Seelow . Junge Menschen, die vor dem Eintritt ins Berufsleben stehen, sehen sich oft einer schwierigen Aufgabe gegenüber. Wo liegen meine Stärken und Interessen? Was will ich für den Rest meines Lebens machen? Berufsberatungsangebote gibt es sowohl durch Schulen als auch die Bundesagentur für Arbeit. Dann sind da aber noch die Fälle, in denen Jugendliche ihre Schule verfrüht, schon nach acht Klassen, abbrechen oder mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Eine Anlaufstelle für diese Jugendlichen bietet die Kompetenzagentur Märkisch-Oderland, die seit 2007 auch in Seelow vertreten ist. In diesem Jahr ist die Agentur in das Gebäude der Diakonie in der Feldstraße 3 in Seelow gezogen. Seit Januar hat man hier eine feste Sprechzeit eingerichtet. Jeden Mittwoch berät der Sozialpädagoge Mathias Menz von 13 bis 17 Uhr die Jugendlichen im Alter von 15 bis 27.
Der neue Standort im Diakoniegebäude soll auch dabei helfen, leichter Kontakt zu den schwierigen Fällen herzustellen.
Um ihnen bei der beruflichen Orientierung zu helfen, führt Mathias Menz mit den Jugendlichen einen Eignungstest des Geva-Institutes durch. "Jugendliche wissen manchmal einfach nicht, wo ihre Interessen liegen oder ob diese ausreichen, um den Wunschberuf auszuüben", sagt Menz. Etwas Zeit sollten Interessierte schon mitbringen. Denn der Geva-Test daure zwischen zwei bis drei Stunden und werde anschließend gemeinsam ausgewertet.
180 Jugendliche werden an drei den Standorten Strausberg, Bad Freienwalde und Seelow durch die Agentur betreut. Zwischen 20 und 25 sind es derzeit in der Kreisstadt. Primäres Ziel sei aber nicht, ihnen eine Ausbildung zu vermitteln, sondern vielmehr sie auf dem Weg dorthin zu begleiten. Mathias Menz beschreibt die Tätigkeit als "Lotsenfunktion". Die Jugendlichen würden an die passgenauen Einrichtungen vermittelt, um etwa den Schulabschluss nachzuholen, Praktika oder ein berufsvorbereitendes Jahr zu absolvieren. In manchen Fällen sei auch die Vermittlung an eine Suchtberatungsstelle ein Etappenerfolg auf dem Weg ins Berufsleben.
Träger der Kompetenzagentur ist der Verein Soziale Vielfalt. Gefördert wird die Initiative vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, durch das Jugendamt des Landkreises Märkisch-Oderland sowie von der Bundesagentur für Arbeit. Mathias Menz weist noch mal darauf hin, dass der Service kostenlos und freiwillig sei. Jugendliche könnten sich unabhängig beraten lassen. Die Daten würden nicht an Dritte weitergegeben, wodurch keine Nachteile für die Jugendlichen entstehen.
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