Leipzig . Der insolvente Versandhändler Quelle hat allen Mitarbeitern in dem vor der Schließung stehenden Leipziger Versandzentrum per Ende März gekündigt. Das bestätigten der Betriebsrat und ein Sprecher des Insolvenzverwalters der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstagausgabe). Zuvor seien 475 der 800 Mitarbeiter bereits zum Jahreswechsel von der Arbeit freigestellt worden.
Anders als im Herbst in Nürnberg, wo Quelle Mitarbeiter von heute auf morgen nach Hause geschickt hatte, seien die Freistellungen einige Tage vorher angekündigt worden, sagte der Betriebsratsvorsitzende des Leipziger Versandzentrums, Steffen Schmidt. Zwischen den Feiertagen seien dann die Kündigungen nachgereicht worden. Rund 50 weitere Mitarbeiter hatten schon im Sommer ihre Kündigung zum Jahresende erhalten, nochmals 150 zu Ende Januar. Die übrigen 125 wurden nun zu Ende März gekündigt.
Kurz vor Weihnachten hatten sich Betriebsrat und Insolvenzverwaltung auf den lange umstrittenen Interessenausgleich geeinigt. "Ganz wichtig war uns, eine Regelung zu finden, dass die Kündigungen zurückgenommen werden, wenn es doch noch weiter gehen sollte in Leipzig", sagte Schmidt. Dies sei schließlich gelungen. Den Durchbruch in den zähen Verhandlungen habe schließlich am 21. Dezember die Anhörung vor der Einigungsstelle gebracht. "Wenn sich doch noch ein Investor findet, dann haben unsere Kollegen jetzt zumindest einen Fuß in der Tür", sagte Schmidt. Viel mehr sei aber nicht herauszuholen gewesen. "Was will man groß aushandeln. Die Kasse ist leer, da ist nichts mehr zu holen", sagte Schmidt.
Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung sagte der Zeitung, dass das Versandzentrum bis Ende Januar geschlossen werde. Dann läuft der bereits gekündigte Mietvertrag aus.
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