Donnerstag, 24. Mai 2012

Frankfurt
sonnig
21°C/24°C

20.12.2009 23:37 Uhr

artikel-ansicht/dg/0/

Rekordstrecke bei bitterkalter Drückjagd

Gusow-Platkow . Einmal im Jahr lädt die Jagdpachtgemeinschaft Gusow in Zusammenarbeit mit der Seelower Hegegemeinschaft zur Ansitzdrückjagd ein. 58 Jäger kamen. 31 Treiber unterstützten sie und hatten entscheidenen Anteil daran, dass eine bisher noch nie erreichte Rekordstrecke gelegt werden konnte.

  ©

Schon einige Tage vorher trafen sich die Treiber getroffen und wurden für die Ansitzdrückjagd vorbereitet. Sicherheit ist oberstes Gebot. Alle Treiber haben eine Signalweste an, so wie die Jäger auch ein Signalband am Hut tragen. Jagdleiter Wolfgang Voegler teilt Jäger und Treiber auf. Man hat sich extra nicht am Waldrand versammelt, um das Wild nicht schon im Vorfeld unruhig zu machen. Zum Abschuss freigegeben ist Rotwild, Schwarzwild, Rehwild und Raubwild.

Die Jäger werden von dem jeweils verantwortlichen Waidgenossen zu ihren Ansitzen geführt. Sie umfahren das ausgewiesene Jagdgebiet weiträumig, pirschen sich leise vor. Erst danach machen sich die Treiber auf den Weg. Viele kennen das Prozedere, haben schon mehrmals solche Einsätze absolviert. Der Jagdleiter hatte angemahnt, dass es heute nicht um eine laute Treibjagd gehe. Vielmehr sollen die Treiber leise und langsam durch das Gelände streifen. Hin und wieder können sie an einen Stamm schlagen, um das Wild aufhorchen zu lassen.

Doris Lenz, Kerstin Voegler, Gerald Kuderski und Ronny Poplien marschieren Richtung Wald. In entsprechendem Abstand durchkämmen sie den Wald. Es dauert nicht lange und sie sichten eine Rotte Schweine. Die Schwarzkittel sind es denn an diesem Tag auch, die den Jägern bevorzugt vor die Flinte laufen.

Zwei Stunden sind für die Jagd angesetzt. Nach und nach finden sich alle Jäger und Treiber zum Streckelegen an den alten Schweineställen ein. Die Ausbeute ist enorm. Immer wieder kommt ein Jeep und lädt Wild ab. Schon bald muss die mit Tannengrün umrahmte Fläche erweitert werden.

Für die Jäger beginnt die aufwändige Nacharbeit. Jedes Tier muss gekennzeichnet und protokolliert werden. Susanne van Dyk, Hans-Joachim Lehn und Olaf Lenz haben reichlich zu tun. Es müssen sogar noch zusätzlich Zettel besorgt werden, denn mit so vielen Abschüssen hat niemand gerechnet. 2008 blieb die Fläche für die geplante Strecke komplett leer. Und in diesem Jahr nun dieses Ergebnis. Am Ende liegen 30 Sauen, zehn Rehe und zwei Füchse auf dem kalten Boden. "Eine Rekordstrecke", resümiert Wolfgang Voegler. So viel sei noch nie im Jagdgebiet erlegt worden. Die Strategie des leisen Vorgehens habe sich als genau richtig erwiesen. Er dankt den Treibern für ihr umsichtige Vorgehen und den benachbarten Jagdpächtern für ihre Unterstützung.

Die Jäger haben am Lagerfeuer, bei Glühwein und leckerem Kesselgulasch einiges zu erzählen. Und natürlich machen Jagdgeschichten die Runde. Für eine neue hat der Jüngste unter den Jägern gesorgt. Der erst 19-jährige Benjamin Treske aus Gusow ist Jagdkönig. Er hat vier Sauen zur Strecke gebracht.

Bei einer Drückjagd gehen mehrere Treiber - mit oder ohne Hunde - durch das zu bejagende Gebiet, um die Wildtiere in Bewegung zu bringen und aus den Einständen zu "drücken". Das Wild wird im Gegensatz zur Treibjagd nicht hochflüchtig aus seinen Einständen getrieben, sondern zieht in gemäßigtem Tempo durch das Gebiet. Es kommt auf seinen gewohnten Wechseln auf die wartenden Jäger zu, so dass diese ausreichend Zeit haben, das Wild zu beurteilen und zu erlegen. Die Jäger warten auf das Wild in der Nähe von dessen Einständen an festgelegten Ständen.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Lesezeichen setzen

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

24.08.2011 09:50 Thema

Geld für Patenkind im Tschad

Seelow (MOZ) Geld für? Patenkind? im Tschad Seit 2003 gibt es eine Patenschaft zwischen dem Gymnasium auf den Seelower Höhen und einem Kind im Tschad. Die Idee ... mehr

24.08.2011 07:39 Thema

Fliegen wie Albatros

Seelow (MOZ) Eine Lesung und ein Konzert der besonderen Art gibt es am Freitag im Friedersdorfer Kunstspeicher. Zu Gast sind Christine Dähn und Thomas Natschinski... mehr

24.08.2011 07:34 Thema

Vom Scherbenhaufen zum Flaschenturm

Seelow (MOZ) Der Märkisch-Oderländer häufte 2009 im Schnitt 28 Kilogramm Altglas an. Doch was geschieht mit der Sektflasche und dem Gurkenglas, nachdem sie in ... mehr

Regionalnavigator

Angermünde Bad Freienwalde Beeskow Bernau Eberswalde Eisenhüttenstadt Erkner Frankfurt (Oder) Fürstenwalde Schwedt/Oder Seelow Strausberg

Ort, PLZ oder Redaktion


Neueste Kommentare

24.05.2012 13:44:50 KF

Schlimm

24.05.2012 13:05:25 D. Sch.

@Wilhelm & Crow69

24.05.2012 12:46:32 Ekkehart Baals

o.k. Herr Bürger aus Schöneiche

24.05.2012 12:42:16 primat

Oh Oh!

24.05.2012 12:24:21 Herbert R.

Ja die Erinnerung frischt auf



Regional

© 2010 moz.de Märkisches Verlags- und Druckhaus GmbH & Co. KG
...