. Sie hatten für die Direktwahl des Landrats durch die Bürger gekämpft und sich im Kreistag mit der hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme durchgesetzt. Damit war klar, dass die Linken nicht nur mit einem eigenen Kandidaten zur Landratswahl antreten, sondern auch den besten Kommunalpolitiker, den sie zu bieten haben, ins Rennen schicken würden.
Fünf Kandidaten waren im Gespräch, darunter Alfred Schulz, der Kreistagsvorsitzende, und André Stahl, Biesenthals Bürgermeister. "Margitta war von Anfang an unsere erste Wahl", versicherte Kreisparteichef Lutz Kupitz seinen Genossen und bescheinigte ihr "Erfahrung in allen Fragen der kreislichen Entwicklung, kommunalen Durchblick, landespolitischen Einblick, regionalen Überblick und vor allem visionären Weitblick". Auch Stahl machte sich für Margitta Mächtig stark. "Wir wollen einen Politikwechsel im Landkreis herbeiführen", sagte er. "Nicht mehr die Verwaltung soll die Politiker führen, sondern Politiker die Verwaltung", machte er den Führungsanspruch der Linken, die im Kreistag die stärkste Fraktion stellen, deutlich. "Margitta ist eine Kandidatin für den ganzen Barnim und nicht, wie der Landrat, nur für Eberswalde."
Die Biesenthalerin wiederum schilderte ihr persönliches Ringen um die Entscheidung, gegen Ihrke anzutreten. Gerade hatte sie zum zweiten Mal das Landtagsdirektmandat im Wahlkreis 13 gewonnen. Und sie ist gern Landtagsabgeordnete. Doch sie sei eben leidenschaftliche Kommunalpolitikerin und "die rot-rote Landesregierung gibt mir das Gefühl, mich einer anderen Aufgabe widmen zu können", sagte sie. "Als Direktkandidatin habe ich mich für meinen Wahlkreis besonders stark gemacht und dabei den Barnim nie vergessen. Nun bin ich bereit, mich für den ganzen Barnim stark zu machen und meinen Wahlkreis dabei nicht zu vergessen!"
Schwere Geschütze brachte sie gegen den Amtsinhaber in Stellung. "Der Grad der Selbstgefälligkeit des Landrates macht eine offene, kritisch-konstruktive Zusammenarbeit aller politischen Kräfte im Kreistag nicht mehr möglich, weil politischer Machtpoker wichtiger geworden ist als kommunalpolitischer Gestaltungsspielraum und weil Postenschacherei und Postenhascherei ein Ende haben müssen", rief sie aus. Dabei sei die größte Hürde, die Barnimer zu motivieren, am 10. Januar wählen zu gehen.
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