. Möbiskruge Einst hatte Georg Schulz seinen Lehrer bewundert, der als 70-Jähriger noch fit war. Heute feiert der Möbiskruger selbst seinen 70. Geburtstag in Fischers Gasthaus in seinem Wohnort. Dabei sind viele Freunde und Bekannte aus seiner sportlichen Tätigkeit.
Der Sport hat auch Georg Schulz jung erhalten. Außer einem lädierten Meniskus im Knie, weswegen er als 65-Jähriger seine Schiedsrichter-Karriere beendete, geht es ihm ausgezeichnet. So unternimmt er mit seiner Frau Christa viele Wanderungen und Radtouren.
Konditionsstark war der gebürtige Coschener schon immer. So hielt ihn sein damaliger Lehrer Paulick zu viel Bewegung an, vornehmlich Fußball spielen und Laufen. Schulz spielte gegen die Nachbar-Gemeinden und beteiligte sich an Vergleichen Ober- gegen Unterende. Während er als rechter Läufer nicht sonderlich herausragte, fiel er bei Leichtathletik-Wettbewerben schon eher auf. So war Schulz 1964 Kreismeister im Crosslauf über zehn Kilometer, gelaufen wurde in Neuzelle um den Klosterteich, wie sich der gelernte Maschinen-Schlosser und Dreher und studierte Maschinenbau-Ingenieur erinnert. Selbstverständlich legte er die acht Kilometer zu seiner Lehrstelle in Guben auf dem Rad zurück. Er beschränkte sich nicht nur auf Sommer-Sportarten. Im Winter turnte er beim Schmiedemeister Fritz Petri in der Gaststätte Juckel. "Ich liebe die Bewegung. Sport und Kultur sind mein Leben", sagt Georg Schulz. Im Wohnzimmer stehen mehrere Pokale vom Karnevalsverein.
Obwohl Schulz gleich in seiner ersten Punktspiel-Saison mit der Coschener Jugend-Mannschaft 1956 Kreismeister wurde, war mit dem Fußballsport bald Schluss. "Danach wechselte die Jugend zu den Männern. Ich war nur ein mittelmäßiger Spieler, so dass ich mich mehr der Leichtathletik widmete." Für den damaligen Vorsitzenden der BSG Traktor Ernst Koschke - Schulz war 1955 Gründungsmitglied - war er jedoch für den Fußballsport nicht endgültig verloren. Er meldete ihn zum Lehrgang als Fußball-Schiedsrichter an. Ausbilder war Heinz Kunow. Von 1959 bis 1965 pfiff Schulz für Traktor Coschen in der Kreisklasse, von 1966 bis 1987 für Motor Eisenhüttenstadt in der Kreis-, Bezirksklasse und Bezirksliga. In einigen DDR-Liga-Spielen stand der Mitarbeiter der Eisenhüttenstädter Oderwerft an der Linie.
Seit 1970 wohnt der Jubilar in Möbiskruge. Für den dortigen Sportverein Traktor beziehungsweise seinem Nachfolger amtierte er von 1988 bis 2003 auf Kreisebene. Schulz war nicht nur Sportler und Schiedsrichter. So in den 60er Jahren Fußball-Sektionsleiter und in den 80er Jahren Mitglied der Eisenhüttenstädter Schiedsrichter-Kommission. Nach der Wende fungierte er im Sportgericht des Fußball-Kreises, war Schiri-Obmann und beim Möbiskruger SV Leitungsmitglied, Staffelleiter der C-Junioren auf Kreisebene und Trainer der Möbiskruger C- und B-Junioren. "Die Wenigsten kamen aus meinem Dorf. Da habe ich mir auch aus den Nachbargemeinden die Spieler geholt. Viele von ihnen spielen noch bei den Männern." Unter anderem Tino Heering in Rießen oder Robert Suckert in Fünfeichen. Als der Möbiskruger Vorstand seine Mannschaft teilte, hörte Schulz auf. "Damit wurde mein Werk kaputtgemacht. Ich wollte die Mannschaft bis zu den Männern führen." Im Juli legte er sein Amt als Schriftführer nieder. "Nun sollen Jüngere ran."
Endgültig aufs Altenteil will sich Georg Schulz - 2003 erhielt er die Verdienstnadel des Fußball-Landesverbandes - nicht setzen. So nimmt er als Mitglied am Vereinsleben teil. So will er noch lange fit bleiben. Vorgelebt haben es ihm die Alten in seiner Jugend. "Da habe ich Glück gehabt. Ich hatte immer gute Vorbilder, die sind sehr wichtig."
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