Schöneiche . Spannung! Dramatik! Überraschung! Jubel! Alles Attribute, die auf den 3:2-Sieg (19:25, 23:25, 25:19, 26:24, 16:14) der Zweitliga-Volleyballer von der TSGL Schöneiche am Samstagabend gegen den Tabellenzweiten TSV Giesen/Hildesheim zutreffen. Wer diesmal nicht in der Halle an der Dorfaue war, hatte definitiv etwas verpasst.
Mit dem Erfolg pirscht sich Schöneiche weiter ans Saisonziel, einen Rang unter den besten Vier heran. Weniger als die eigenen 16 Minuspunkte haben mit Leverkusen (6), Giesen/Hildesheim (10) und Tecklenburg (12) nur drei Teams. Noch belegt die TSGL den sechsten Platz. Aber die Tendenz zeigt aufwärts. Pluspunkt ist die Nervenstärke. Den Randberlinern gelang gegen Giesen im fünften Tiebreak der Saison bereits der vierte Sieg.
Wenn TSGL-Trainer Kurt Radde nach einer Partie nicht ernst guckt, sondern verschmitzt lächelt, muss seine Mannschaft gut gespielt haben. Was der routinierte Coach bestätigte: "Außerdem hat die kämpferische Einstellung der ganzen Mannschaft gestimmt und der Block sehr gut gearbeitet." Für seinen unglücklichen Gegenüber Michael Schöps, zu dessen Erfolgen deutsche Meisterschaften und Pokalsiege mit Klubs wie Fortuna Bonn, VC Schwerte und Schweriner SC zählen, war es sogar eine der "hochklassigsten Partien, die ich in der 2. Liga gesehen habe."
An deren Ende haben sich durch die Niederlage die Erstliga-Ambitionen des mit einem Erstliga-Etat arbeitenden Klubs aus Niedersachsen wohl in der Schöneicher Luft aufgelöst. Dabei hatte es danach lange Zeit nicht ausgesehen. "Wir haben zwei Sätze herausragend gespielt, danach nur noch gut", erklärte Schöps die Niederlage. In den ersten beiden Durchgängen spielte der Favorit variabel und lag von Beginn vorn. Die Schöneicher mühten sich verzweifelt um Anschluss, aber eigene Fehler und die Schlaggewalt der beiden Hünen Michael Andrei (2,10 m), Alexander Schnipkoweit (2,07 m) sowie von Hauke Wagner und Henning Machtens ließen an ein schnelles Ende der Partie glauben .
Der Knackpunkt war dann im dritten Satz der erstmalige Führung für die TSGL. "Das kann man so sehen", bestätigte Radde. Schöneiche hatte schon wieder 0:4 zurückgelegen, sich dann aber berappelt. Als Mewes Goertz das 9:8 gelang, war die Erleichterung bis auf die Tribüne spürbar. Schöneiche baute den Vorsprung kontinuierlich aus und ein Doppelblock von Henry Curin und Vadimas Nikiferovas brachte den Satzgewinn.
Dramatisch verlief der vierte Satz. Mehrfach wechselte die Führung. Als aber Schöneiches Zuspieler Florian Schaarschmidt die Gelbe Karte wegen Meckerns sah und Giesen mit dem Extrapunkt auf 14:11 davon zog, schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch die TSGL kämpfte sich Punkt um Punkt heran, während bei Giesen fast nur noch das Spiel über Diagonalspieler Machtens Punkte brachte. Selbst ein Fußfehler von Goertz mit nachfolgenden Matchball konnte der Gast nicht mehr nutzen. Am Ende verlor auch Schöps die Contenance. Die Folge: Gelbe Karte und 26:24-Satzgewinn für die TSGL.
Im von Führungswechsel und Giesener Aufholjagd geprägten Tiebreak entwickelte sich die Halle zum Hexenkessel, obwohl die Zuschauerzahl (210) aufgrund des Volleyball-Faschings in Erkner hinter den Erwartungen für so ein Spiel zurückblieb. "Aber die Wenigen haben richtig Ramba-Zamba gemacht", freute sich Kapitän Robert Döbler. Erst recht als Kevin Meusel mit einem Block den dritten Matchball für die TSGL zum Sieg verwandelte.
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