Biesenthal . Mit den Großprojekten Schlossberg, Stadtsanierung und Fertigstellung der Kita nimmt sich Biesenthal in diesem Jahr viel vor. Aber nicht alle Blütenträume reifen. Zum Beispiel für die Grundschule. Dennoch kann man nicht sagen, dass sie als Stiefkind behandelt wird.
An den Anträgen für die Grundschule hatte der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung zu knabbern. Immerhin standen 26 000 Euro für Lehr- und Lernmittel auf der Wunschliste. Dazu kamen 10 000 Euro für Regale. Außerdem sind neue Tische und Stühle gefragt. Nun stehen die Stadtverordneten ihren Kitas und Schulen nicht unbedingt knauserig gegenüber. Erinnert sei an die neue Mensa, die Ausstattung mit Computern, den Umbau von Sekretariat, Schulleiter- und Lehrerzimmer; nicht zuletzt an die erst vor wenigen Monaten völlig modernisierte Schulküche.
Allerdings sah man jetzt die Anträge aus der Grundschule für den Haushalt 2010 als überhöht an. Zum einen die 26 000 Euro für Lehr- und Lernmittel. Die Richtlinien sehen bei der Schülerzahl einen Wert von rund 7000 Euro vor, erläuterte Bürgermeister André Stahl. "Das verdoppeln wir auf 14 000 Euro und denken, dass das damit auch in Ordnung ist", meinte der Bürgermeister.
Was die gewünschten Tische, Stühle und Regale betrifft, so war man im Hauptausschuss einigermaßen verwundert. Mit der geschlossenen Oberschule hat die Grundschule doch ein komplett ausgestattetes Schulhaus dazu bekommen. Die Schülerzahl der Grundschule ist aber nicht gestiegen. Derzeit lernen dort 279 Kinder. Dirk Siebenmorgen, Vorsitzender des Haushalts- und Sozialausschusses, plädierte für einen Sperrvermerk beim Mobiliar. Jörk Bull erinnerte daran, dass eine Inventur gemacht worden sei. Mit der sollte man die Neubestellungen zunächst einmal abgleichen. Überdies will der Bürgermeister die Unterhaltungskosten für die Schule nicht so sehr in die Höhe schnellen lassen. Das heißt, dass einige Räume des zusätzlichen Gebäudes der Grundschule leer bleiben sollten.
Letzteres werde auch gemacht, räumt Schulleiterin Cornelia Elgert ein. Zumindest drei Räume werden von der Grundschule nicht genutzt. Sie will nun mit den bestellten Tischen und Stühlen auch nicht sämtliche Klassenräume ausstatten. Vielmehr benötige man altersgerechtes Mobiliar. "Möbel für Siebt- bis Zehntklässler haben wir genug", sagte sie. Die Tische und Stühle würden für die Erst- und Zweitklässler benötigt, damit man nicht mit zusätzlichen Sitzkissen die Höhe ausgleichen müsse. Regale seien zwar auch vorhanden. Etliche würden aber nicht den Anforderungen entsprechen.
In der Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag werden die Abgeordneten über den Haushalt entscheiden. Darin inbegriffen sind mehr als 50 000 Euro für die Schulhofentwässerung. Die sind zusätzlich nötig, damit die aus 53 000 Euro Konjunkturmitteln finanzierte Schulhoferneuerung Sinn hat. Für die Erneuerung der Schulfassade sieht der Haushaltsentwurf bis zu 80 000 Euro vor.
Darüber hinaus regte der Bürgermeister an, einen städtischen Fonds zu schaffen, mit dem gesichert werden soll, dass niemand bei Gruppenfahrten der Kitas aus finanziellen Gründen zu Hause bleiben muss. Dafür gebe es sonst nirgendwo einen Fördertopf.
Weitere Posten des Haushalts sind unter anderem die Vollendung des Kita-Neubaus in der Schützenstraße für rund 800 000 Euro. Auch an die Stadtsanierung ist gedacht. Im Bereich der Fischerstraße sollen nahezu 400 000 Euro investiert werden.
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