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Das erste Zusammentreffen

Bernau . Sie trafen am Mittwochabend das erste Mal zusammen - die drei Kandidaten, die sich am 10. Januar der Direktwahl stellen, um im Barnim Landrat zu werden. Auf Einladung der Bündnisgrünen gaben sie in der Bernauer Stadthalle ihren Wählern Auskunft.

  Wollen den Chefsessel im Barnimer Landratsamt erobern (v.l.n.r.): Amtsinhaber Bodo Ihrke (SPD), Margitta Mõchtig (Die Linke) und Frank Valentin (BVB/Freie Wõhler) Foto: Ernst-G³nter Ehlert ©

An die 50 Interessierte hatten sich eingefunden, um Amtsinhaber Bodo Ihrke (SPD), Margitta Mächtig (Die Linke) und Frank Valentin (BVB/Freie Wähler) zu hören und zu erleben.

Wer scharfe Auseinandersetzungen zwischen den Kandidaten erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wohltuend sachlich ging es zwischen den Bewerbern zu. Inhaltliche Unterschiede wurden nur punktuell und dann vor allem zwischen Margitta Mächtig und Bodo Ihrke auf der einen und Frank Valentin auf der anderen Seite sichtbar.

Für letzteren war die Rolle im Podium sichtbar ungewohnt. Und auch kommunalpolitische Erfahrung hat der Schönower kaum vorzuweisen. So waren konkrete Fragen von Moderator Thomas Dyhr und aus dem Publikum, beispielsweise zur Wirtschaftsförderung im Barnim, für ihn ein Problem. Immerhin bekannte Valentin ehrlich, er habe zu wenig Erfahrung, als dass er konkrete Antworten geben könne.

Er sehe das Landratsamt aus der Sicht des Bürgers, wolle, dass die Behörde ein Dienstleister werde und die Bürger als seine Kunden begreife, sagte der 57-Jährige. Im Gegensatz zu Margitta Mächtig und Bodo Ihrke, die die Abfallentsorgung als Aufgabe der öffentlichen Daseinsvorsorge begreifen, ist Valentin erklärter Gegener der Rekommunalisierung. Und auch die kreiseigenen Wirtschaftsentwicklungs- und Tourismusgesellschaft (WITO) liegt dem promovierten Ingenieur schwer im Magen. Die sei ohnehin nur dazu da, kreiseigene Immobilien zu verwalten, behauptete Valentin. "Der kleine Unternehmer hat nichts von ihr." Dem widersprachen Mächtig und Ihrke aufs Entschiedenste. Während die Linke der Ansicht ist, dass die WITO Rahmenbedingungen setzt, um Einzelprojekte in den Kommunen zu stärken, betonte Amtsinhaber Ihrke, der Wert der WITO liege darin, "dass alle Kommunen mitmachen und wir die Kräfte gebündelt haben".

Breiten Raum in der Diskussion nahm der Öffentliche Personennahverkehr ein. "Mobilität in der Fläche ist eines unserer wichtigsten Ziele", betonte Ihrke. Deshalb müsse noch einmal über alternative Bedienformen im ländlichen Raum nachgedacht werden, wie beispielsweise Rufbusse. Und das Berliner Umland sei nur attraktiv, wenn die Verkehrsverbindungen in die Hauptstadt stimmten. Sowohl Margitta Mächtig als auch Frank Valentin stimmten ihm zu. "Dringenden Koordinierungsbedarf" sieht Valentin allerdings bei den Radwegen. "Es gibt ein paar Stücken, die in der Botanik aufhören, weil sie an die Grenzen der Nachbarn stoßen", kritisierte er. Margitta Mächtig hingegen ist überzeugt: "Man muss Prioritäten setzen, und für mich haben Schulwege die absolute Priorität."

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