. Biesenthal Atomkraft ist immer risikovoll und letztlich unbeherrschbar. Darüber sprach Patrick Löhr von Greenpeace Berlin bei seinem Vortrag am Dienstag im Biesenthaler Kulturbahnhof. Zum Vortrag und zur Eröffnung der gleichnamigen Ausstellung "Atomkraft bleibt ohne Zukunft" hatte das Bürgerforum der Lokalen Agenda 21 eingeladen. Etwa zwei Dutzend Besucher interessierten sich für das brisante Thema.
Hochaktuell sei das Problem der Atomkraft, da jetzt im Wahlkampf der für Deutschland im Jahre 2000 beschlossene Rückzug aus der Atomenergie massiv in Frage gestellt wird, so Löhr.
Der Vortrag gab einen Überblick über die Risiken der Atomkraft, vom Uranbergbau über den Betrieb bis hin zur ungelösten Frage der Endlagerung. 17 Atomkraftwerke (AKW) seien in Deutschland in Betrieb, weltweit 436 Meiler. Sie produzieren jedes Jahr insgesamt 150 000 Tonnen Atommüll, für den es kein Endlager gibt. Keine saubere Sache sei die Atomkraft, wies Löhr auf Havarien in Russland, Großbritannien, Frankreich, die USA und Deutschland hin. Im Durchschnitt gebe es in Deutschland alle drei Tage einen Störfall in AKWs. Die Wahrscheinlichkeit eines Gaus nehme täglich zu, sagte er.
Im Umkreis von fünf Kilometern um Atomkraftwerke seien 2007 in einer Studie bei Kindern 60 Prozent mehr Krebserkrankungen und bei Blutkrebs sogar 120 Prozent mehr nachgewiesen worden. "Sind unsere Grenzwerte in Deutschland zu hoch", fragte der Referent.
"Bei friedlicher Nutzung der Kernenergie entstehen bei uns im Jahr 4000 Kilogramm Plutonium, der Stoff aus dem die Atombombe gebaut wird. Wer für Frieden, saubere Umwelt, Gesundheit und eine sicherere Zukunft ist, müsse Atomenergie einfach abschalten", so das Fazit der abendlichen Veranstaltung.
Wer vor der Bundestagswahl ein Zeichen gegen die Atomkraft setzen möchte, kann am 5. September in Berlin an der Demonstration "Atomkraft - Nein Danke" teilnehmen. Am Bernauer Bahnhof trifft man sich am Sonnabend zwischen 10 und 11 Uhr.
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