zündstoff
Seelow (ulg) Eine falsche Schwerpunktsetzung in der Investitionspolitik des Landkreises hat Klaus Otto, Kreissauschussmitglied der Linken aus Hoppegarten, beim Straßenbau beklagt. Dem Kreistag liegt eine Informationsvorlage mit dem etwas sperrigen Titel "Unerhebliche über- und außerplanmäßige Ausgaben 2009 des Landkreises" vor. Darin wird berichtet, dass der Landkreis 55 000 Euro für eine Entwurfsplanung ausgegeben hat, die den Ausbau der Ortsdurchfahrt Seelow vorsieht. Die ehemalige B167, die jetzt als Kreisstraße die Nummer 6435 bekommen hat, soll mit Geld aus dem EU-Förderprogramm Interreg IVa ausgebaut werden. Unter anderem ist vorgesehen, dass die Seelower Kreuzung zum Kreisel umgebaut wird. Um die Fördermittel beantragen zu können, war die Planung nötig. Ähnlich liegt der Fall beim Ausbau der K6436 genannten Ortsdurchfahrt in Bad Freienwalde. Dort wurden 50 000 Euro für die Planung ausgegeben. Auch dafür stehen EU-Fördermittel in Aussicht. Gebaut werden beide Straßen
Drängewasser erwartet
Seelow (ulg) Im unteren Oderbruch hat sich die Binnenhochwasserlage etwas entspannt. Das hat Martin Porath, Geschäftsführer des Gewässer- und Deichverbandes Oderbruch, am Mittwoch eingeschätzt. Das Oderbruch profitiert von der trockenen Witterung mit den leichten Frostgraden und der damit verbundenen Verlangsamung des Wasserzuflusses. Würde das Wetter umschlagen und verstärkt Niederschläge bringen, könnte es ab sofort wieder sehr kompliziert werden, so Porath. Das Landesumweltamt hat in seiner Tagesmeldung am Mittwoch jedoch eingeschätzt, dass die Kaltluft wetterbestimmend bleibt. In den kommenden Tagen ist damit zu rechnen, dass von der Stromoder her verstärkt Drängewasser ins Bruch strömt. Die Wasserstände an den Pegeln Ratzdorf bis Kienitz zeigen bereits nach Durchlauf des Wellenscheitels weiterhin deutlich fallende Tendenz. Dagegen steigen die Wasserstände an den unterhalb Kienitz liegenden Pegeln der Grenzoder beim Scheiteldurchlauf kurzzeitig noch bis in Bereiche der
Dorfkirche feiert 170. Geburtstag
Neulietzegöricke (uki) Die Planungen zur Sanierung der Dorfkirche gehen ins zweite Jahr. Erste Veränderungen sollen schon in diesem Sommer vorgenommen werden. Ein großer Teil der Außenhülle und der Dachstuhl sollen restauriert werden. Über den Erhalt der Kirche sind sich die Dorfbewohner einig und schreiben fleißig Spendenbriefe. "Es ist eben eine Kirche im Bau, und das ist doch besser als eine Kirche, die zerfällt", sagt Friedrich Regenberg, Kirchenältester aus Neulietzegöricke, und macht sich für die Sanierung stark. Die Finanzierung des Projektes wird vor allem durch Spenden finanziert. Neben Konzerten in der Kirche sollen beim Dorffest im August oder zum "Tag des offenen Denkmals" am 12. September auch wieder Sachspenden zum Verkauf angeboten werden. Zudem wird es auch in diesem Jahr wieder die Aktion "Offene Kirche" geben, bei der an Wochenenden in den Sommermonaten die Kirchentüren für alle Interessierte offen stehen. Einem ganz besonderen Ereignis sehen die
Nachkriegszeit am besten dokumentiert
Altranft (sg) In spätestens zwei Jahren soll sie druckfähig auf den Tisch liegen: die Ortschronik von Altranft. Ute Lichtenberg aus dem Falkenberger Ortsteil Papierfabrik arbeitet schon seit einem Jahr intensiv an der Geschichte des Dorfes. Sie hat eine drei Jahre dauernde Kommunalkombistelle, die der Traditionsverein Altranft sowie die Jagdgenossenschaft Altranft/Sonnenburg ermöglicht hat. Ihren Arbeitsplatz hat sie im Freilichtmuseum. Ute Lichtenberg reist von Archiv zu Archiv, um Akten und andere Dokumente einzusehen, die die Geschichte von Altranft erhellen könnten. Das Dorf Ranft wurde 1375 erstmals im Landbuch Kaiser Karls IV. erwähnt. Die ersten Bewohner lebten von der Fischerei. Denn der Fischreichtum des Oderbruchs, das bis vor die Haustür reichte, war sehr groß. In diesen Wochen ist Ute Lichtenberg häufig in der "Brandenburgica" anzutreffen, dem Teil der Landesbibliothek in Potsdam, wo alte Bücher und Dokumente verwahrt und eingesehen werden können. Aus den
Quälerei im Freienwalder Heim angeklagt
Bad Freienwalde (MOZ) Sie hat die Zeit nie vergessen. Auch nach 29 Jahren nicht. Sabine L. verbrachte als 17-Jährige sechs Monate in dem sogenannten Durchgangsheim in Bad Freienwalde. Schreckliches habe sie dort erlebt. Bis heute lassen sie ihre Erinnerungen daran nicht los, so Sabine L. aus Heckelberg. Seit Jahren befindet sie sich in psychologischer Behandlung, seit 1996 ist sie Erwerbsunfähigkeitsrentnerin. Jetzt will die 47-Jährige eine Entschädigung haben. Und zwar nach dem Gesetz zum Ausgleich von DDR-Unrecht. Vor vier Wochen hat sie beim Landgericht Frankfurt (Oder) einen Antrag gestellt. Von Heike Stachowiak Sabine L. (*Namen geändert) fällt es schwer über ihre Zeit im "D-Heim" zu reden. Auch noch nach so vielen Jahren. Nur langsam und in wenigen Sätzen lässt sie die Erinnerung an jene sechs Monate im Jahre 1981 zu. Ihr Mann Peter L. hilft ihr. Er hat inzwischen die Erlebnisse seiner Frau zu Papier gebracht. Erst spät hat er davon erfahren. Lange Zeit habe sie ihre
Zweitauflage – Oldtimertreff in Heckelberg
Von Heike Stachowiak Heckelberg (hei) Nach der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr mit rund 1000 Besuchern wird es am 10. April die Zweitauflage des Heckelberger Oldtimertreffens und Teilemarktes geben. Der Feuerwehrverein 1843 und die Gemeinde Heckelberg-Brunow laden dazu ein. Veranstaltungsort ist der Mühlenhof in Heckelberg. Einer der Höhepunkte wird auch diesmal wieder die Oldtimerrundfahrt durch den Barnim sein. Die Tour ist ziemlich lang und geht über 90 Kilometer, informiert Felix Pezenburg vom Feuerwehrverein, auf MOZ-Nachfrage. Im vergangenen Jahr hatten sich an der Ausfahrt rund 80 Oldtimer beteiligt. Zusätzlich bieten die Heckelberger an diesem Tag eine Oldtimerbewertung an. Die nimmt der Kfz-Sachverständige, Peter Sperr, vor. Und natürlich gibt es für jeden Teilnehmer eine Urkunde. Wer noch Ersatzteile für sein Fahrzeug von anno dazumal sucht, ist am 10. April in Heckelberg genau richtig. Denn beim Teilemarkt wird sicher so mancher Liebhaber
Von der neuen Fachklinik bis zur Bürgerinitiative
Von Heike Stachowiak Bad Freienwalde (MOZ) Die Märkische Oderzeitung, Ihre Heimatzeitung, feiert 20. Geburtstag. Am 17. März 1990 erschien Ihre Tageszeitung erstmals als "Märkische Oderzeitung". Der "Neue Tag" war damit Geschichte. Das Jubiläum ist uns nicht nur Anlass genug, mit Ihnen zu feiern, sondern auch zurückzuschauen. Darauf, was in dieser Zeit geschehen ist, welche Veränderungen sich im rasanten Tempo vollzogen haben, welche Erlebnisse wir, als Redakteure, mit Ihnen, liebe MOZ-Leser, hatten. Wir laden Sie ein, blättern Sie mit uns gedanklich in 20 Jahren "Märkische Oderzeitung". Können Sie sich zum Beispiel noch daran erinnern, wo die MOZ 1990 ihre Redaktionsräume hatte? Das war in der Leninstraße 13, wie die Königstraße früher hieß. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten ein Bekleidungsgeschäft. Und genau dort wurden die ersten Ausgaben der MOZ produziert. Beinahe von einem auf den anderen Tag verschwanden aus den Redaktionsstuben die Schreibmaschinen,
Teehäuschen erinnert an Zigarrenkiste
Von Steffen Göttmann Bad Freienwalde (MOZ) "Das Dunkelbraun ist ein hässlicher Farbton." Die Bad Freienwalderin Irene Traut macht ihrem Ärger über den neuen Anstrich des Teehäuschens Luft. Sie sei nicht die einzige Bürgerin, die mit der Farbfassung nicht glücklich sei, sagt Reinhard Schmook, Schloss-Kastellan und Leiter des Oderlandmuseums. "Auch wir waren überrascht", gibt er zu. Die Farben seien in einem langwierigen Untersuchungsverfahren ermittelt worden. Die Holzteile seien zu Zeiten der Erbauerin, Königin Friederike Luise, dunkelbraun gestrichen gewesen. "Ich ärgere mich jeden Tag, wenn ich am Teehäuschen vorbeigehe", sagt Irene Traut. "Die Farbfassung ist nicht gut, denn das Dunkelbraun passt nicht zum Schlosspark." Mit den Bäumen im Hintergrund erscheine der Anstrich manchmal bläulich-violett. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Teehäuschen vor 200 Jahren so ausgesehen hat", äußert sich die Bad Freienwalderin. Sie hätte sich gewünscht, dass das Gebäude
Altglasbehälter künftig auf Beton
Beiersdorf-Freudenberg (sg) "Um die Glascontainer bei uns sammelt sich einiges an, was für Kinder gefährlich werden kann." Birgit Kronfeld, Bürgerin aus Beiersdorf, meldete sich in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Beiersdorf-Freudenberg zu Wort. Darüber hinaus bilde sich vor dem Stellplatz nach Regenfällen eine große Pfütze und versperre den Zugang. Fußgänger müssten einen großen Umweg in Kauf nehmen, wenn sie dorthin kommen wollen, ohne nasse Füße zu bekommen. Für ältere Bürger sei dies nicht zumutbar, erklärte die Beiersdorferin. Außerdem sehe das Umfeld um die Glascontainer nicht gut aus, Glassplitter liegen umher. Birgit Kronfeld schlug daher vor, dass beim anstehenden Frühjahrsputz im Ort auch der Stellplatz für die Wertstoffcontainer sauber gemacht werden sollte. Der Pfütze könne die Gemeinde nur zu Leibe rücken, indem ein Abfluss zum Dorfteich gelegt werde, sagte Bürgermeister Huwe. Das Problem an dieser Stelle sei schon länger
Schwammbefall fordert Handwerker heraus
Von Steffen Göttmann Bad Freienwalde (MOZ) Hinter der mit einer Plane verhängten Fassade des Hauses, Uchtenhagenstraße 3, neben dem Oderlandmuseum hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan. Trotz der strengen Minustemperaturen schritten die Bauarbeiten gut voran. In das Haus, das der Stadt Bad Freienwalde gehört, wird die Tourist-Information einziehen. "Die Bauleute haben die ganze Zeit gearbeitet", lobt Rainer Texdorf, seit 1. März Leiter des Bau- und Ordnungsamtes im Bad Freienwalder Rathaus. Lediglich als das Thermometer unter minus 20 Grad fiel, seien die Bauarbeiten kurzzeitig ausgesetzt worden. So dürfte das Haus, in dem sich die Uchtenhagen-Galerie befand, noch in diesem Jahr fertig werden. Danach wird die Tourist-Information aus dem Oderlandmuseum dorthin umziehen. Die Stadt investiert fast 645 000 Euro. "Wir haben das Haus zuerst entkernt und richten jetzt wieder die alten Holzbalkendecken her", berichtet der Bad Freienwalder Bauunternehmer
Strausberg verzichtet vorerst auf eine Klage
Strausberg (ufo) Die Stadt Strausberg hält derzeit wenig von einer eventuellen Klage gegen eine mögliche Erhöhung der Kreisumlage. Eine solche Klage erscheine aus den Erfahrungen anderer Landkreise zum gegenwärtigen Zeitpunkt "wenig Erfolg versprechend", antwortete Bürgermeister Hans Peter Thierfeld bei der Stadtverordnetenversammlung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Thomas Frenzel. Thierfeld verwies darauf, dass in der Arbeitsgemeinschaft des Städte- und Gemeindebundes Märkisch-Oderland der Haushaltsentwurf aus Seelow derzeit diskutiert werde. Dort sollten auch Abstimmungen zu möglichen Einwendungen erfolgen. Laut Bürgermeister sind Mitte März "wesentliche Eckdaten" des Kreishaushalts vorgestellt worden. Einwendungen könnten aber erst mit der Vorlage des kompletten Haushaltsentwurfs erarbeitet werden. Dies soll Mitte dieses Monats passieren. Er gehe davon aus, dass die Bürgermeister im Anschluss vom Landrat noch einmal eingeladen werden, um die Positionen gegenseitig
Gedenken an Koyenuma
Wriezen (uki) Rund 30 Gäste hatten sich am Dienstagnachmittag zur einer stillen Kranzniederlegung am Grab von Dr. Nobutsugu Koyenuma auf dem Kirchhof versammelt. Neben Bürgermeister Uwe Siebert war unter anderem Michael Tiedje, Schulleiter des evangelischen Johanniter-Gymnasiums, mit einigen Schülern zu der Gedenkveranstaltung erschienen. Außerdem wohnten Mitglieder des Koyenuma-Komitees der Kranzniederlegung bei, zu dem auch Sinologe Klaus Stermann aus Seelow gehört. Hochrangiger Besuch hatte sich aus Fernost angekündigt: der japanische Universitätsprofessor Shigetada Kawanishi, der an der Tokioter Universität Obirin Sinologie lehrt, war unter den zahlreichen Gästen. Der Wissenschaftler beschäftigt sich seit Jahren mit dem japanischen Arzt, der im September 1945 nach Wriezen beordert worden war, um die in der Region grassierende Typhusepidemie einzudämmen. Wie der in Berlin lebende, ehemalige Botschaftsmitarbeiter Haideharu Chikora besucht auch Kawanishi regelmäßig
Brücke zu einem unabhängigen Leben
Bad Freienwalde (sg) "Ich fühle mich richtig wohl hier, die Betreuer sind sehr nett", sagt Jutta Neumann. Sie lebt seit August 2009 in der Wohngruppe für chronisch-psychisch Kranke der Arbeiterwohlfahrt (AWO)) Soziale Dienste MOL gGmbH in Bad Freienwalde. Der sanierte Altbau, Karl-Marx-Straße 14, bietet zehn psychisch-kranken oder beeinträchtigten Menschen ein Zuhause. Zurzeit sind gerade mal fünf Plätze belegt. Ferner gibt es zwei Trainingswohnungen, in denen die Menschen auf ein unabhängiges Leben vorbereitet werden. Jeder der Bewohner verfügt über ein eigenes Zimmer. Darüber hinaus nutzen sie gemeinsame Küchen und Sanitärräume, zwei Aufenthaltsräume, eine Holzwerkstatt und einen kleinen Garten hinterm Haus. Für Ausflüge stellt die AWO einen Kleinbus zur Verfügung. Im Gegensatz zur Wohnstätte in Seelow, die 16 vollstationäre Plätze bietet,werde die Bad Freienwalder Wohngemeinschaft als teilstationär eingestuft, sagt Susan Ehlert, Leiterin der AWO-Wohnstätten. Die
Dickes Minus im Stadtetat
Bad Freienwalde (MOZ) Die fetten Jahre sind erst mal vorbei. Während Bad Freienwalde vor drei Jahren noch ein dickes Plus auf dem Konto zu stehen hatte und sogar noch Rücklagen bilden konnte, klafft jetzt ein Millionenloch im Stadthaushalt. Kein hausgemachtes Problem, wie mancher glaubt. Die Stadt muss mit der Einführung der doppelten Haushaltsführung für ihre Gebäude und Plätze Abschreibungen erwirtschaften - insgesamt 2,2 Millionen Euro. Zudem fließen im Vergleich zum Vorjahr zirka 450 000 Euro weniger Schlüsselzuweisungen. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sinken. Von Heike Stachowiak Den ersten Einschnitt bekommen die Bad Freienwalder bald zu spüren. Das Bahnhofsfest, das zum 1. Mai geplant war, fällt in diesem Jahr aus. Der Adventsboulevard soll, wenn überhaupt, zu gleichen Teilen von der regionalen Wirtschaft und der Stadt getragen werden. Lediglich die Ausgaben für das Altstadtfest wackeln noch nicht. Bauprojekte wie die Gestaltung des Jahnstadions, des
Hilferuf aus polnischer Nachbarschaft
Mieszkowice/Bad Freienwalde (uki) Noch vor ein paar Jahren war die leerstehende Dorfschule von Goszk ó w nur eine von vielen Ruinen in dem kleinen Ortsteil von Mieszkowice. Heute ist aus dem verfallenen Gebäude eine moderne Werkstatt geworden, in der über 40 geistig Behinderte und psychisch Kranke arbeiten. Mit dem Verein "Nadjeschda" aus Bad Freienwalde verbindet die Behindertenwerkstatt eine enge Beziehung. Seit zwei Jahren fahren Otto Biedermann und Inge Schmidt einmal im Monat nach Goszk ó w. Dass die Kooperation zustande kam, ist dem Engagement zweier starker Frauen zu verdanken, die aus der Schule eine Herberge für Menschen geschaffen haben, die hier Textil- und Holzarbeiten fertigen. Als Elvira Prof é , geboren im ostbrandenburgischen Bärwalde, das heute Mieszkowice heißt, vor 13 Jahren in ihre alte Heimat reiste, war sie darüber entsetzt, dass es dort keine Behindertenwerkstatt gab. Sofort nutzte sie ihre deutschen Kontakte, die sie durch ihre jahrelange Arbeit mit
Unterrichtsstunde im Bunker
Von Oliver Fliesgen Harnekop (MOZ) Auf dem Gelände des ehemaligen Atombunkers in Harnekop sollen in diesem Jahr mehrere Begegnungen von Schülern aus Deutschland, Polen und den USA stattfinden. Deshalb traf sich gestern eine Delegation zu einem Arbeitstreffen, um die Einzelheiten zu besprechen. Unter dem Motto "Geschichte zum Anfassen" wollen Bärbel Simon vom Cold War Museum, Hartmut Mehland vom Bunkerverein, Prötzels Bürgermeister Rudolf Schlothauer und Volker Marschler, Lehrer der Neutrebbiner Oderbruch-Oberschule, junge Menschen zusammenbringen. Insgesamt drei Treffen sind geplant. Den Beginn machen im April rund 48 Schüler der Oberschule. "Der Kalte Krieg, auf beiden Seiten", lautet der Name des Projektes. "Die Schüler sollen sowohl durch die Bunkeranlage geführt werden, als auch den Kraftfahrzeugpark sehen sowie eine Führung im Cold War Museum mitmachen", erklärte Marschler, Lehrer für Geografie und WAT. Bereits im März sollen die Neuntklässler sich in
Mit neun Medaillen Ausbeute verdoppelt
Eberswalde (MOZ) Die Laurentiusschule Bad Freienwalde beendete die 5. Landesmeisterschaft im Handicapschwimmen in der Barnimer Kreisstadt Eberswalde überaus erfolgreich. Jede der 24 teilnehmenden Schulen aus Brandenburg durfte acht Aktive benennen, die je zwei Starts absolvieren konnten. Da noch ein Sportler kurzfristig ausfiel, ging die Laurentiusschule mit sieben Teilnehmern in Einzelwettbewerben an den Start. Seit diesem Schuljahr existiert in der Laurentiusschule eine separate Sportgruppe, die sich unter Leitung von Klaus Panke und Maik Stiebitz wöchentlich gezielt auf diesen Wettkampf vorbereitet hat. Diese Mühen wurden mit immerhin neun Medaillen belohnt. Damit konnte die Laurentiusschule die Medaillenausbeute im Vergleich zum Vorjahr nicht nur verdoppeln, sondern sie stellte damit eine der drei erfolgreichsten Mannschaften der Meisterschaft. Im Einzelnen gab es folgende Medaillen für die Laurentiusschule: Jeffrey Gregor Streckentauchen 2. Platz,
Hessen lockt Saisonkräfte
Von Sven Klamann Eberswalde (MOZ) Ohne Saisonkräfte aus Eberswalde und Umgebung würde in der Region um Darmstadt, Hessen so mancher Verkaufsstand für Spargel und Erdbeeren unbesetzt bleiben. Beim Vermitteln hilft die Agentur für Arbeit. Auch bei der vierten Stellenbörse in der Agentur für Arbeit Eberswalde herrschte wieder Andrang: 42 Frauen und Männer haben zeitlich befristete Anstellungsverträge mit Arbeitgebern aus Hessen unterschrieben. Die sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigung fern von zu Hause bessert ihre private Kasse auf, stärkt ihr Selbstwertgefühl und entlastet ein wenig den hiesigen Arbeitsmarkt. Im Gruppenraum des Berufsinformationszentrums der Agentur für Arbeit sind die Tische, an denen Arbeitgeber sitzen, dicht umlagert. Die Verträge werden im Akkord unterschrieben. Auf die starren Regeln von Bewerbungsgesprächen hat niemand Lust. Die Bauern aus Hessen auf der Suche nach tatkräftigen Helfern nicht. Und die Arbeitsuchenden, die
Stadt lenkt im Streit mit Landkreis ein
Bad Freienwalde (sg) Mit Rücksicht auf die Anlieger der Neuen Bergstraße lenkt die Bad Freienwalder Stadtverwaltung ein und lässt sich nicht auf einen Rechtsstreit mit dem Landkreis ein. "Wir wollen so schnell wie möglich bauen", sagte Bürgermeister Ralf Lehmann. Der Untere Denkmalschutzbehörde der Kreisverwaltung werde er in wenigen Tagen den Bescheid zuschicken. Die Stadt müsse eben die bittere Pille schlucken, dass in der Neuen Bergstraße als Belag Lesepflaster wie in der Rosmarin- oder der Mittelstraße verlegt werden, so das Stadtoberhaupt. Der Landkreis habe immerhin dem Kompromiss zugestimmt, dass es Überquerungshilfen für Behinderte geben soll. Die Straßensituation sei dermaßen desolat, dass der Bürgermeister keinen langjährigen Streit mit dem Landkreis riskieren möchte. "Nachher ist die Förderperiode zu Ende und wir haben nicht gebaut", fügte er hinzu. Allerdings sei damit nicht das letzte Wort gesprochen. Denn die Entscheidung der Stadtverordneten steht noch aus.
Diakonie bildet erstmals Altenpfleger aus
Bad Freienwalde/Wriezen (sg) Die Sozialstationen der Diakonie Oderland-Spree in Bad Freienwalde und Wriezen bilden erstmals zwei junge Leute zu Altenpflegern aus. "Wir können nicht immer nur jammern, sondern müssen auch etwas dafür tun, junge Leute in der Region zu halten", sagt Edelgard Weidner, Pflegedienstleiterin der Sozialstation in Bad Freienwalde. Deshalb habe sie sich dafür stark gemacht, dass die Diakonie Pflegekräfte selbst ausbildet. Im Oktober 2009 stellten daher die beiden Pflegestationen in Bad Freienwalde und Wriezen je einen Auszubildenden ein, in diesem Jahr folgen die Diakoniestationen Seelow und Letschin diesem Beispiel. "Wir wollen Zeichen setzen und Verantwortung zeigen", so Edelgard Weidner. "Wir haben alle selber Kinder und wollen, dass sie hier eine Ausbildung finden." "Mir macht das Arbeiten mit den Menschen viel Spaß", sagt Thomas Gerick. Der 25-jährige Altlewiner hat im Oktober seine Ausbildung in der Diakoniestation Wriezen begonnen. Der
Tourist-Info erhält die Note "sehr gut"
Bad Freienwalde (MOZ) Der Bad Freienwalder Tourist-Information bleibt die i-Marke des Deutschen Tourismusverbandes erhalten. Sie hat die turnusmäßige Überprüfung nach drei Jahren mit der Note "sehr gut" abgeschlossen. Von Steffen Göttmann "Wir haben 91 Punkte erhalten und 81 Prozent der Kriterien erfüllt. Damit liegen wir im Bundesdurchschnitt", sagte gestern Jens Lüdecke, Geschäftsführer der Bad Freienwalde Tourismus GmbH, stolz. Allerdings, so gibt er zu, sei der Landesdurchschnitt mit 83 Prozent höher. Für die i-Marke hätten sich in Deutschland 459 Tourist-Informationen qualifiziert, in Brandenburg seien es 66. Die Mängel der Tourist-Information seien jedoch hinlänglich bekannt, sagte der Geschäftsführer. Weil das Büro im denkmalgeschützen Oderlandmuseum untergebracht ist, könne die Tourist-Information nicht alle Vorgaben erfüllen. Der Haupteingang sei für Behinderte nicht barrierefrei und Toiletten für Nichtbehinderte und Behinderte fehlen. Dafür büße das Büro
Beiersdorf scheitert vor Gericht
Von Heike Stachowiak Beiersdorf (MOZ) Beiersdorf-Freudenberg musste jetzt in Karlsruhe eine Niederlage einstecken. Die Gemeinde hatte gegen das Gewerbesteuergesetz geklagt. Das sieht eine Steuerpflicht für alle Kommunen vor. Beiersdorf-Freudenberg hatte jedoch seine Gewerbesteuer auf Null gesetzt. Solchen Wettbewerbsvorteilen hat das Bundesverfassungsgericht nun einen Riegel vorgeschoben. In dünn besiedelten Gemeinden wie Beiersdorf-Freudenberg sind Arbeitsplätze nicht gerade breit gesät. Deshalb hatte die Kommune vor Jahren die Idee, die Gewerbesteuer auf Null zu setzen. Dadurch sollten Investoren angelockt werden. Das sei auch in dem einen oder anderen Fall gelungen, resümiert Willi Huwe, Bürgermeister von Beiersdorf-Freudenberg, gestern auf MOZ-Nachfrage. Zum Beispiel die Firma Rast GmbH. Die habe mehrere Arbeitsplätze geschaffen. Allerdings gebe es diese nicht mehr, so Huwe. Als aber die Bundesregierung im Jahr 2004 mit dem Gesetz zur Gewerbesteuer
Ändert Oderaue Bereichssatzung?
Oderaue (off) In der Bürgersprechstunde der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter trug eine Familie aus Mädewitz ein dringendes Anliegen vor. "Wir möchten auf unserem Land gerne eine Bienenzucht eröffnen", erklärte der Familienvater den Gemeinderäten. Ein Bauantrag für die Anlage sei jedoch derzeit nicht möglich, weil der bebaubare Teil des Grundstücks um rund 40 Meter zu klein sei. Deshalb ersuche er und seine Lebensgefährtin die Gemeinde, den Innenbereich um die entsprechende Fläche zu erweitern, da für sie das zur Verfügung stehende Bauland zu eng gefasst sei. Hintergrund dieser Bitte, ist die im Jahre 1994 erlassene Innen- und Außenbereichssatzung der Gemeinde Altreetz. Für die Zulässigkeit von Bauvorhaben ist die Lage des Baugrundstücks von besonderer Bedeutung. Innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile darf gebaut werden, der Außenbereich ist freizuhalten. Nach der Wende wurde diese Einteilung in vielen Gemeinden willkürlich gezogen oder zu eng







