Frankfurt (Oder) . Sensornetzwerke können die Standfestigkeit von Brücken, die Effizienz von Trinkwasseranlagen oder den Zustand von Schwerkranken überwachen. An solchen Netzwerken aus funkenden Minirechnern, wie sie zum Beispiel an der Golden Gate Bridge in San Francisco bereits eingesetzt wurden, arbeitet das Frankfurter Institut für innovative Mikroelektronik IHP. Auf einer Konferenz wurden am Freitag Ergebnisse der 2007 begonnenen Initiative "Tandem" vorgestellt, die gemeinsam mit Hochschulen und Firmen aus Berlin und Brandenburg forscht.
"15 Partner aus der Wirtschaft sind derzeit bei ,Tandem ' dabei", erklärt Peter Langendörfer, Wissenschaftler am IHP und Leiter des Projektes. Das IHP bietet Ergebnisse aus seiner Forschung, mit denen Wirtschaftspartner nach ihren Bedürfnissen ganz unterschiedliche Produkte entwickeln können. So hat das Institut zusammen mit der Freien Universität Berlin, der Berliner Feuerwehr und zwei Unternehmen Sensortechnik gebaut, mit der der Gesundheitszustand von Feuerwehrleuten während eines Einsatzes überprüft wird.
Eine andere Anwendung testet das IHP mit der Frankfurter Wasser- und Abwassergesellschaft FWA. In einem Wald im Einzugsbereich des Wasserwerkes Briesen (Oder-Spree) sollen die Wasserstände von mehr als 60 Pegeln automatisch abgelesen werden. "Im Moment ist es so, dass einmal im Monat jemand hinfährt und kontrolliert", sagt Norbert Tupy, IT-Koordinator der FWA. Die Idee ist, die Pegel mit Sensorknoten zu bestücken. Die bestehen aus einem Minirechner mit Funkschnittstelle, der wiederum mit Messsensoren gekoppelt ist. Die Messwerte werden gesammelt und zum Empfänger gesendet. Das IHP entwickelt die Funktechnik, zwei Firmen aus Berlin und der Prignitz die Messgeräte.
Für den Wasserversorger könnte eine praxisreife Lösung später interessant werden. Das Sensornetz liefert mehrmals täglich Werte. Damit könnte man genauer steuern, wie viel Wasser aus der Spree zusätzlich in das Grundwasserreservoir eingeleitet wird. "Wir könnten die Infiltration effektiver gestalten", meint Tupy. Das würde Abgaben ans Land für die Flusswasserentnahme und Energie einsparen.
In zwei Jahren soll ein Prototyp für diese Anwendung fertig sein. Peter Langendörfer kann sich weitere Nutzungen vorstellen. "Bei der Überwachung von Deichen zum Beispiel." Aber auch in der Telemedizin, der Prozessautomatisierung in Fabriken oder der Sicherheit von Infrastruktur wie Trinkwasseranlagen sieht er Einsatzfelder. Interessierte Firmen können bei ,Tandem ' noch einsteigen. Das Projekt läuft bis 2012.
Fünfter Zuliefertag beschäftigt sich mit den Chancen strombetriebener Fahrzeuge 50 Jahre Kompetenz in der Mikroelektronik in Frankfurt (Oder), verbunden... mehr
In Brandenburg steigt erstmals seit einigen Jahren die Zahl der gemeldeten Keuchhusten-Fälle. Im Vorjahr hat das Robert-Koch-Institut 663 Fälle registriert.... mehr
Hitze, giftige Gase, dichter Qualm: Feuerwehrleute leben gefährlich. Überwachungstechnik, die am Institut für innovative Mikroelektronik IHP in Frankfurt... mehr
Über die geplanten seismischen Untersuchungen zur Erforschung von unterirdischen Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten will am Donnerstag der Amtsausschuss des Amtes Brieskow-Finkenheerd in öffentlicher Sitzung beraten. Im Amtsgebiet finden sich kaum... mehr
