Harnekop . Auf dem Gelände des ehemaligen Atombunkers in Harnekop sollen in diesem Jahr mehrere Begegnungen von Schülern aus Deutschland, Polen und den USA stattfinden. Deshalb traf sich gestern eine Delegation zu einem Arbeitstreffen, um die Einzelheiten zu besprechen.
Unter dem Motto "Geschichte zum Anfassen" wollen Bärbel Simon vom Cold War Museum, Hartmut Mehland vom Bunkerverein, Prötzels Bürgermeister Rudolf Schlothauer und Volker Marschler, Lehrer der Neutrebbiner Oderbruch-Oberschule, junge Menschen zusammenbringen. Insgesamt drei Treffen sind geplant. Den Beginn machen im April rund 48 Schüler der Oberschule. "Der Kalte Krieg, auf beiden Seiten", lautet der Name des Projektes. "Die Schüler sollen sowohl durch die Bunkeranlage geführt werden, als auch den Kraftfahrzeugpark sehen sowie eine Führung im Cold War Museum mitmachen", erklärte Marschler, Lehrer für Geografie und WAT. Bereits im März sollen die Neuntklässler sich in Arbeitsgruppen mit dem Thema des Ost-West-Konflikts auseinandersetzen. "Mit den Führungen können sie das erarbeitete Wissen vertiefen", so der Lehrer. Es habe sich gezeigt, dass die Jugendlichen bisher nur unzureichende Kenntnisse über die DDR und die Bundesrepublik erlangt hätten, erklärte Marschler. Nach dem Besuch der Anlagen sollen die Jugendlichen die Ergebnisse der Projektgruppen in Form von Wandzeitungen, einer Fotoshow und im Internet veröffentlichen. Die Kosten des Projektes werden zu hundert Prozent aus EU-Mitteln im Rahmen der Initiative Oberschule (IOS) getragen.
An einem Treffen mit Schülern aus der amerikanischen Kleinstadt Gretna (Nebraska) sowie polnischen Jugendlichen in Harnekop werden ebenfalls deutsche Schüler der Oberschule teilnehmen. Das "Drei-Nationen-Treffen" am 4. Juni wird unter dem Motto "Geschichte zum Anfassen" laufen. Ziel ist die Vermittlung der Geschichte des Kalten Krieges in Europa. Im Rahmen der Veranstaltung werden auch zwei Zeitzeugen eingeladen. "Zwei amerikanische Veteranen, die am 12. und 13. August 1961 als Militärattaches tätig waren, werden von ihren Erfahrungen berichten", erklärte Bärbel Simon. "Bei dem Treffen geht es aber hauptsächlich darum, dass sich die Jugendlichen aus drei Nationen kennen und verstehen lernen." Voraussichtlich werden die Schüler auch Teile der neuen Dauerausstellung "Als alles begann - Die Berliner Mauer" zu sehen bekommen. Die offizielle Eröffnung der von der "Bundesstiftung Aufarbeitung" geförderte Ausstellung ist am 12. Juni.
Anlässlich des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung werden sich erneut polnische und deutsche Schüler in Harnekop treffen. An dieser Veranstaltung beteiligt sich die Gemeinde Prötzel mit rund 1500 Euro. "Ich habe einen Förderantrag im Rahmen des Interreg-IVa Programms abgeschickt", erklärte gestern der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde, Rudolf Schlothauer. Insgesamt werden rund 100 Schüler und 20 Lehrer aus Neutrebbin, Cedynia und Bogdaniec zusammen kommen.
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