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Schwarzes Gold ein Renner

Bad Freienwalde . 1995 wird Bad Freienwalde erstes staatlich anerkanntes Moorheilbad in Ostbrandenburg. Bis heute genießen die heilenden Kräfte des Moores höchstes Ansehen. Die traditionellen Behandlungsmöglichkeiten wie Moorbäder und Moorpackungen sind noch immer das Aushängeschild der AHG Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Rheumatologie in der Kurstadt. Klinikleitung und Patienten sind von der Wirkung des Moores begeistert.

Ein bisschen streng riecht es in der ersten Etage der Reha-Klinik am Gesundbrunnen. Doch Harry Lenz aus Frankfurt (Oder) stört der schweflige Geruch des Moores nicht. "Das ist angenehm, wenn man da dick eingepackt liegt. So entspannend, man kommt richtig ins Schwitzen", sagt der 76-Jährige, der nach einer Hüftgelenksoperation drei Wochen zur Kur in Bad Freienwalde ist.

Die Moorpackung ist die am häufigsten angewendete Therapieform mit dem natürlichen Heilmittel. 125 Packungen pro Tag sind das. Bevor sich ein Patient 20 Minuten auf eine Pritsche legt, wird das Moor, das zuvor aus dem Moorpackungskessel abgezapft wird, auf der Liege ausgebreitet. "Es muss dann noch kurz abkühlen auf 39 bis 41 Grad, denn das Torf wird im Kessel auf 60 Grad erwärmt, das ist viel zu heiß für die Patienten", erklärt Yvonne Blaurock, Badeassistentin in der Reha-Klinik.

Weil die Inhaltsstoffe des Moores die Durchblutung fördern, das Wohlbefinden steigern und starke Schmerzen lindern, schwören besonders Rheumatiker auf Behandlungen mit dem "schwarzen Gold" des Oderbruchs. Beim Kneten und Treten wird das Moor auch kalt eingesetzt, zum Beispiel zur Therapie von Entzündungskrankheiten. "Die Patienten kneten dann zehn Minuten mit ihren Händen das Moor durch. Wie beim Kuchen backen", erläutert Yvonne Blaurock. Danach wird zehn Minuten mit den Füßen getreten. Bei Gichtpatienten kann sich so wieder wichtige Gelenkschmiere bilden, die für einen reibungslosen Bewegungsablauf der Gelenke verantwortlich ist.

Einziger Nachteil der viel gelobten Behandlungsmethoden mit Moor ist die teure Technik, die für die Therapieformen notwendig ist. "Die Moorkessel, in denen das Moor aufbewahrt wird, kosten 50 000 Euro. Die müssen alle zehn Jahre ausgewechselt werden, weil die Säure des Moores das Metall der Kessel zerfrisst ", sagt Frank Schmidt, Verwaltungsdirektor der AHG Klinik. Auch die Haslauer-Wannen für das Moorbad sind mit 20 000 Euro pro Stück nicht billig. Bis zu 30 Liter Moor werden in die Wanne, die mit einem Spezialkunststoff abgedeckt ist, gepumpt. Rücken und Lendenwirbelbereich des Patienten werden dann zusätzlich von flüssigem Moor gewärmt, das in der Unterwanne zirkuliert.

Nach einem Bandscheibenvorfall ist Dany Pophal aus Herrenstein in den Genuss des schwarzen Goldes gekommen. "Gegen die Schmerzen hilft nichts besser als eine Moorpackung."

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