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Reiter sichern nahezu 800 Stellen

. Edle Rösser, schnelle Pferde - die eleganten und kraftvollen Tiere üben eine große Faszination aus. Das ist für die einen Erholung und Sport und für andere, insbesondere im Barnim, ein wirtschaftlicher Faktor. Im Landkreis gibt es 51 Reit- und Fahrbetriebe, darunter auch Vollerwerbsbetriebe, auf denen nahezu 2500 Pferde gehalten werden, informierte die Sprecherin der Kreisverwaltung Marianne Schlestein. Die Kontrolle über die Zahl der Tiere ergibt sich schon daraus, dass seit diesem Jahr alle Pferde einen Pass haben und die Tiere, die ab Juli 2009 geboren sind, mit einem Transponder - einem implantierten Minifunkgerät - ausgestattet sein müssen.

  Morgendlicher Ausritt ©

Es gibt zwar keinen Ort mit besonders vielen Reiterhöfen, jedoch weise der Niederbarnim deutlich mehr Reiterhöfe auf als der Oberbarnim, informierte Marianne Schlestein. Wie viele Menschen auf den Reiterhöfen einen Arbeitsplatz haben, weiß man beim Kreis nicht genau. Dort wird lediglich erfasst, dass jeder Reit- und Fahrbetrieb über eine sachkundige und zuverlässige Person verfügt. Nach der Einschätzung aus der Sicht der Reiterhöfe gilt aber als Faustregel, dass zehn Pferde einen Arbeitsplatz sichern. Das sind dann rund 250 im Barnim. Dazu kommen aber noch etliche Branchen wie Schmiede, Tierärzte, Futterlieferanten, Physiotherapeuten und Reitlehrer. So erklärt sich, dass man bundesweit auf drei bis vier Pferde pro Arbeitsplatz kommt. Das sind im Barnim dann etwa 620 bis 830 Stellen.

Dazu muss man beispielsweise wissen, dass ein Pferd im Jahr rund 3,5 Tonnen Stroh und 3,5 Tonnen Heu benötigt sowie pro Tag etwa fünf Kilogramm Hafer frisst. Es braucht mindestens zwei Impfungen im Jahr und alle acht Wochen den Hufschmied, um nur einige Beispiele zu nennen, wie Pferde den Wirtschaftskreislauf beleben.

Touristisch gesehen ist das Reiten ein Part im Aktivtourismus, informierte Sabine Grassow von der Barnimer Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft WITO. Vermarktet werden die Reiterhöfe im Urlaubsjournal, das eins zu eins auch im Internet zu finden sei. Beworben werden sie auch zusammen mit "pro agro" in dem Journal "Pferdeland Brandenburg". "Die Nachfrage ist zwar nicht ganz so groß wie nach Wandern und Radfahren", sagte die Tourismusfachfrau, "aber es kommen auch Gruppen zu den Reiterhöfen, die dort oder in Pensionen übernachten. Zudem seien auch Kremserfahrten stark nachgefragt. Letztere sind besonders bei Vereinen, Familien und auch Schulklassen beliebt. Nicht zuletzt sollte an die Klientel gedacht werden, die mit dem Auto oder Taxi am Wochenende zu ihren Pensionspferden kommen und dann hier nicht nur reiten, sondern auch einkehren.

Der Verständnis von manchem Radler oder Wanderer indes hält sich trotz wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung in Grenzen - nämlich dann, wenn die Waldwege von Pferdehufen aufgewühlt sind. Geritten werden kann in Brandenburg aber, so erklärt Sabine Grassow, überall dort, wo es nicht verboten ist, wobei Fuß- und Radwege ausgenommen sein sollten. In diesem Zusammenhang verweist sie auf den Geländerittknigge des Verbandes der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland (VFD) der auf das harmonische Miteinander in der Natur abzielt. Darin heißt es unter anderem zu den Waldwegen: "Es ist meistens sehr einfach, nicht auf der Fahrspur zu reiten. Der Mittelstreifen und der Rand sind gute Alternativen. Wanderer und Radfahrer sind erfreut und erstaunt, wenn sie Pferden begegnen und trotzdem weiterhin auf einem glatten Weg laufen bzw. fahren können! Im Schritt an Fußgängern, Radfahrern etc. vorbeizureiten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein." Dazu kommt der Hinweis: "Wenn man die Möglichkeit auch noch nutzt und beim Passieren der Leute freundlich grüßt, ist das nicht verkehrt."

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